Das große Italienische Banken-Desaster

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Wahrscheinlich haben Sie mitbekommen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im Sommer 2017 2 italienische Krisen-Banken für gescheitert erklärt hat. Sprich: […] (Foto: Roman Babakin / shutterstock.com)

Wahrscheinlich haben Sie mitbekommen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im Sommer 2017 2 italienische Krisen-Banken für gescheitert erklärt hat.

Sprich: Diese haben die aufsichtsrechtlichen Kapital-Anforderungen verletzt – und das wiederholt.

Wenn Sie sich diesen ganzen Ablauf genau ansehen, dann wissen Sie auch, was auf Sie und Ihr Vermögen zukommen kann.

Italienische Banken in Schieflage

Bei den o. g. Krisen-Banken handelt es sich um die Veneto Banca S.p.A. und die Banca Popolare di Vicenza S.p.A.

Beide Finanz-Institute haben jeweils etwa 500 Filialen und mehr als 5000 Mitarbeiter und eine Bilanzsumme von rund 28 bzw. 34 Mrd. € (im Jahr 2016).

Obwohl die EZB den diesen Geldhäusern Zeit gab neue Kapitalpläne auszuarbeiten, waren sie nicht in der Lage glaubwürdige Lösungen zu schaffen.

Schon seit Längerem wurde versucht diese Banken zu retten, die dafür jedoch rund 6,4 Mrd. € an frischem Kapital benötigen.

Der Versuch, das Geld zunächst bei Investoren locker zu machen, scheiterte.

Doch das war zu erwarten. Warum sollen diese schließlich für die Zeche einstehen, wenn es doch auch anders geht – und sie so ihre Schäfchen im Trockenen halten können?!

Teilrettung durch Staatshilfen

Nun werden die beiden angeschlagenen Banken nach italienischem Insolvenz-Verfahren aufgelöst.

Das soll jedoch voraussichtlich keine erheblichen nachteiligen Auswirkungen auf die Finanz-Stabilität haben. Auch die EU-Kommission stimmte dem Verfahren zu.

Was jedoch nicht an die große Glocke gehängt wird:

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Die Krisen-Banken müssen mit Staatshilfen abgewickelt werden – und das, obwohl die Großbank Intesa Sanpaolo die gesunden Teile übernehmen und dafür lediglich einen symbolischen Preis zahlen will: 1 €.

Wieder einmal müssen die Steuerzahler die Zeche bezahlen

Wissen Sie, was das heißt? Jetzt müssen die italienischen Steuerzahler ran.

Denn sie müssen sozusagen die guten Teile der Banken retten – und das mit 2 Mrd. €; so jedenfalls hieß es zunächst…

Damit bleibt auf den schlechten Teilen der Geldhäuser, den faulen Krediten, Rechtsrisiken und Umbaukosten, der Steuerzahler sitzen.

Aber das ist noch längst nicht alles:

Steuerzahler finanzieren Bad Bank

Die faulen, also riskanten, Kredite der Krisen-Institute sollen in eine sogenannte Bad Bank verschoben werden.

Und diese soll teilweise mit Steuergeldern finanziert werden. Dafür wird die Regierung 5 Mrd. € zuschießen.

Allerdings berichten italienische Medien, dass es sogar 12 Mrd. sein könnten.

Kosten bis zu 17 Mrd. € an Steuergeldern

Wenig später wurde aber klar, dass die Rettung der Veneto Banca S.p.A. und der Banca Popolare di Vicenza S.p.A. den Steuerzahler bis zu 17 Mrd. € kosten kann.

Außerdem übernimmt die Regierung, sprich: ebenfalls der Steuerzahler, Garantien bis zu 12 Mrd. € für faule Kredite.

Nicht zu vergessen: Bereits 2016 wurden über einen Rettungsfonds 3,5 Mrd. € in die Krisenbanken gepumpt!

Und auch die sind mittlerweile weg…


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.