Crash-Indiz: IWF warnt vor Immobilienblase in Deutschland

Auch wenn hierzulande offiziell nur von „überhöhten Preisen“ gesprochen wird:

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt in einem Bericht zur volkswirtschaftlichen Situation in Deutschland ganz klar vor einer Immobilienblase.

IWF warnt vor Überhitzung bei Immobilien in Deutschland

Nach Einschätzung des IWF sind die Immobilienmärkte in Deutschland überhitzt, und viele Käufer würden sich für den Kauf einer Immobilie zu stark verschulden.

Bedenklich wäre v. a., dass die Preise an einigen Orten weiter stiegen, obwohl sie auf ihrem aktuellen Niveau schon völlig überzogen seien.

Zahlreiche Erwerber würden angesichts niedriger Zinsen viel zu hohe Kredit-Verbindlichkeiten eingehen.

Dadurch bestünde die enorme Gefahr, dass sie in den Bankrott getrieben werden, wenn die Zinsen wieder steigen und Anschluss-Kredite nur noch mit wesentlich höherer Verzinsung vereinbart werden könnten.

Die dann fällig werdenden Kreditraten würden dann ihre finanziellen Möglichkeiten übersteigen.

Ich sehe es sogar noch drastischer

Ich sehe die Sache noch deutlich problematischer als der IWF:

Das Desaster kommt nicht erst, wenn nach vielen Jahren Anschluss-Kredite vereinbart werden müssen, sondern der Bankrott droht schon während der Laufzeit der jetzigen, niedrig verzinsten Kredite.

Kommt es nochmals zu einer Finanzkrise, was nach meiner Einschätzung nur eine Frage der Zeit ist, dann werden die Zinsen durch erhöhte Risiko-Zuschläge ganz plötzlich rasant nach oben gehen.

Gleichzeitig fallen in einer Finanzkrise die ohnehin völlig überzogenen Immobilienpreise, weil viele Käufer durch die Krise zum Verkauf des Objektes gezwungen sein werden und auch die Nachfrage danach einbrechen wird.

Diese rückläufige Nachfrage nach Immobilien und das immer größere Angebot durch Zwangsverkäufe wird die Preise stark nach unten drücken.

Fallende Immobilienpreise führen jedoch dazu, dass immer mehr Kredite nicht mehr durch den Immobilienwert abgesichert sind.

Und sie führen dazu, dass die Bank dann dazu gezwungen ist, weitere Sicherheiten vom Kreditnehmer zu fordern oder den Kreditvertrag vorzeitig aufzulösen, was zur Zwangsversteigerung des Objektes führt.

Was viele nicht wissen: Auch ein voll bedienter, langfristig abgeschlossener Kredit kommt ins Wanken, sobald die Immobilien an Wert verlieren und die Blase platzt.

Mein Rat an Sie

Deshalb empfehle ich, heute außer dem Eigenheim erst einmal keine weiteren Immobilien zu erwerben.

Außerdem sollten Käufe auf Kredit möglichst vermieden werden, weil sie unkalkulierbare Risiken beinhalten.

Bei einer auf Kredit finanzierten Immobilie empfehle ich, diesen Kredit so schnell wie möglich abzuzahlen und sich v. a. hohe Sondertilgungs-Rechte einräumen zu lassen.

Nur dadurch ist es möglich den Kredit auch vorzeitig ohne große Kosten abzulösen, etwa wenn überraschend mehr Geld zur Verfügung steht, beispielsweise durch eine Erbschaft.

24. Mai 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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