China-Investitionen in Deutschland: Anleger können profitieren

Mit Investitionen in Deutschland liegt China nun an vierter Stelle nach UK, der Schweiz und den USA - für Anleger ist das eher positiv. (Foto: aphotostory / Shutterstock.com)

Der jüngste Überraschungs-Coup von Geely-Chef Li Shufu mit seiner 9,7 % Beteiligung an Daimler zeigte einmal mehr, wie sehr deutsche Unternehmen im Fokus chinesischer Investoren stehen.

Das Thema treibt Politik, Unternehmen und Anleger gleichermaßen um. Schließlich beschränken sich Chinas Investitionen in Deutschland nicht nur auf Beteiligungen, sondern sie setzen gezielt auch auf Übernahmen – häufig mit finanzieller Hilfe aus Peking.

Chinas Investitionen in Deutschland auf Rekordhoch

China verfolgt ein klares Ziel: Bis zum 100. Jubiläum der Staatsgründung der Volksrepublik im Jahr 2024 will es zur führenden Wirtschaftsmacht aufsteigen. Um eigene Lücken zu schließen, hat China vor allem Schlüsselbranchen im Visier wie Luft- und Raumfahrt, Verkehrssysteme, Maschinen- und Anlagenbau oder Robotik, Chemie und Medizintechnik. Wichtig dabei: Mit Spezialherstellern und Hochtechnologie-Unternehmen werden zugleich Patente aufgekauft.

Die machtorientierte Strategie unterscheidet Chinas Investitionen in Deutschland von denen etwa aus Großbritannien, der Schweiz und den USA, die in den letzten beiden Jahren noch höher lagen. China ist mittlerweile viertgrößter Investor. Auch wenn die Zahl der Beteiligungen und Übernahmen gegenüber 2016 leicht zurückging, so ist die Gesamtsumme 2017 auf ein Rekordhoch von 12,1 Mrd. € gestiegen.

Die Hälfte der Transaktionen wird nicht erfasst

Dabei werden in der Analyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) lediglich Direktinvestitionen erfasst, die eine langfristige, strategische Beteiligung oder Übernahme bedeuten. Einbezogen wurden in die Statistik ausnahmsweise auch die Deutsche Bank sowie Dialog Semiconductor, weil bei den im Dax bzw. TecDax notierten Unternehmen der kritische Schwellenwert von 10 % der Stimmrechtsanteile nur knapp unterschritten wird. Daimler wird sich dieses Jahr dazugesellen.

Was nicht sichtbar wird, sind die zahlreichen Transaktionen, die unterhalb bestimmter Schwellen oder über Konstruktionen mit Mantelfirmen stattfinden. Die machen rund die Hälfte aller Fälle aus. Zu den bisher bekannten Zielkäufen gehören der Betonpumpenhersteller Putzmeister, der Roboterspezialist Kuka, der Gabelstaplerhersteller Kion, der Maschinenbauer Krauss-Maffei sowie der Energiedienstleister ista.

Bisher sind versuchte Übernahmen gescheitert, die Sicherheitsinteressen berühren, etwa die des Chipanlagenbauers Aixtron, der in den USA produziert und das Pentagon beliefert. Ähnlich wird es mit dem sächsischen Mittelständler Cotesa laufen, dessen Faserverbundstoffe auch bei Hubschraubern der US-Airforce eingesetzt werden.

Die meisten sind zufrieden

Doch die politische Dimension ist nur eine Seite. Viele Unternehmen selbst sind mit ihren neuen Hausherren oder Miteigentümern höchst zufrieden, meist auch die Gewerkschaften. Eine frische solide finanzielle Grundlage kann zudem neue Perspektiven am Markt öffnen. Insofern unterscheiden sich Chinas Investitionen in Deutschland nicht von denen aus anderen Ländern.

Ebenso können Anleger profitieren: Nach der geplatzten Aixtron-Übernahme beispielsweise klagten Aktionäre auf Schadensersatz von rund 200.000 €. Aber auch langfristig orientierten Anlegern bietet sich die Chance auf eine solide Performance der jeweiligen Aktien, oft auch, weil die Beteiligung den Zugang zum chinesischen Markt erleichtert.

Der Bund der Deutschen Industrie (BDI) jedenfalls begrüßt generell chinesische Investitionen solange die öffentliche Ordnung und Sicherheit nicht gefährdet sind. Nach dessen Erkenntnis sind Sorgen wegen massiver Technologieabflüsse und schwindender Wettbewerbsfähigkeit nicht berechtigt. Wohl aber sollte China seine eigenen Marktbeschränkungen abbauen und den Zugang abseits von erzwungenen Joint Ventures ermöglichen.


Passives Einkommen 2018

Sichern Sie sich jetzt gratis den Sonder-Report: “Wie Sie mit diesen 3 dividendenstarken ETFs gleich doppelt verdienen” und erfahren Sie exklusiv, welche Aktien in Ihrem Depot nicht fehlen sollten!

Hier klicken und erfahren wie Sie gleich doppelt verdienen und Gewinne vor dem Staat schützen...


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt