Das No-Brexit-Szenario

Der Brexit entpuppt sich als ein riesiges Desaster. Die Politik ist ratlos und legt bereits den Rückwärtsgang ein. (Foto: Zoltan Gabor / Shutterstock.com)

Die FED startet durch, die EZB wartet ab, und in Großbritannien weiß man bis heute nicht, wo vorne und hinten ist. Der Brexit entpuppt sich als ein riesiges Desaster.

Die Politik ist ratlos und legt bereits den Rückwärtsgang ein.

Angesichts der jüngsten Entwicklungen ist nicht Mals klar, ob es tatsächlich zu einem Brexit kommen wird. Großbritannien bemüht sich um Schadensbegrenzung.

Kommt der Brexit doch nicht?

In Europa setzt man dagegen auf eine klare Linie. Im britischen Parlament musste Theresa May zudem eine große Niederlage verkraften. Das Parlament hat sich ein Veto- Recht in der Brexit-Entscheidung gesichert.

Damit entscheidet jetzt das Parlament und nicht mehr die Regierung über den Austritt Großbritanniens aus der EU.

Das plakative Motto von Premierministerin Theresa May „Brexit means Brexit“ läuft Gefahr zu einer leeren Worthülse zu verfallen.

Verhandlungen verlängert

In Brüssel werden dagegen Nägel mit Köpfen gemacht. Mit dem neuen EUAustrittsgesetz soll der Weg für den Austritt Großbritanniens vorbereitet werden.

Die Verhandlungen wurden aber bis Herbst 2018 verlängert.

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Zuletzt musste Großbritannien große Zugeständnisse machen. Beide Seiten sind aber noch weit von einer politischen Lösung entfernt. Alle zentralen Fragen sind noch offen.

Die jetzigen Kompromisslösungen sind allenfalls eine gut formulierte Programmatik. Angesichts der fehlenden Rückendeckung aus Großbritannien könnte die gesamte Entwicklung eine ungeahnte Wendung annehmen.

Dass der Brexit kommt, ist nicht in Stein gemeißelt.

Scheitern trifft die Unvorbereiteten

Sollte die Brexit-Entscheidung revidiert werden, könnte das verheerende Folgen haben.

Die meisten Investoren sind auf dieses Szenario nicht vorbereitet. In der ersten Sekunde würde das britische Pfund deutlich an Wert gewinnen.

Die Folge: Durch die Währungseffekte würde die europäische Wirtschaft mehr nach Großbritannien exportieren können. Die Wirtschaft in Großbritannien würde dagegen stärker unter Druck stehen.

Aufgrund dieser Unsicherheiten sollten Sie von britischen Investments Abstand nehmen.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.