Darum sind Investmentfonds mit Value-Strategie so beliebt

Value Fonds waren einmal komplett out. Aber das hat sich inzwischen vollkommen gewandelt. Manche Value-Fonds werden von Finanzexperten sogar als verborgene Perlen gehandelt. Besonders Investoren, die eine wertorientierte Anlagestrategie bevorzugen, stehen auf solche Finanzprodukte. Kein Wunder, denn diese weisen oft neben einer stabilen Renditeentwicklung auch eine niedrige Volatilität auf.

Value Fonds sind dadurch gekennzeichnet, dass ihre Manager den Umsatz, den Gewinn und die Marktposition verschiedener Unternehmen prüfen. Dabei setzen sie diese Daten mit dem Kurs der Aktie in Relation. Wenn dem Fondsmanager die Aktie günstig erscheint, nimmt er sie in sein Portfolio auf. Hat dagegen die Gesellschaften außer einer interessanten Perspektive nichts vorzuweisen, kommt es für ihn nicht in Frage.

Value Fonds – in turbulenten Zeiten im Vorteil

Vor allem in Krisenzeiten zeigt eine derartige strategische Ausrichtung ihre größten Vorteile. Manager von Value Fonds setzen nicht auf Gewinnschätzungen, nicht auf Prognosen und geben nichts auf Wachstumsversprechen. Sie vertrauen ausschließlich auf den inneren Wert einer Aktie.

Bei der Auswahl suchen sie die Titel, deren Kurs unter diesem tatsächlichen Wert liegt. Dabei achten sie beispielsweise auf einen niedrigen Verschuldungsgrad einer Gesellschaft. Und sie legen Wert darauf, in welcher Form die Erlöse erzielt werden. Schlussendlich steht für sie die künftige Ertragskraft des Unternehmens im Fokus.

Damit verkörpern Value Fonds das exakte Gegenteil von Finanzprodukten mit Growth Strategie. Diese stehen immer dann im Vordergrund, wenn wie zu Zeiten des Internet-Hypes zu Beginn des Jahrtausends nach dem fairen Wert einer Aktie kaum gefragt wurde. Nachdem die damalige High-Tech Hausse abgeklungen war, begann die Renaissance der Value Fonds. Heute stehen beide Strategien in etwa gleichberechtigt nebeneinander.

Value Fonds sind auch in der aktuellen Marktphase attraktiv

Auch in der derzeitigen Situation auf dem Finanzmarkt sind Value Fonds für Anleger interessant. Nachdem sich eine Zinswende bei den Anleihen abzeichnet, stellen Bond Fonds zunehmend keine zufriedenstellende Anlageform mehr dar. Denn bei steigenden Zinsen leiden Anleihefonds zunehmend unter Kursverlusten. Mehr noch: Die Manager müssen in ihre Portfolios immer wieder mit teureren neu ausgegebenen Bonds ergänzen. Und das wird sich auch in absehbarer Zeit kaum ändern.

Dadurch entscheiden sind selbst Anleger, die traditionell ausschließlich den Anleihesektor bevorzugen, mehr und mehr für Aktienfonds. Und hier sind es vor allem die Value Fonds, die selbst kritische Privatinvestoren mit mittleren einstelligen Volatilitäten überzeugen. Beispiele hierfür sind der ValueInvest LUX Global A und der First Eagle Amundi International Fund. Die meisten Anleger, die eine Vorliebe für in Value-Fonds entwickelt haben, sind sich bewusst, dass diese Strategie immer wieder mal nur mittelmäßige Renditen bringt.

19. Juli 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt