Das Gröbste ist durch – Volkswagen gibt wieder Gas

Klagen, Rückrufaktionen, Strafzahlungen, Skandale – seit fast zwei Jahren nun kämpft Volkswagen mit Problemen. Die Aktie stürzte 2015 vom Höchststand bei 250 € rapide auf 92 € ab als der Dieselskandal seinen Lauf nahm. Danach konnte sie sich erstaunlich gut auf einem Niveau halten, das grob dem Zeitraum zwischen 2011 und 2013 entspricht, und notiert heute wieder bei über 140 €.

Volkswagen-Aktie bietet Potenzial

Mit diesem Stand erscheint die Volkswagen-Aktie es wert zuzugreifen – trotz aktuell leicht revidierter Gewinnprognosen. Charttechnisch besitzt sie Potenzial bis in den Bereich über 170 €. Noch ist das Papier unterbewertet.

Die ganze Entwicklung ist beachtlich, allein schon in Anbetracht der Kosten, die für Entschädigungen, Straf- und Ausgleichzahlungen bisher angefallen sind. In den USA einigte sich der Konzern mit Klägern und Gerichten auf Zahlungen in Höhe von ca. 25 Mrd. €. Aber noch sind einige Verfahren anhängig.

Die Summe möglicher Zahlungen in anderen Ländern ist nicht genau abzusehen. Weltweit laufen Prozesse, und einige haben noch gar nicht begonnen. Zu den Belastungen aus Straf- und Zivilklagen kommen die Kosten für Autorückkäufe in den USA und die Umrüstungen in Europa.

Neue Störfeuer

Und immer wieder gibt es neue Störfeuer. Hatte Volkswagen bereits über vier Mio. Diesel-Fahrzeuge weltweit und 1,6 Mio. Autos in Deutschland umgerüstet, so wehrt sich der Konzern jetzt wieder gegen die Deutsche Umwelthilfe. Die bestreitet nämlich die Wirksamkeit der technischen Updates und hatte zuvor das Umweltbundesamt verklagt. Dessen Rückrufanordnung sei rechtswidrig. Die Stickstoffemissionen seien weitaus höher als angezeigt.

Erwartungsgemäß reagierte Volkswagen mit einer einstweiligen Verfügung. Die untersagt der Organisation, weiterhin die Wirkungslosigkeit der technischen Updates und damit der Kundendienstleistung zu behaupten. Die Umwelthilfe wiederum bewertet die einstweilige Verfügung als „Eigentor“ von VW, legt Widerspruch ein und wartet auf den Gerichtstermin, von dem sie sich Bestätigung erhofft.

Mehr Gewinn und Dividende

Trotz aller Kosten und derartiger Aktionen, die erneut das Vertrauen in VW trüben, geht es dem Konzern vergleichsweise gut. Auf der Hauptversammlung am 10. Mai durften die Aktionäre erfahren, dass die Erträge anziehen.

Im ersten Quartal dieses Jahres betrug das operative Ergebnis 4,37 Mrd. €. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 3,44 Mrd. €. Der Umsatz stieg um 10,3 % auf 56,2 Mrd. €. Stammaktionäre erhalten eine kräftig erhöhte Dividende von 2 €, Vorzugsaktionäre, deren Aktien im Dax gelistet sind, bekommen nun 2,06 €.

Nach dem soliden Jahresauftakt kann die Volkswagen-Aktie optimistisch bewertet werden. Für Freude sorgt zudem die verstärkte Aktionärs- und Imagepflege des Konzerns. Dazu gehört auch die transparentere Neuregelung der Vorstandsbezüge. Die Grundvergütung wird um 30% angehoben. Dafür soll der VW-Chef höchstens 10 Mio. € jährlich verdienen, und die übrigen Vorstandsmitglieder bis zu 5,5 Mio. €. Bonuszahlungen gibt es künftig nur noch in Ausnahmefällen.


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2. Juni 2017

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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