Damoklesschwert Überschuldung: So schützen Sie sich davor

Politiker aller Parteien wollen nicht hören, dass die Überschuldungs-Quote der Privat-Haushalte für Gesamt-Deutschland zum Stichtag 1. Oktober 2016 bei 10,06% […] (Foto: cosma / Shutterstock.com)

Politiker aller Parteien wollen nicht hören, dass die Überschuldungs-Quote der Privat-Haushalte für Gesamt-Deutschland zum Stichtag 1. Oktober 2016 bei 10,06% liegt.

Gleich gar nicht wollen sie hören, dass seit 2013 die Anzahl der überschuldeten Privatpersonen – v. a. auch der Mittelschicht – stetig ansteigt (von 6,58 auf 6,85 Mio.).

Überschuldung und ihre Gründe

Überschuldet sind Sie dann, wenn Sie als Schuldner die Summe Ihrer fälligen Zahlungs-Verpflichtungen auch in absehbarer Zeit nicht begleichen können.

Und Sie sind es, wenn Ihnen zur Deckung Ihres Lebensunterhalts weder Vermögen noch Kredit-Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Die Gründe für eine Überschuldung sind vielfältig, wie wir Ihnen bereits aufgezeigt haben:

  • Arbeitsplatzverlust,
  • gescheiterte Selbstständigkeit,
  • Unfall,
  • Krankheit,
  • Scheidung,
  • Unterhalts-Zahlungen,
  • Überziehungs-Kredite,
  • Raten- und Leasing-Verträge,
  • etc.

Es gibt jedoch noch eine andere Falle, aus der Sie nicht mehr (so schnell) herauskommen:

Schuldenfalle Immobilie

Wir haben Ihnen bereits gezeigt, dass sich nicht nur die unteren Gesellschaftsschichten überschulden, sondern auch die Mittelschicht.

Ganz oben auf der Liste der Schuldenfallen steht dabei die kreditfinanzierte Immobilie.

Ein eigenes Häuschen im Grünen, eine Wohnung in der Stadt – wer will das nicht?! Nur wirklich leisten können sich das die Allerwenigsten…

Ein Beispiel dafür: In München verschulden sich Immobilien-Käufer durchschnittlich mit 340.000 € – stellen Sie sich das einmal vor!

Sie verlieren (fast) alles

Der 1. Schicksalsschlag ist dann auch der 1. Schritt ins Verderben; etwa beim Verlust des Arbeitsplatzes müssen die Kredit-Raten weiterhin geleistet werden.

Bonität: Alles zur Kreditwürdigkeit

Bonität: Alles zur KreditwürdigkeitBonität bezeichnet die Kreditwürdigkeit. Sie ist eine Eigenschaft einer natürlichen oder juristischen Person und Basis für die Entscheidung Dritter, dieser Person Kredit einzuräumen. Bonität ist zu unterscheiden von Liquidität. Bei… › mehr lesen

Oder es kommt eine Scheidung und/oder es kommen Unterhalts-Zahlungen hinzu – dann fängt das Übel erst richtig an:

Das Eigentum wird zwangsversteigert, Sie verlieren (fast) alles – und die Banken reiben sich die Hände.

Überschuldungs-Risiko Alter

Insbesondere im Alter sind viele Menschen, die normalerweise zur Mittelschicht gehören, vor Überschuldung nicht sicher.

Oder anders ausgedrückt: Mit dem Alter steigt das dementsprechende Risiko – und zwar drastisch!

Denn wenn das eigentliche Erwerbs-Einkommen wegfällt, wird den meisten erst bewusst, dass die Rente oft nicht ausreicht, um den gewohnten Lebensstandard zu halten.

Die Lebenshaltungskosten passen sich Ihren Abstrichen bei den Altersbezügen garantiert nicht an, ganz im Gegenteil!

So steigt die Wahrscheinlichkeit sich zu überschulden schon mit 55 Jahren stark an.

Im Alter droht eine hohe Überschuldungs-Intensität

Belegen kann man dies auch: 2016 waren rund 174.000 Senioren ab 70 Jahren überschuldet (+ 25.000 Fälle; + 16%).

Der Anstieg der Überschuldungs-Quote ist im Mehrjahres-Vergleich 2013 / 2016 mit +58% allerdings überdurchschnittlich hoch.

Bei der Altersgruppe der 60- bis 65-Jährigen sind 2016 504.000 Überschuldungs-Fälle zu verzeichnen (+ 33.000 Fälle; + 7%).

Für beide Altersgruppen gilt jedoch: Die Fälle mit hoher Überschuldungs-Intensität haben ebenfalls zugenommen.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.