Comeback der Rohstoffe in 2019

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Rohstoffe können 2019 ein Comeback erleben. Nach Gold und Palladium stehen weitere Kandidaten in den Startlöchern, die 2018 schlecht liefen. (Foto: TTstudio / shutterstock.com)

Wenn die Aktienmärkte nicht mehr so kräftig zulegen wie die vergangenen Jahre und Anleihen noch immer nicht so recht ziehen, wird der Blick auf andere Anlageklassen umso wichtiger. Zum Beispiel ob und welche Rohstoffe 2019 interessant sind.

Frühindikator der Weltkonjunktur

Interessant war zumindest, dass sie im Herbst letzten Jahres ihrer Rolle als Frühindikator für die Konjunktur gerecht wurden. Der Kursrutsch wurde von Öl eingeleitet. Abgesehen von einigen Agrarrohstoffen wie Weizen und Ausnahmen bei Industriemetallen gaben die meisten Segmente nach. Marktbreite Rohstoffindizes verloren teils zweistellig. Und das, während die Weltwirtschaft 2018 noch um 4 % wuchs.

Gemessen an der Entwicklung der Rohstoffe schien 2019 ein schwieriges Jahr zu werden. Tatsächlich trübten sich im Dezember die Konjunkturdaten in den USA und Europa ein. Nach der Jahreswende aber erwiesen sich die aufgekommenen Rezessionsängste als weniger begründet. Dennoch ist die Unsicherheit präsent. Derweil legte Gold eins ums andere zu. Die bei unsicheren Rahmenbedingungen günstigen Aussichten für Gold beflügeln zugleich Aktien von Minenbetreibern wie Anglo American, BHP Billiton oder Glencore.

Bei Silber ging es etwas moderater bergauf, wobei es als Industriemetall zu den Gewinnern im Trend zu mehr Nachhaltigkeit gehören dürfte. Es wird nicht nur in der Photovoltaik, sprich Solar-Energie, benötigt, sondern auch in der Elektromobilität. Die Minenbetreiber profitieren auch hiervon, sie fördern eine ganze Reihe von Metallen und können auf eine Weltkonjunktur setzen, die mit 3,5 % Wachstum noch immer robust ist. Und sie ist eine solide Basis für ein zunehmend günstigeres Verhältnis von Angebot und Nachfrage, das am Rohstoffmarkt entscheidend ist.

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Der Welt geht das Gold ausTrotz massiver Investitionen legt die globale Minenproduktion kaum noch zu. Gut möglich, dass die Produktion sogar schon bald deutlich fällt. Das Stichwort lautet hier Peak Gold.  › mehr lesen

2019 Comeback der Rohstoffe

Palladium, das bereits letztes Jahr stark zulegen konnte, sollte 2019 auch Kandidaten wie Platin zu neuem Schwung verhelfen. Verwendet werden sie unter anderem in Fahrzeugkatalysatoren. Auch Kupfer und Aluminium haben Potenzial. Im Handelsstreit hatten sie letztes Jahr einen denkbar schlechten Stand. Basismetalle verloren um rund 20 %. Aus derzeitiger Sicht bietet 2019 vielen Rohstoffe die wichtigen Zutaten für ein Comeback. Gleichzeitig sind die Aussichten einstweilen uneinheitlich.

Bei Öl gibt es ein unverändert hohes Angebot. Angekündigte Förderkürzungen durch die OPEC verpuffen immer wieder nach geraumer Zeit. Der Goldpreis indes wird von der in den USA wieder zögerlichen Zinsentwicklung gestützt. Und solange der Dollar nicht stärker wird, bleibt Gold erschwinglich. Bei Basismetallen ist China unverändert als größter Nachfrager entscheidend. Das auf 6,4 % korrigierte Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) an sich ist kein Anlass zur Sorge.

In der gemischten Ausgangssituation für Rohstoffe 2019 empfiehlt es sich, breit gestreut zu investieren. Über ETF, die verschiedenste Segmente wie Agrar, Energie oder Metalle abdecken, kann man von den Potenzialen der Anlageklasse einfach und zu günstigen Preisen profitieren. Ein Besipiel: Einer der größten, der Lyxor Commodities Thomson Reuters/CoreCommodity CRB, ist seit Jahresbeginn um 11,5 % gestiegen.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.