China will Arbeiter durch Roboter ersetzen – wer profitiert?

China setzt zunehmend auf Roboter in seinen Fabriken, Anleger können von diesem Trend profitieren. (Foto: katjen / Shutterstock.com)

Glaubt man den Zukunftsprognosen von Dr. Carl Benedikt und Professor Michael Osborne von der University of Oxford, gibt es eine 90-prozentige Chance, dass Roboter eines Tages die Arbeiten des Menschen komplett übernehmen werden.

Dies ist noch Zukunftsmusik? Nicht ganz, denn in China gibt es bereits erste Fabriken, die 90 % der menschlichen Arbeiter durch Roboter ersetzt haben.

China: Fabrik ersetzt 90 % der Arbeiter durch Roboter

Ein Beispiel ist die chinesische Changying Precision Technology Company, die sich auf die Herstellung von Mobiltelefonen spezialisiert hat. Ursprünglich beschäftigte Changying Precision 650 Mitarbeiter, inzwischen sind es nur noch rund 60 Menschen, die in der Fabrik mit weitgehend automatisierten Produktionslinien arbeiten.

Laut Luo Weiqiang, General-Manager der Fabrik, wird die Zahl der erforderlichen Fabrik-Mitarbeiter eines Tages auf 20 sinken. Trotz des Stellenabbaus produziert die Fabrik heute schon 250 % mehr Güter, gleichzeitig ist die Qualität der Produkte gestiegen, denn die Defektrate ist um 80 % gesunken.

iPhone-Hersteller Foxconn will fast alle Arbeiter durch Roboter ersetzen

Auch der Hersteller Foxconn, der für Apple das iPhone hauptsächlich in China baut, hat ehrgeizige Ziele. Bis 2020 will Foxconn 30 % seiner Arbeiten in all seinen China-Fabriken automatisieren.

Unter dem Strich sollen so langfristig 500.000 chinesische Arbeiter durch 1 Million Roboter ersetzt werden. Bis dato hat Foxconn 40.000 Roboter, sogenannte Foxbots, in ganz China in Stellung gebracht.

Profitiert davon haben vor allem Apple und seine Anleger, kann der iPhone-Erfinder sein beliebtes Smartphone so mit einer ansehnlichen Gewinnmarge verkaufen – der Apple-Aktienkurs legte auf 5-Jahressicht um rund 78 % zu.

Roboter-Fabrik: Adidas leitet mit der Speedfactory eine Revolution ein

Aber nicht nur chinesische Hersteller setzen auf eine automatisierte Fabrik, die weitgehend ohne Menschen auskommt. Auch Adidas plant die Zukunft mit einer Roboter-Fabrik. Der Sportartikelhersteller verkaufte im Vorjahr 301 Millionen Paar Sportschuhe, doch die Nachfrage überstieg zuletzt das Angebot, die Produktion soll ausgeweitet werden.

Helfen soll dabei eine revolutionäre Prototyp-Fabrik namens Speedfactory, eine 4.600 Quadratmeter große Roboter-Fabrik, die weitgehend automatisiert auf dem Gelände des fränkischen Herstellers Oechsler Sportschuhe für Adidas produziert. Adidas sieht sich mit seiner Speedfactory dabei mehrere Jahre gegenüber dem Rivalen Nike voraus.

Adidas will den Vorsprung nutzen und in diesem Jahr eine weitere Speedfactory in den USA errichten, eine weitere Roboter-Fabrik soll in Großbritannien oder Frankreich entstehen. Die Anleger freut`s, Adidas-Aktien kletterten zuletzt auf ein neues Rekordhoch.

Immer mehr Fabriken ersetzen Menschen durch Roboter – wer profitiert?

Immer mehr Hersteller, nicht nur in China, ersetzen Arbeiter durch Roboter – ein Trend der nicht mehr aufzuhalten scheint. Zu den Hauptprofiteuren dieser Entwicklung gehören weltweit führende Roboter-Spezialisten wie der deutsche Roboter-Hersteller Kuka. Inzwischen hat zwar die chinesische Midea bei Kuka die Mehrheit übernommen, doch beim deutschen Roboter-Spezialisten sieht man dies nicht als Nachteil – ganz im Gegenteil.

Durch die starke Marktpräsenz von Midea in China kann Kuka seine Kundenbasis im Reich der Mitte erweitern und mehr Roboter nach China verkaufen. Mit ein Grund, warum Kuka seine Produktionskapazitäten in Shanghai verdoppeln will. Ein wichtiger Punkt, dürfte China in 2018 für 50 % der globalen Roboter-Nachfrage verantwortlich zeichnen.

Große Chancen sieht Kuka künftig im Unterhaltungselektronikbereich. Lieferte Kuka seine Roboter bislang vornehmlich an die Automobilindustrie, sollen Kuka-Roboter in Zukunft auch bei Elektronik-Herstellern, sowie bei Textil- und Lebensmittelproduzenten stehen.

Kurzum: Führende Roboter-Aktien wie Kuka, die japanische Fanuc, Yaskawa Electric oder auch die deutsche Isra Vision gehören zu den Hauptprofiteuren in einer Welt, in der zunehmend Roboter den Menschen in der Fabrik verdrängen. Anleger können davon profitieren, indem sie frühzeitig auf die richtigen Werte setzen.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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