Chips und Halbleiter: Eine hochkomplexe Branche erfindet sich neu

Die Produktion von Chips und Halbleitern ist kompliziert.

Es ist nicht einfach im Chip- und Halbleiter-Markt

Daher ist es für junge Unternehmen kaum möglich, auf diesem Markt Fuß zu fassen; schon kleinste Mängel in der Konzeption können erhebliche Folgen nach sich ziehen.

Zudem ist die Produktion sehr teuer; es wird viel Kapital für die Herstellung, aber auch für die Forschung und Entwicklung benötigt.

Kein Wunder also, dass selbst eingefleischte Konzerne jetzt schwer zu kämpfen haben. Hinzu kommt, dass der klassische Computermarkt stark rückläufig ist.

Der neue, moderne Smartphone- und Tablet-Markt zeigt aber ebenfalls schon enorme Sättigungs-Effekte auf.

Daher kämpfen die etablierten Unternehmen um die Vorherrschaft. Gewinner sind altbekannte Firmen wie Intel, Dialog Semiconductor oder Samsung Electronics.

Der Druck steigt weiter an

Was viele Investoren nicht wissen: Samsung ist kein reiner Anbieter von Unterhaltungs-Elektronik, sondern mischt auch auf dem Chip- und Halbleiter-Markt mit.

Um die Kosten zu minimieren, hat Samsung seine eigene Produktion gestartet. Auch der ärgste Konkurrent Apple denkt über einen solchen Schritt nach.

Da die vorgelagerte Chip- und Halbleiter-Industrie maßgeblich von ihren Bestandskunden lebt, wird das den Wettbewerbsdruck deutlich erhöhen.

Es wird für die etablierten Konzerne immer schwieriger werden zu wachsen, die Margen zu halten oder gar neue Aufträge zu generieren.

Daher wird es langfristig zu einer weiteren Konsolidierung in der Branche kommen. Relativ schnell wird sich hier die Spreu vom Weizen trennen:

Schwache Unternehmen werden von stärkeren aufgekauft, um deren Kernkompetenzen zu integrieren.

Diesen Prozess konnten wir bereits anschaulich bei Micronas Semiconductor, Linear Technologie oder ARM Holding beobachten.

Droht jetzt die nächste industrielle Revolution?

Doch die Branche birgt nicht nur Risiken, sondern auch gewaltige Wachstums-Chancen.

Zu nennen ist v. a. das Internet der Dinge. Dieser sperrige Begriff bezeichnet die intelligente Vernetzung von Alltags-Gegenständen.

Das Feld ist sehr innovativ. Viele führende Hochschulen und Universitäten sind zudem an der Entwicklung beteiligt.

Unter Kennern wird das Internet der Dinge als die neue industrielle Revolution gefeiert.

Verbunden mit der künstlichen Intelligenz eröffnen sich hier völlig neue Produktklassen. Das Marktpotenzial ist gewaltig und kaum realistisch oder seriös einschätzbar.

Allerdings ist schon klar, wer auf diesem Markt das Rennen machen wird: Das sind hier vor allen Dingen Texas Instruments, Analog Devices und Applied Materials.

Alle diese Konzerne werden nicht selber die Software liefern, sondern vielmehr die Hardware, die für die intelligente Vernetzung benötigt wird.

Klar abgeschlagen von diesem führenden Feld sind Maxim Integrated Products, AMD oder Micron Technology. Hier werden eher feindliche Übernahmen realistisch.


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27. Juni 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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