Das macht den Dollar momentan so stark

Die Gründe für die Dollar-Stärke: Eine starke Wirtschaft, steigende US-Zinsen sowie konjunkturbedingte Schwächen anderer Währungen. (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Donald Trump gefällt es nicht, Amerikareisenden ebenso wenig: Der Dollar wird stärker. Dafür freuen sich etwa deutsche Exporteure oder Anleger, die US-Investments halten. Doch der Trend hat seine Kehrseiten. Und gar so neu ist er auch nicht. Neu ist vielmehr, dass die Gründe für die Stärke des Dollar um den Faktor Donald Trump erweitert wurden.

Dollar-Stärke: Gründe und Verlauf

Trump beschwert sich zwar, der Euro werde künstlich schwach gehalten, was den USA schade. Doch auch im Verhältnis zu Japan oder China, die er ebenso anfeindet, gilt: Die Schwäche einer Währung ist nur eine Seite. Die andere ist die Stärke des Dollar selbst. Die Gründe sind und waren schon zuvor eine starke US-Wirtschaft bzw. attraktivere Zinsen.

Das zeigte sich etwa nach Einführung des Euro, als im Jahr 2001 die USA wirtschaftlich noch in Bestlaune waren und die Gemeinschaftswährung sich mit Mühe über 85 US-Cent hielt. Bis 2008 stieg sie dann auf Höchstwerte knapp unter 1,6 US-$ und fiel im April 2014 mit der Eurokrise innerhalb eines Jahres von 1,38 US-$ auf 1,05 US-$. Ähnliche Werte sehen wir auch heute.

Bis 2015 hatte die Notenbank Fed mit massiven Anleihekäufen den Dollar niedrig gehalten und die Wirtschaft angekurbelt. Danach legte die Wirtschaft zu, die Fed kündigte den Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm sowie eine Anhebung der Zinsen an.

Investoren greifen zu

Die Gründe für die neue Dollar-Stärke sind wirtschaftlicher Natur. Letzten Sommer erreichte das Wachstum 3,5 %. Auch wenn es sich bis Ende 2016 auf 1,9 % abschwächte, so beflügelte eine zweimalige Leitzinsanhebung die US-Währung und ließ Investoren in den Dollar flüchten. Und für dieses Jahr wurden drei weitere Zinsschritte angekündigt, um eine Inflation zu begrenzen.

Hinzu kommt, dass Donald Trump mit einer Mischung aus Mega-Investitionen, Steuersenkungen und weniger Regulierungen die Konjunktur zusätzlich anheizen will, was Dollar-Investments noch attraktiver macht. Im Ergebnis hat der Dollar-Index, der den Wert zu anderen wichtigen Währungen anzeigt, seit Sommer letzten Jahres um 4 % zugelegt.


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Abstand zu schwächeren Währungen

Umgekehrt hat der Euro in gleicher Höhe eingebüßt. Die Wirtschaft im Euroraum erholt sich langsamer und die EZB tätigt weiterhin ihre Stützungskäufe, die mit extrem niedrigen Zinsen einhergehen. Das wiederum ist für Investoren weniger attraktiv und schwächt den Euro.

Wesentlich extremer ist das Verhältnis von Dollar zum japanischen Yen. Der ist seit 2013 um gut 20 % abgerutscht. Während bei der EZB das Ende von Nullzinsen absehbar ist, verharrt die Notenbank in Tokio auch weiterhin auf dem Niveau. Mit extrem expansiver Geldpolitik und schuldentreibenden Konjunkturhilfen kämpft Japan seit langem gegen die Deflation.

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Etwas komplexer die Situation beim chinesischen Renminbi. Der hat im letzten Jahr gegenüber dem Dollar so viel verloren wie seit zehn Jahren nicht. Allerdings kämpft Peking an mehreren Fronten. Die Jahre hoher Wachstumsraten sind vorbei und China baut seine Wirtschaft um. Hinzu kommt der Kampf gegen massive Kapitalflucht.

Gewinner und Verlierer nicht immer eindeutig

Das alles gefällt Donald Trump überhaupt nicht. „Der starke Dollar bringt uns um“, sagt er. Klar, denn damit wird allein seine angekündigte Zusatzverschuldung teurer. Andererseits ziehen attraktive Zinsen Investoren an. Und jeder Käufer von US-Staatsanleihen ist ein willkommener Gläubiger. Trumps Problem ist, dass er alles auf einmal will.

Erfreulich ist die starke US-Währung zumindest für die Rohstoffindustrie, die auf Dollarbasis abrechnet. Ebenso für Importeure, die billiger einkaufen. US-Exporteure indes müssen ihre Produkte teurer anbieten. Die europäischen Anbieter wiederum tun sich mit dem günstigeren Euro leichter. Gleichzeitig müssen sie mehr Geld für Rohstoffe, Öl und Benzin ausgeben.

Der Währungsvorsprung hat also in vielerlei Hinsicht eine gegenläufige und teilweise ausgleichende Komponente. Als Privatanleger kann man den Unterschied viel eindeutiger nutzen, und zwar nicht nur in Form von Währungsspekulationen. US-Anleihen bieten weitaus höhere Zinsen. Und wer in ausgesprochene Dividendenaktien investiert, kann Ausschüttungen erwarten, die im Wert deutlich über denen von Euro-Papieren liegen.

Dennoch bleibt ein Währungsrisiko bestehen: Sollte Trump die US-Notenbank zu neuen massiven Anleihekäufen bewegen, könnte der Dollar deutlich verlieren. Der Kampf um seinen Einfluss auf die Geldpolitik hat erst begonnen.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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