Invest Messe Stuttgart, von 05. bis 06. April 2019

Dax Ausblick 2019: Der Start war besser als befürchtet

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Nach dem deutlichen Minus zum Jahresabschluss ist Dax Ausblick für Anfang 2019 vergleichsweise positiv - viele Aktien haben Aufholpotenzial. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Das drohende Chaos beim Brexit, die schwelende Schuldenkrise Italiens, der Handelsstreit zwischen den USA und China – die Reihe von Sprengsätzen macht eine Prognose zur Entwicklung der Aktienmärkte schwieriger als ohnehin. Alles ist im Fluss. Und der Ausblick auf den Dax 2019, zumindest zu Anfang des Jahres, ist seit den ersten Tagen des Jahres schon nicht mehr so negativ wie noch kurz nach Weihnachten.

Unerwartete positive Signale

War der Dax am 27. Dezember auf 10.304 Punkte gefallen, um dann 2018 mit einem Minus von über 17,5 % abzuschließen, so zeigte er nach Jahreswechsel nach oben und nahm Kurs auf die Marke von 11.000 Punkten. Hatte Italien bereits im Haushaltsstreit mit der EU eingelenkt, so zeigten sich auf einmal versöhnlichere Signale der Kontrahenten USA und China. Mit einem prompten Plus von 4 % zählte etwa der Chiphersteller Infineon zu den ersten Gewinnern im Dax. Der Ausblick auf 2019 hellte sich zu Anfang des Jahres auch für die Autohersteller auf.

Grund waren Verhandlungen über ein Abkommen, das Trumps Zollkonflikt mit der EU beenden könnte. Drohende Importzölle von 25 % auf Autos scheinen damit zunächst vom Tisch. Aktien von BMW, Daimler und VW zogen bis zu 3,1 % an. Das Sorgenkind Continental schaffte sogar rund 4 %. Auch das gebeutelte Papier von Bayer lag nach einem Teilerfolg im Gerichtsstreit wegen Monsanto-Patenten mit über 2,2 % im Plus.

Nachholpotenzial deutscher Aktien

Hat sich die ausgefallene Jahresendrally von 2018 lediglich verschoben? Zumindest sind zahlreiche Aktien im Dax deutlich unterbewertet. Mussten sie seit Mitte letzten Jahres gehörig einstecken, besteht offensichtlich Nachholpotenzial – was den Ausblick auf die ersten Monate 2019 freundlicher gestaltet, als bislang angenommen.

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Dazu passen auch die jüngsten Bankumfragen unter unabhängigen Vermögensverwaltern. Im Ergebnis kann von Pessimismus keine Rede sein. Die Hälfte der Befragten hält deutsche Aktien für generell unterbewertet, die andere Hälfte für fair bewertet. Mit einem Abwärtstrend rechnen nur 13 %, mit einem Aufwärtstrend 25 % und der Rest geht vorsichtig von einer Seitwärtsbewegung aus. Vorsicht ist allein schon wegen der ungelösten Problems Brexit angesagt.

Zudem wurden die Gewinnprognosen der Unternehmen mittlerweile nach unten korrigiert. Dafür wiederum ist absehbar, dass die 2019 anstehenden Dividenden in Rekordhöhe für etwas Auftrieb sorgen dürften. Bei eventuell wieder fallenden Handelshürden wird sich auch zeigen, dass die Weltwirtschaft generell noch intakt ist. Anders als verbreitet befürchtet, wird auch eine drohende Rezession in den USA nicht so schnell durchschlagen.

Positiver Ausblick für den Dax zu Anfang 2019

Die Liquiditätsversorgung der US-Wirtschaft mit Geld und Krediten spricht dagegen. Mit einer Eintrübung wird eher gegen 2020 gerechnet. Das bedeutet, dass sich Anleger im Vorfeld, also in der zweiten Jahreshälfte darauf einstellen dürften. Bis dahin sollten die Vorgaben der US-Märkte für den Dax stabil bleiben. Wobei auch nicht klar ist, ob es sich um ausgewachsenen Abschwung oder eher um eine Abschwächung handeln wird.

Vorbehaltlich der Überraschungen in Sachen Brexit ist der Ausblick für den Dax 2019 zumindest mit Blick auf die ersten beiden Quartale vergleichsweise positiv.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.