Crash-Propheten: Voll daneben

Neulich sprach mich ein Anleger an und sagte:

„Ich lese in letzter Zeit viel von Crash. Die unberechenbare Politik von Donald Trump wird als Auslöser genannt. An anderer Stelle ist es die Inflations-Gefahr.

Und wieder woanders soll es das Auseinanderbrechen des Euro sein, das den Crash auslöst.“

Er schloss die Frage an, warum ich optimistisch bin und mehr Calls als Puts empfehle.

Crash-Propheten gehören zur Börse“, habe ich geantwortet. „Die gab es zu allen Zeiten und es wird sie immer geben.“

Ein kurzer Rückblick auf die Vorhersagen dieser Spezies zeigt: Sie liegen fast immer daneben.

Mit Crash-Propheten haben Sie den Crash – aber im Depot

Zuerst eine gute Nachricht über Crash-Propheten: Sie machen die Stimmung schlecht bzw. lassen diese nicht überschäumen.

Genau das ist ein wichtiger Grund dafür, dass der regelmäßig dramatisch angekündigte Crash eben nicht stattfindet, denn den Crash mit Ansage gibt es nicht.

Ich bewerte die Prognosen der Crash-Propheten deshalb als Kontra-Indikator.

Beispiele:

  1. Das Aus für den Euro hatten uns die Crash-Propheten für 2012 angekündigt.
  2. Die Euro-Länder würden auseinanderbrechen, lauteten andere düstere Prognosen.
  3. Die Zahlungs-Unfähigkeit der Griechen war angeblich ausgemachte Sache.

Heute wissen wir: Nichts davon ist tatsächlich auch eingetreten.

Jetzt (Stand: Februar 2017) wird uns der Zerfall des Euro erneut angekündigt. Und das Thema Griechenland kocht auch wieder hoch. Aber das war auch schon im Jahr 2012 so.

Crash-Propheten: Voll daneben

Im Oktober 2014 konnten Sie lesen: „Deutschland: Der Crash ist da!“

3 Jahre später notiert der Dow Jones über 20.000 Punkte – und damit auf Allzeithoch. Und der DAX 30 läuft in Richtung 12.000 Punkte.

Es sind oft illustre Namen, die Ihnen diese Crashs und Untergangs-Szenarien ankündigen: Paul Krugman, Nouriel Roubini, Marc Faber und George Soros sind vielen Börsianern namentlich bekannt.

Auch andere Crash-Propheten wiederholen ihre immergleichen Prognosen wie eine kaputte Schallplatte.

Schon im Jahr 2009 nannte man uns die Gründe für den nächsten Crash

Im Jahr 2009 habe ich mir Aussagen eines anderen Crash-Propheten notiert.

Er schrieb uns seinerzeit, dass das „System an seine Grenzen stoße“ und nannte uns detailliert seine „Gründe für den kommenden Crash“.

Und, was geschah?

Crash-Propheten verpassen Kurs-Verdreifachung

Die Börsen haben zugelegt. Dass es zwischenzeitlich zu Kurs-Rücksetzern kommt, gehört dazu. Das hat aber mit einem Crash nichts zu tun.

Seit 2009 ist der DAX 30 von unter 4.000 auf knapp 12.000 Punkte emporgeschossen und notiert damit rund 3x so hoch wie im Tief des Jahres 2009.

Wer in den letzten Jahren den Crash-Propheten folgte und alles auf Put-Optionen gesetzt hatte, der hat wirklich einen Crash – aber den im Depot.

Gejammer der Crash-Propheten nicht beachten

Am besten ist es, wenn Sie das Gejammer der Crash-Propheten garnicht beachten.

Klar: Irgendwann werden sie auch einmal wieder Recht haben.

Das ist dann wie bei einer kaputten Uhr: Einmal am Tag zeigt sie die richtige Uhrzeit an – kaputt ist sie aber trotzdem.

Sie würden Ihre Termine sicher nicht mit dieser kaputten Uhr abstimmen.

Entsprechend empfehle ich Ihnen auch, nicht nach den Empfehlungen von Crash-Propheten zu handeln.

Positive Kurs-Entwicklung durch Crash-Propheten

Wie eingangs geschrieben; etwas Gutes haben die Crash-Propheten:

Sie machen die Stimmung schlecht bzw. lassen diese nicht überschäumen – eine gute Basis dafür, dass der DAX 30 bald sein Allzeithoch erreicht.

Sicherheit ist die Basis für langfristigen Erfolg

Ein Crash kommt nie mit Ankündigung. Deshalb sehe ich derzeit keine große Crash-Gefahr.

Gleichwohl empfehle ich Ihnen aber, dass Sie Ihr Depot immer absichern – ganz unabhängig von tagesaktuellen Stimmungen.

Denn nur so haben Sie dauerhaft Erfolg an der Börse.

15. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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