Darum sind Frauen die besseren Investoren

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Frauen erzielen als Investoren mehr Rendite als Männer. Viele Faktoren sprechen dafür, dass sie am Kapitalmarkt tätig sein sollten. (Foto: Syda Productions / Shutterstock.com)

Geduld und Umsicht sind wichtige Attribute, die Anleger mit an die Börse bringen sollten. Immer mehr Studien zeigen jetzt, dass diese Eigenschaften vor allem Frauen haben. Sie gelten als die besseren Investoren. Männer können viel von Investorinnen lernen, auch wenn sie (noch) deutlich unterrepräsentiert sind.

Frauen treffen die klügeren Anlageentscheidungen

Während unter den Männern 22 Prozent in Aktien, Fonds oder Derivate investieren, sind es bei den Frauen nur 15 Prozent. Der Großteil der Kapitalmarktteilnehmer ist also männlich. Dabei spricht vieles für mehr Frauen am Kapitalmarkt.

Frauen handeln vorsichtiger, denken weitsichtiger und gehen weniger Risiken ein. Ihre Anlageinvestitionen sind häufig langfristig ausgelegt, was zu besseren Renditen führen kann als kurzfristige Investments. Zudem haben sie oft mehr Nervenstärke und treffen Entscheidungen unvoreingenommener.

Unterschiede von 1,7 Prozent in der Rendite

Die ING-Diba hat im Jahr 2015 600.000 Depots analysiert und die Rendite der Portfolios von Männern und Frauen verglichen. Dabei kam heraus, dass Frauen im Schnitt eine Rendite von 5,8 Prozent verzeichnen. Männer kommen nur auf 4,1 Prozent.

Zwar klingen 1,7 Prozent zunächst nicht so viel. Bei einem Depotwert von 30.000 Euro beziffert sich dieser Wert aber schon auf 500 Euro pro Jahr. Auf 10 Jahre gerechnet eine stolze Summe, die bei 30 Jahren sogar die Hälfte des Depotwerts ausmacht.

Besonders das Thema “Buy and Hold” ist eines, das sich Männer von Frauen abgucken können. Auch der bekannteste Investor aller Zeiten, Warren Buffett, fährt diese Strategie äußerst erfolgreich.

An der Börse zu investieren ist für Frauen besonders wichtig

Viele Frauen denken noch immer, dass Finanzen “Männersache” sind und sie sich mit dem ganzen Investment-Thema nicht genug auskennen. Wenn sie aber bereit sind, sich in das Thema einzuarbeiten, treffen sie zumindest statistisch gesehen die besseren Entscheidungen.

Zudem ist es für Frauen wichtig, ihre Finanzen selber in die Hand zu nehmen. Das Bild der abhängigen Frau, die vom Geld ihres Mannes lebt, ist veraltet. Allerdings ist es immer noch Fakt, dass Frauen im Schnitt weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen:

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  • Die Angaben zum sogenannten “Gender Pay Gap” (auf Deutsch: Geschlechter-Einkommenslücke), also der Differenz zwischen männlichen und weiblichen Einkommen, schwanken zwischen 6 und 22 Prozent. Unabhängig von der genauen Zahl ist die Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen existent.
  • Kindererziehungszeiten schmälern das Einkommen zusätzlich.
  • Viele Frauen mit Kindern arbeiten in Teilzeit, was ebenfalls weniger Einkommen bedeutet.

Die Lebenserwartung von Frauen ist statistisch gesehen höher, sie liegt rund 5 Jahre über der von Männern. Frauen brauchen also für mehr Lebensjahre liquide Mittel als Männer.

Dass Frauen an der Börse aktiv werden, ist also besonders in Zeiten von niedrigen Zinsen ein wichtiger Schritt. Wenn sie dann noch umsichtig anlegen, stehen die Chancen für ein erfolgreiches Investment gut. Männer können auf Anlagetipps ihrer Frauen also ruhig hören – die Statistik gibt ihnen recht.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.