Das ändert sich für Renter im Jahr 2019

Rente Klötze – Daniela Staerk – shutterstock_499189855

Vier wichtige Änderungen sieht das neue Rentenpaket ab 2019 vor. Von einer Änderung profitieren alle, dafür gibt es mehr Steuerpflichtige. (Foto: Daniela Staerk / Shutterstock.com)

Zum Start des Jahres 2019 ist ein neues Rentenpaket der Bundesregierung in Kraft getreten, das 2018 beschlossen wurde. Die wichtigste Information vorab ist, dass die Altersrente ab Juli 2019 für alle erhöht wird. 3,18 Prozent mehr Rente gibt es ab dem 01.07. für Rentner in den alten Bundesländern und 3,91 Prozent mehr für Rentner in den neuen Bundesländern.

Dies führt dazu, dass mehr Rentnern in 2019 steuerpflichtig werden, da sie den Steuerfreibetrag überschreiten. Dieser liegt in 2019 bei 9.186 Euro – 18.336 Euro sind es für Verheiratete. Mit dieser Erhöhung wird der Rentenwert im Osten von 95,8 Prozent auf 96,5 Prozent des Rentenwerts im Westen angehoben.

Rente 2019: Die Altersgrenze wird weiter angehoben

Weitere Änderungen betreffen die Altersgrenze für die Rente. Für die reguläre Altersrente müssen Erwerbstätige in 2019 65 Jahre und acht Monate alt sein. Alle Versicherten, die 1954 geboren wurden und in 2019 65 Jahre alt werden, sind von dieser Regelung betroffen. Für später geborene steht ein weiterer Anstieg des Eintrittsalters an. 67 ist die anvisierte reguläre Altersgrenze – sie wird im Jahr 2031 erreicht sein.

Vier entscheidende Pfeiler im neuen Rentenpaket ab 2019 gibt es, die für bestehende und künftige Rentner einige Änderungen bringen.

Rente

Diese Vergünstigungen haben Rentner mit dem RentnerausweisFürs Sparen ist man nie zu alt. Der Rentnerausweis bietet zahlreiche Vorteile und Vergünstigungen für Renter. › mehr lesen

1. Neuerungen bei der Mütterrente

Die Mütterrente wird ausgeweitet und verschafft Müttern mit vor 1992 geborenen Kindern zusätzliche Rentenpunkte. Bisher wurden nur zwei Jahre Erziehungszeit anerkannt, mit zwei Rentenpunkten. Einen halben Punkt gibt es seit 2019 extra, sodass Mütter auf 2,5 Punkte und somit 2,5 anerkannte Jahre Erziehungszeit kommen. Alle Mütter von Kindern, die nach 1992 geboren sind, erhalten drei Punkte beziehungsweise drei Jahre Erziehungszeit anerkannt.

2. Garantie des Rentenniveaus bis 2025

Die sogenannte “doppelte Haltelinie” soll garantieren, dass das Rentenniveau bis 2025 nicht unter 48 Prozent sinken wird. Doppelt ist diese Haltelinie deshalb, weil die Bundesregierung zudem garantiert, dass der Beitragssatz zur Rentenversicherung bis 2025 auch nicht über 20 Prozent steigen soll. Sowohl für Rentner als auch für Beitragszahler gibt es dadurch zumindest eine gewisse Sicherheit für einige Jahre. Für 2019 liegt der Beitragssatz bei 18,6 Prozent und darf diesen Wert zwischen 2020 und 2025 auch nicht unterschreiten, um das versprochene Rentenniveau zu sichern.

3. Die Einkommensgrenze für Midijobber steigt

Midijobber sind Beschäftige zwischen einem Minijob mit einem Einkommen von 450 Euro und einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Ab dem 01. Juli 2019 wird die Einkommensgrenze für diese Geringverdiener auf 1.300 Euro angehoben, bis zu diesem Betrag zahlen sie im Rahmen eines Midijobs reduzierte Sozialversicherungsbeiträge. Vor 2019 lag die Verdienstgrenze für diese Vergünstigungen in der Sozialversicherung bei 850 Euro – der Sprung nach oben ist also enorm.

4. Änderungen auch bei der Erwerbsminderungsrente

Seit 2019 werden die Zurechnungszeiten bei der Erwerbsminderungsrente ausgedehnt. Das heißt konkret, dass alle Anträge an die aktuelle Altersgrenze der Rente angepasst werden und davon ausgegangen wird, dass Antragssteller nicht wie bisher bis zum 62. Lebensjahr gearbeitet haben (so lief die Berechnung bis 2018), sondern länger. 2019 sind das 65 Jahre und acht Monate, ab 2031 sind es dann konstant 67 Jahre. Für Antragssteller bedeutet das eine Verbesserung, denn je länger die Zurechnungszeiten sind, desto mehr Leistungen erhalten sie.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.