Compugroup Aktie mit guten Aussichten

Die Compugroup Aktie musste gehörig Federn lassen, doch mit seiner beherrschenden Marktstellung hat das Unternehmen gute Aussichten. (Foto: Jirapong Manustrong / Shutterstock.com)

Dass mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen Geld zu verdienen ist, zeigt nicht zuletzt  Compugroup. Der Medizinsoftware-Anbieter mit Sitz in Koblenz wächst seit Jahren und hat sich zu einem E-Health Unternehmen hochgearbeitet, das in seiner Nische wenig Konkurrenz hat.

Mit spezieller Anwendungssoftware für Arztpraxen, Labors, Apotheken oder Krankenhäuser, Vernetzung und Cloudangeboten verfügt es nach eigenen Angaben über 1 Mio. Nutzer in 55 Ländern.

Gebeutelte Compugroup Aktie als Chance

Die seit 2013 im TecDax gelistete Compugroup Aktie schaffte kurz nach der Finanzkrise bis heute eine durchschnittliche jährliche Performance von 22,8 %. Und mit einem Börsenwert von 2,2 Mrd. Euro ist das Unternehmen zum Mid-Cap aufgestiegen. Doch als im Januar der Kurs der Compugroup Aktie die 60 Euro Zielmalmarke ansteuerte, drehte er auf einmal ins Minus und korrigierte bis auf 41 Euro: der größte Rückschlag seit 2007.

War das die Wende? Das Ende eines viel zu rapiden Wachstums eines Startups? War die Aktie im letzten Jahr noch überbewertet, so steht sie jetzt zumindest für einen fairen Preis. Und die meisten Analysten sind seit geraumer Zeit wieder positiv gestimmt. Anlass für den Kurssturz waren die Zahlen für 2017: Der Markt hatte schlicht viel mehr erwartet.

Dabei ist eine Umsatzsteigerung um fast 4 % auf 582,6 Mio. Euro nicht unbedingt schlecht. Enttäuschung auf hohem Niveau. Selbst der minimale Rückgang von 0,14 % beim operativen Ergebnis auf 79,8 Mio. Euro passte nicht so recht zur heftigen Kurskorrektur. 2013 und 2014 war das Ebit mit minus 15 % bzw. 21,6 % erheblich schlechter ausgefallen – und der Kurs zeigte kaum Rücksetzer.

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Lösungen für Verwaltungswust

Immerhin blieb die Dividende mit 0,35 Euro stets gleich. Ein Signal, dass die Firma optimistisch nach vorne blickt. Mit Blick aufs laufende Jahr stimmt zumindest die Telematikinfrastruktur (TI) – Stichwort elektronische Krankenkarte –  zuversichtlich, für die es Mitte 2017 grünes Licht gab. Compugroup konnte die Zulassung seiner entsprechenden Produkte als Erfolg verbuchen und ist nun der erste Anbieter mit der kompletten Produktpalette aller notwendigen TI-Komponenten und Dienste.

Endete 2017 mit 12.000 Bestellungen für die TI-Verbindungspakete von Compugroup, wovon 4.700 installiert wurden, geht es hier in diesem Jahr mit großen Schritten weiter. Allein bei den Ärzten sind bereits 10.000 Praxen angeschlossen. Jede Woche sollen 2.000 weitere hinzukommen.

Auch auf längere Sicht hat sich Compugroup geschickt positioniert. Angesichts steigender Anforderungen an Dokumentation und Verwaltung in der Medizin sind Produkte zum Synchronisieren von Daten und zur Organisation medizinischer Abläufe unerlässlich.

Marktbeherrschende Stellung

Und was von Seiten der Mitbewerber für Kritik sorgt, kann Anlegern nur recht sein: die marktbeherrschende Stellung des Unternehmens. Tatsächlich unterliegt Compugroup, das großteils mit Übernahmen gewachsen ist, wenig Preisdruck. Nächster Kritikpunkt sind abgeschottete Systeme, die Kunden vom Anbieter abhängig machen.

Von daher könnte man die Korrektur der Compugroup Aktie als Chance sehen. Das KGV steht bei 19,59, und für die Dividende ist eine Steigerung auf 0,42 Euro geplant. Von eventuellen Übernahmeinteressenten ist derzeit jedenfalls nichts zu hören.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.