Dauer einer Überweisung: Zeitfenster, Arten & Vergleich

Bankautomat – totojang1977 – shutterstock_363549257

Die Dauer einer Überweisung innerhalb Europas ist auf 1, 2 und bei Fremdwährungen 4 Tage begrenzt. Doch oft hängt die Zeit von weiteren Faktoren ab. (Foto: totojang1977 / Shutterstock.com)


Alles über die Dauer einer Überweisung

Definition: Transaktion von Geldern von einem Konto auf ein anderes

Überweisungsarten: einmalige Überweisung, Dauerüberweisung, Terminüberweisung, Blitzüberweisung, Sammelüberweisung

SEPA-Überweisung: Transaktion im einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum

Dauer: SEPA-Überweisung: 1 Bankarbeitstag, zwei Bankarbeitstage in Papierform; Fremdwährungen: vier Tage; weltweit: keine Richtlinien


Überweisungsdauer: Überweisungsarten im Überblick

Definition: Was ist eine Überweisung?

Unter dem Begriff der Überweisung ist die Transaktion von Geldern von einem auf ein anderes Konto zu verstehen. Zu finden ist dieser Vorgang sowohl in privaten als auch in geschäftlichen Bereichen. In welchem Rahmen eine Überweisung stattfindet, ist völlig unterschiedlich. Sie können sowohl innerhalb eines Landes als auch ins Ausland getätigt werden.

Bei der Überweisung ist es wichtig darauf zu achten, dass alle Informationen vorliegen, sodass sie dem entsprechenden Empfänger zugeordnet werden kann.

Überweisungen können in den unterschiedlichen Formen stattfinden. Früher war die Überweisung per Papier, mithilfe eines Überweisungsträgers, typisch. Diese wurde im Laufe der Zeit durch elektronische Möglichkeiten der Überweisung abgelöst. So ist es mittlerweile möglich, online und sogar über das Mobiltelefon Überweisungen zu tätigen.

Dadurch hat sich die Geschwindigkeit immer mehr verbessert. Für SEPA-Überweisungen existieren darüber hinaus gesetzliche Rahmenbedingungen, die maximale Dauer betreffend, die die Möglichkeit der Bank, mit dem Hinauszögern von Überweisungen Geld zu verdienen, einschränken. Die neueste Regelung im SEPA-Bereich, sekundenschnelle Instant Payments, werden zudem von immer mehr Banken angeboten.

Arten von Überweisungen im Überblick

Es gibt unterschiedliche Arten von Überweisungen. Zum einen die einmalige Überweisung. Diese beschreibt eine einmalige Transaktion von Geld von einem Konto auf ein anderes, dessen Empfänger bekannt ist. Eine einmalige Überweisung ist dabei ein aktiver Vorgang und von einem Lastschrifteinzug abzugrenzen.

Neben dieser Form gibt es aber auch noch die Dauerüberweisung. Diese ist auch unter dem Begriff des Dauerauftrags bekannt. Hier wird die Bank bevollmächtigt, regelmäßige Zahlungen an den gleichen Empfänger zu senden. Der Betrag und das Überweisungsdatum sind hierbei festgelegt.

Darüber hinaus gibt es die Sammelüberweisung. Hier gibt der Sender des Geldes der Bank die Berechtigung, eine gleichzeitige Überweisung einer Summe an unterschiedliche Empfänger zu senden.

Abgesehen davon gibt es die Terminüberweisung. Hierbei handelt es sich um eine einmalige Überweisung, die zu einem vorher bestimmten Zeitpunkt von der Bank getätigt wird.

Unter Blitzüberweisung oder Eilüberweisung ist eine Überweisung zu verstehen, die noch am gleichen Tag vollzogen wird. Dies ist in erster Linie dann möglich, wenn Sender und Empfänger des Geldes ihre Konten bei demselben Kreditinstitut haben. Für den Begriff gibt es jedoch keine allgemein verbindliche Regelung, er wird deshalb von verschiedenen Geldinstituten unterschiedlich verwendet.

Dies ändert sich mit der jüngsten Überweisungsmethode, der Echtzeitüberweisung (engl. instant payment). Das Regelwerk wurde Ende 2016 veröffentlicht und trat Ende 2017 in Kraft, seit dem November 2018 gibt es den entsprechende Infrastruktur-Dienst TARGET Instant Payment Settlement (TIPS). Die neue Überweisungsmethode soll rund um die Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen, Zahlungen innerhalb von 10 Sekunden ermöglichen. Laut der Europäischen Zentralbank (EZB) ist kein oberes Limit vorgesehen, die Überweisungskosten sind bis mindestens November 2020 auf € 0,002 pro Transaktion festgelegt.

Überweisungsdauer: Wie lange dauert eine SEPA-Überweisung?

Die SEPA-Überweisung wurde 2014 eingeführt. Innerhalb des Europäischen Handelsraumes soll der Überweisungsvorgang dadurch enorm beschleunigt werden. Innerhalb von einem Bankarbeitstag ist es dank des SEPA-Verfahrens möglich, innerhalb dieses Raumes Geld zu überweisen.

Was ist eine SEPA-Überweisung?

Der Begriff SEPA ist die Abkürzung für den englischen Begriff “Single Euro Payments Area”. Hierbei handelt es sich um einen einheitlichen europäischen Zahlungsraum, der neben den EU-Mitgliedstaaten auch Länder wie Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein umfasst. Mithilfe dieses Verfahrens soll der Prozess der Überweisung innerhalb des Europäischen Zahlungsraumes vereinfacht werden. Das SEPA-Verfahren lässt sich mit jedem beliebigen Konto durchführen. Nötig hierzu ist lediglich der individuelle BIC und die IBAN, die die alte Bankleitzahl und Kontonummer ersetzen.

Der BIC (Business Identifier Code) ist ein weltweit einzigartiger Code, der für eine bestimmte Bank steht und aus 8 bis 11 Stellen besteht, wobei die ersten vier für das Kürzel der Bank, die folgenden zwei für den Ländercode, und die nachfolgenden zwei für den Standort bestimmt sind. In den optionalen Stellen neun bis elf kann eine bestimmte Zweigstelle angegeben werden. Die IBAN (International Bank Account Number) hat 20 Stellen, die sich wie in der folgenden Grafik dargestellt zusammensetzen.

Rechtliche Rahmenregeln geben Dauer einer Überweisung vor

Wie lange eine Überweisung dauern darf, ist gesetzlich geregelt. Die Dauer hängt dabei von der Art der Überweisung ab. Autorisiert man eine Überweisung online, muss sie innerhalb eines Bankarbeitstages auf dem Konto des Empfängers eingegangen sein. Dieser zeitliche Rahmen gilt nicht nur für Überweisungen innerhalb Deutschlands, sondern schließt den gesamten Europäischen Zahlungsraum (SEPA) ein.

Wird die Überweisung in Papierform angewiesen, hat das Bankinstitut zwei Bankarbeitstage Zeit, das Geld auf das Konto des Empfängers zu schieben. Der Grund hierfür liegt darin, dass der Überweisungsträger erst eingelesen werden muss. Dies entspricht einem deutlich höheren Verwaltungsaufwand. Dementsprechend räumt das Gesetz hier einen längeren Bearbeitungszeitraum ein.

Wie lange dauert die Überweisung von Fremdwährungen?

Werden Beträge in Fremdwährungen überwiesen, wird den Banken ein Zeitraum von vier Bankarbeitstagen zur Verfügung gestellt, um das Geld bei dem Empfänger gutzuschreiben. Dieser Zeitraum gilt allerdings nur für Überweisungen in Fremdwährungeninnerhalb des SEPA-Raumes, wie zum Beispiel Großbritannien.

Handelt es sich aber um Überweisungen außerhalb des Europäischen Zahlungsraumes, gibt es keine gesetzlichen Vorgaben bezüglich der Überweisungsdauer.

Rahmenbedingungen für Daueraufträge & Sammelüberweisungen

Für Terminüberweisungen und Daueraufträge gelten dieselben Fristen. Bei einem Dauerauftrag ist allerdings zu beachten, dass das Ausführungsdatum auf Wochenenden fallen kann und sich der Zahlungseingang dadurch verspätet. Dementsprechend bieten sich Daueraufträge nicht in jedem Fall an.

Bankautomat – totojang1977 – shutterstock_363549257

Beleghafte Überweisung oder Online-BankingDie beleghafte Überweisung beschreibt das Überweisen per Überweisungsschein. Allerdings bringt diese überwiegend Nachteile mit sich.  › mehr lesen

Es ist in einigen Fällen möglich, mit der Bank zu vereinbaren, dass die Überweisung unter solchen Umständen einige Tage zuvor freigeschaltet wird, um Zahlungsverzögerungen zu vermeiden.

Was ist ein Bankarbeitstag?

Ein Bankgeschäftstag entspricht nicht einem Werktag. Geschäftstage der Bank betreffen nur den Zeitraum von Montag bis Freitag. Daher kann es bei Überweisungen, die freitags eingehen, zu Verspätungen kommen.

Auch hinsichtlich der Feiertage ist zu beachten, dass nicht jeder gesetzliche Feiertag einer Verzögerung gleichkommt. Darüber hinaus gibt es zusätzliche Bankfeiertage, die bei den Kreditinstituten für Verzögerungen führen können.

Vertragliche Fristen beachten

Überweisungsfristen sind gesetzlich geregelt. Verankert sind sie im Überweisungsgesetz und im Bürgerlichen Gesetzbuch. Zusätzlich sind die entsprechenden Fristen in den geschäftsinternen Bedingungen vermerkt.

Die Überweisungsfrist beginnt zu dem Zeitpunkt, an dem der Überweisungsträger dem Bankinstitut vollständig ausgefüllt vorliegt. Ab dann liegt es im Zuständigkeitsbereich der Bank, die Frist einzuhalten. Eine Ausnahme wird gebildet, wenn der Bankschalter bereits geschlossen ist. Dann beginnt die Frist am nächsten Bankarbeitstag.

Wie läuft eine SEPA-Überweisung ab?

Grundlegend für eine SEPA-Überweisung sind die IBAN und die BIC. Diese Kennungen sind die internationalen Äquivalente zu der Kontonummer und der Bankleitzahl. Die Informationen dienen dazu, Sender und Empfänger innerhalb des Wirtschaftsraumes zu lokalisieren und die Transaktion möglich zu machen.

Um eine SEPA-Überweisung durchzuführen, wird der Überweisungsauftrag vom Sender ausgefüllt, unterschrieben und der Bank überreicht. Nach Überprüfung der Daten Seitens der Bank, wird der Auftrag durch eben diese ausgeführt.

Dauer einer Überweisung: Europa & weltweit

Zwischen der Überweisungsdauer innerhalb Europas und der Überweisungsdauer weltweit gibt es einige Unterschiede. Während für Europa gesetzlich festgeschriebene Fristen existieren, sind diese in den restlichen Ländern nicht zu finden. So kann es durchaus noch vorkommen, dass Überweisungen ins weltweite Ausland einige Tage brauchen.

Welche Überweisungsfristen gelten für Europa?

Die Überweisungsfristen von einem bzw. zwei Banktagen für eine SEPA-Überweisung beziehen sich auf die gesamte Europäische Union, nicht nur auf Deutschland. Neben der Europäischen Union greifen die Fristen auch für den Europäischen Wirtschaftsraum.

Handelt es sich um Überweisungen in einer anderen Währung, können die Fristen abweichen. Bevor die Überweisung getätigt wird, muss das Kreditinstitut erst eine Umrechnung vornehmen. Aufgrund dieses Mehraufwandes wird der Bank eine Frist von vier Bankarbeitstagen eingeräumt.

Wie lange dauert eine weltweite Überweisung?

Bei Überweisungen außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes sind keine festen Fristen vorgegeben. Diese schwanken je nach Bank und Empfängerland teilweise dramatisch.

Durch das SEPA-Verfahren wurden auch die weltweiten Überweisungsgänge schon wesentlich beschleunigt. Allerdings gibt es keine festen Fristen, innerhalb derer die Transaktion stattgefunden haben muss. So gibt es durchaus noch Überweisungen, die einige Tage bis zu einer Woche regulär benötigen.

Dauer einer Überweisung: Störfaktoren & Tipps für schnellere Bezahlung

Es gibt unterschiedliche Gründe, weshalb sich ein Überweisungsvorgang verzögern kann. Einige dieser Gründe lassen sich vermeiden, während andere nicht beeinflussbar sind. Allerdings gibt es auch ein paar Tipps, mit denen man sicher sein kann, dass die Überweisung zum entsprechenden Zeitpunkt beim Empfänger ankommt.

Typische Gründe, warum eine Überweisung länger dauert

Ein typischer Grund für eine Überweisungsverzögerung kann darin liegen, dass der Auftrag erst nach Annahmeschluss (Cut-off-Frist) erteilt wurde. In diesem Fall erfolgt die Überweisung erst am nächsten Geschäftstag.

Zu mehr als einem Tag der Verzögerung kann es dann kommen, wenn zwischen der Abgabe des Überweisungsträgers und der Einbuchung ein Wochenende und/oder Feiertag liegt. In einem solchen Fall sind Verzögerungen von mehreren Tagen denkbar.

Konto bei derselben Bank beschleunigt Überweisung

Haben Sender und Empfänger ihre Konten bei derselben Bank, beschleunigt dies den Überweisungsvorgang. In einem solchen Fall ist es möglich, dass das Geld direkt umgebucht wird und der Empfänger so unmittelbaren Zugriff darauf erhält.

Die unterschiedlichen Geldinstitute setzen hier aber verschiedene Maßstäbe an. Es kommt zusätzlich darauf an, ob von einem eigenen Konto auf ein anderes eigenes Konto ein Betrag umgebucht oder ob eine Überweisung auf ein anderes Konto beantragt wird.

Was tun, wenn eine Überweisung nicht ankommt?

Trotz der diversen Möglichkeiten und immer weiter ausgebauten Systemen im Zuge der Überweisung, kann es dazu kommen, dass Überweisungen nicht beim Empfänger eingehen. Ist die Überweisung auch nach mehreren Bankarbeitstagen nicht beim Empfänger eingegangen, sollte der Sender sichan seine Bank wenden, um abzuklären, worin die Ursache des Problems liegt.

Ein möglicher Grund liegt in einem solchen Fall darin, dass die Überweisung nicht bei der Bank eingegangen ist und dementsprechend nicht verbucht werden konnte. Es wird dann so verfahren, dass eine neue Überweisung eingereicht und der Vorgang noch mal abgewickelt wird.

Außerdem ist es ratsam zu kontrollieren, bis zu welchem Zeitpunkt der Überweisungsvorgang abgewickelt wurde. Wurde die Transaktion im Online-Banking durchgeführt, könnte ein mögliches Sicherheitsleck Grund für das Ausbleiben der Überweisung sein.

Es ist aber auch möglich, dass die Kontodaten des Empfängers nicht fehlerfrei eingegeben wurden. Ob die Bank oder der Sender selbst dafür verantwortlich sind, kann nicht nachvollzogen werden. Ist das Geld aber an den falschen Empfänger überwiesen worden, kann es durch die Bank wieder zurückgebucht werden.

Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass es für Überweisungen rechtliche Rahmenbedingungen gibt. SEPA-Überweisungen im europäischen Wirtschaftsraum dürfen beispielsweise in Euro nie länger als zwei Bankarbeitstage benötigen. Erst bei Fremdwährungen oder Überweisungen in die restliche Welt verändert sich die Dauer einer Überweisung. Mit Instant Payment und durch innovative Zahlungssysteme von Start-ups ist aber viel frischer Wind auf dem Markt. Die Überweisungsdauer wird dies zukünftig weiter beschleunigen.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.