Darum interessiert sich Warren Buffett für diesen Fintech-Börsengang

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Der StoneCo Börsengang lockt große Investoren wie Warren Buffetts Berkshire Hathaway. Was steckt dahinter? (Foto: Mikko Lemola / shutterstock.com)

Die brasilianische StoneCo legte Ende Oktober einen erfolgreichen Börsengang hin. Die Papiere des Fintech-Spezialisten kletterten zum Börsendebüt am ersten Handelstag um 33 %. Die Papiere wurden zu 24 US-$ bei den Anlegern platziert.

Auch für deutsche Anleger dürfte der Titel interessant sein, zumal die StoneCo-Aktie nicht nur in Deutschland gehandelt wird, sondern weil sich ein Starinvestor bei StoneCo eingekauft hat. Die Rede ist von Warren Buffett und Berkshire Hathaway.

Wie unlängst bekannt wurde, hält Berkshire Hathaway mehr als 14,16 Mio. StoneCo-Aktien und damit 11,3 % an StoneCo. Hier stellt sich die Frage, was macht StoneCo für Investoren so interessant?

StoneCo Börsengang – Was steckt hinter dem Unternehmen?

StoneCo ist ein Cloud-basierter Online-Zahlungsabwickler mit Sitz in Sao Paulo/Brasilien. Das Unternehmen wurde im Jahr 2012 gegründet.

Stone Pagamentos SA (StoneCo) ist ein lizenzierter Visa– und Mastercard-Partner, der es Händlern ermöglicht, Kreditkartenzahlungen anzunehmen. Hierfür bietet das Unternehmen entsprechende Kartenlesegeräte an. Die Software von StoneCo lässt sich zudem in Online-Shops integrieren, wodurch Firmen schnell und einfach Online-Zahlungen abwickeln können.

Insgesamt betreut StoneCo bereits 200.000 Online-Geschäfte und traditionelle Händler in Lateinamerika, wenn es um Zahlungsabwicklung geht.

StoneCo in Zahlen

In den ersten 6 Monaten 2018 hat StoneCo einen Umsatz von 76,7 Mio. US-Dollar verbuchen können, nach 43,3 Mio. Dollar im Vorjahr. Der Nettogewinn summierte sich auf 22,5 Mio. US-$, nach einem Nettoverlust von 55,7 Mio. Dollar im Jahr vorher. Insgesamt beendete StoneCo das erste Halbjahr 2018 mit Cash-Reserven von 37,9 Mio. US-$.

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Durch den Börsengang Ende Oktober nahm StoneCo rund 1,5 Mrd. US-$ ein, nachdem die Aktien zu 24 US-$ bei den Anlegern platziert wurden. Beim aktuellen Kurs von 25 US-$ ergibt sich damit ein Börsenwert von rund 7 Mrd. US-$. Neben Berkshire Hathaway hat auch die Alibaba-Tochter Ant Financial rund 100 Mio. US-$ im Rahmen des Börsengangs investiert und entsprechende StoneCo-Aktien erworben.

Fazit: StoneCo ist ein Fintech-Unternehmen mit Potenzial

Es ist keine große Überraschung, dass sich Warren Buffett und Berkshire Hathaway für die Aktien des Fintech-Spezialisten StoneCo interessieren. Denn die Buffett-Holding hält bereits Aktien an anderen Finanzspezialisten wie Visa, Mastercard und American Express. Die Banken von Bank of America und Wells Fargo gehören ebenfalls zu den größten Positionen von Buffett.

Der Grund für das Engagement im Finanzbereich ist auch klar: Menschen und Unternehmen müssen Zahlungen abwickeln, derartige Dienstleistungen werden also immer in irgendeiner Form gefragt sein.

Im Finanzbereich haben zuletzt junge Fintech-Firmen wie TransferWise und Revolut Marktanteile von klassischen Banken gewonnen. Der Grund: Vielen Händlern und Online-Geschäften entgehen jährlich Millionenumsätze, nachdem viele Konsumenten den Zahlungsvorgang abbrechen. Letzten Schätzungen zufolge brechen knapp ein Drittel der Konsumenten, die mit Kreditkarte bezahlen wollten, den Zahlungsvorgang im Online-Shop ab.

Hintergrund sind neben Sicherheitsbedenken auch Reibungsprozesse bei der Zahlungsabwicklung, die Konsumenten immer wieder vor der Verwendung von Kreditkarten beim Online-Kauf zurückschrecken lassen. Genau an dieser Stelle bieten junge Fintech-Firmen Lösungen, die dieses Problem beheben und eine reibungslose Zahlungsabwicklung ermöglichen.

Daher dürfte insbesondere die StoneCo-Aktie vor allem für risikofreudige Anleger interessant sein. Dennoch sollten Anleger die Aktionen von Buffett bzw. Berkshire Hathaway nicht blind nachkaufen, sondern sich stets immer eine eigene Meinung zum Unternehmen bilden. Insbesondere müssen Anleger hier beachten, dass StoneCo noch ein junges Unternehmen ist, dass sich in einem dynamischen Marktumfeld bewegt. Dies bedeutet: Hohen Wachstumschancen, stehen auch größere Kursrisiken gegenüber, falls sich zum Beispiel die Zahlungsgewohnheiten der Kunden ändern oder sich andere Zahlungstechniken durchsetzen.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands