Das sind die Top-Übernahmekandidaten der Halbleiterindustrie

Kaum ist die Übernahme von Qualcomm durch Broadcom vom Tisch, geraten weitere Übernahmekandidaten ins Visier. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Die teuerste Übernahme in der Halbleiterindustrie ist wohl vorerst vom Tisch. Nach dem Veto von US-Präsident Donald Trump hat Broadcom seine 130 Mrd. US-$ teuere Übernahmeoffferte für den US-Chiphersteller Qualcomm zurückgezogen.

Dennoch ist es gut möglich, dass sich der Konsolidierungskurs in der Halbleiterindustrie weiter fortsetzen wird. Darauf deuten auch die jüngsten Transaktionen in der Branche hin. Erst vor wenigen Monaten schnappte sich Marvell Technology den Chiphersteller Cavium für 6 Mrd. US-$, Anfang März gab der US-Halbleiterspezialist Microchip Technology die Übernahme von Microsemi für rund 10 Mrd. US-$ bekannt.

Keine Frage, die Übernahmewelle in der Halbleiterindustrie ist in vollem Gange. Diese Unternehmen gelten noch als weitere Übernahmekandidaten in der Halbleiterindustrie:

Analog Devices (Börsenwert: 33 Mrd. US-$)

Nach der gescheiterten Übernahme von Qualcomm könnte Broadcom nun Analog Devices (ADI) ins Visier nehmen, glauben Wall Street Analysten. Der Grund: Analog Devices ist ein Spezialist für analoge Halbleiter, die häufig in der Kommunikationstechnik und in Bereichen wie der Automobilindustrie, im Gesundheitswesen und anderen industriellen Anwendungen zum Einsatz kommen. Das Geschäft bei Analog Devices lief zuletzt weiter gut, erst im Februar beschloss ADI die 15te Dividendenerhöhung in den letzten 14 Jahren.

Xilinx (Börsenwert: 18 Mrd. US-$)

Nach der Übernahme des Rivalen Altera durch Intel für 16,7 Mrd. US-$ im Jahr 2015, gilt nun der verbliebene Spezialist für programmierbare Logic-Chips (Field Programmable Gata Arrays) Xilinx als heißer Übernahmekandidat. Die Chips (FPGAs) kommen zunehmend in Machine Learning, in komplexen Datenanalyseanwendungen, bei der Videoverarbeitung und in der Gentechnik zum Einsatz. Als möglicher Interessent gilt auch hier Broadcom.

Maxim Integrated Products (Börsenwert: 16 Mrd. US-$)

Die in Kalifornien ansässige Maxim Integrated Products gilt als Spezialist für integrierte Schaltungen, sogenannte ICs. Die Produkte von Maxim kommen in der Automobilindustrie (Batterie-Management), aber auch in Datenzentren und der Beleuchtungsindustrie (LEDs) zum Einsatz. Im Januar wurde berichtet, dass der japanische Chiphersteller Renesas wohl an einer Übernahme von Maxim Integrated interessiert ist – ein Deal ist bislang aber nicht zustande gekommen.

Marvell Technology Group (Börsenwert: 10 Mrd. US-$)

Die in Bermuda ansässige Marvell Technology Group gilt schon länger als heißer Übernahmekandidat in der Halbleiterindustrie. Der Chiphersteller fertigt Speicher- und Kommunikationschips, die unter anderem in Netzwerk-Switches, Router und anderen WLAN-Produkten zum Einsatz kommen. Gleichzeitig mischt Marvell auch im vielversprechenden Markt für sogenannte Solid State Drive (SSD) Controller mit. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die PC- und Server-Industrie in den kommenden Jahren eher auf Flash-basierte SSD-Speicher umsteigen werden – davon könnte auch Marvell profitieren. Als möglicher Übernahmeinteressent wird auch hier immer wieder Broadcom genannt.

Cirrus Logic (Börsenwert: 2,5 Mrd. US-$)

Auch die in Austin/USA ansässige Cirrus Logic fertigt integrierte Schaltungen und gilt als Spezialist für sogenannte Audio-Chips. Diese Chips kommen insbesondere auch in Apple-Produkten zum Einsatz. So überrascht es nicht, dass Apple für mehr als 75 % der gesamten Umsätze von Cirrus Logic verantwortlich zeichnet. Aufgrund der großen Abhängigkeit von Apple glauben Analysten, dass Cirrus Logic einen Partner benötigt, um langfristig im Halbleitermarkt bestehen zu können – eine Fusion mit einem anderen großen Halbleiterkonzern gilt daher als denkbar.

MaxLinear (Börsenwert: 1,6 Mrd. US-$)

Die im kalifornischen Carlsbad ansässige MaxLinear gilt ebenfalls als möglicher Übernahmekandidat im Halbleitersektor. MaxLinear ist ein Spezialist für System-on-Chip (SoC) Lösungen für Breitbandanwendungen, die sehr wenig Strom verbrauchen. Im Vorjahr hatte MaxLinear noch das Heimnetzwerk-Geschäft von Marvell Technology sowie die Forschungs- und Entwicklungsdivision von Marvell in Spanien für 21 Mio. US-$ übernommen – nun gilt MaxLinear selbst als Übernahmekandidat.


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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