Darum hebt Gold auch 2019 nicht ab

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Ob sich Gold 2019 zu neuen Höhen aufschwingt, wird unterschiedlich beurteilt. Wahrscheinlicher ist ein höchstens leichter Preisanstieg. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Kommen Gold-Fans 2019 endlich auf ihre Kosten? Nach fünf Jahren kommt der Preis für das Edelmetall trotz Höhen und Tiefen letztlich nicht von der Stelle, während die Aktienmärkte bis Mitte 2018 unverdrossen zulegten. Ab da machte sich der immer häufiger zitierte Begriff der „Unsicherheit“ an fallenden Kursen bemerkbar. Derweil startete der Goldpreis von seinem Tief bei 1.175 US-Dollar durch und nahm Kurs auf die Marke von 1.300 US-Dollar.

Die ist zwar noch ein gutes Stück von den 1.366 US-Dollar kurz nach dem Brexit-Referendum 2016 entfernt, doch könnte Gold 2019 theoretisch von einer Reihe latenter Gefahren für die Weltwirtschaft profitieren. Nachdem auch die Notenbank Fed neuerdings mit weiteren Zinsschritten etwas zurückhaltender geworden ist, bestehen für Gold Chancen, als „sicherer Hafen“ attraktiver zu werden. Einige Experten sehen den Goldpreis 2019 bei gut 1.400 US-Dollar. Seit fünf Jahren war das Kursziel nicht mehr so hoch. Andere indes erwarten keine nennenswerten Sprünge.

Krisenszenarien nicht brisant genug

Dass der Goldpreis bislang nicht so richtig vorankam, hat mehrere Gründe. Da wäre etwa die rückläufige Verbrauchernachfrage nach Schmuck, die gerade in Schwellenländern wie Indien oder China spürbar ist. Beide machen gut 40 % der jährlichen Goldnachfrage aus. Deren Währungen waren durch starke Kapitalzuflüsse in den Dollar-Raum unter Druck geraten, woraufhin das Edelmetall für die dortigen Interessenten deutlich teurer wurde.

Ein weiterer Faktor ist der Handelsstreit zwischen den USA und China. Derartige Spannungen sind üblicherweise eine Belastung für den gesamten Sektor Rohstoffe. So ist etwa der Preis für Platin auf unter 803 US-Dollar abgebröckelt. Vor vier Jahren noch hatte er mit über 1.500 US-Dollar den Goldpreis klar überflügelt.

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Vor allem aber bekam Gold das Anziehen der Zinsen in den USA zu spüren. Wenn als sicher geltende zehnjährige US-Staatsanleihen gut 2,5 % Zinsen abwerfen, ist Gold, das keine Erträge abwirft, natürlich weniger attraktiv. Ob die abflachende Zinskurve ausreicht, Gold auf neue Höhen zu bringen, ist nicht sicher. Dazu müssten die Krisenszenarien dann doch erheblich an Brisanz zunehmen.

Schwache Voraussetzungen für Gold in 2019

Doch selbst in dem Fall können sich weiter abschwächende Schwellenländer-Währungen wegen der damit verbundenen geringeren Nachfrage den Goldpreis bremsen. Sollten sich hingegen einige Krisenherde entschärfen, so dürften die Zinsen schneller steigen, was Gold ebenfalls unter Druck setzt. Auch wird eine schwächere Konjunktur nicht für neuen Glanz ausreichen. Mit einer handfesten Rezession ist eher nicht zu rechnen. Ebenso wenig allerdings mit einer ausgeprägten Inflation, die traditionell Anleger in Gold flüchten lässt.

So wie die Zeichen derzeit stehen, wird es wohl wenig Grund geben, 2019 in Gold zu flüchten: weder als sicherer Hafen noch als Schutz gegen Inflation. Allenfalls könnte ein schwächerer Dollar den Kauf etwas attraktiver machen. Insofern dürften die Skeptiker Recht behalten. Wer Goldstücke besitzt, hat dennoch keinen Grund, sich davon zu trennen. In physischer Form ist Gold eine Langzeitanlage und zum Spekulieren kaum geeignet.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.