Dax-Dividenden 2019: Weniger Anhebungen aber attraktiv

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Auch 2019 sind Dividenden im Dax attraktiv, trotz des holprigen Vorjahres. Endlich schütten wieder alle Konzerne aus – zwei Drittel erhöhen. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Aktiendividenden sind ohnehin attraktiv und angesichts der seit Jahren mickrigen Sparzinsen umso interessanter. Sie stellen nicht nur ein willkommenes Nebeneinkommen dar, sondern zugleich eine Art Ersatzzins. Obendrein entschädigen sie bei einer weniger dynamischen Kursentwicklung.

Dax 2019: Dividenden zahlen diesmal alle Konzerne

Nach den Rekordausschüttungen der vergangenen Jahre richtet sich der Blick auf die kommenden Dividenden im Dax. 2019 allerdings wird es nicht mehr so viele Anhebungen geben – das letzte Jahr lief ab der zweiten Hälfte holprig und war von zahlreichen Gewinnwarnungen geprägt. Nach 25 Aktien mit Dividendenanhebungen 2018 ist nun eher mit 20 zu rechnen. Der Rest wird allenfalls stabile Ausschüttungen zahlen. Zumindest gibt es 2019 im Dax kein Unternehmen mehr ohne Dividende.

Obwohl die Dividenden der meisten Konzerne schon weitgehend bekannt sind, so stehen sie letztlich erst mit der Hauptversammlung (HV) fest und werden gleich anschließend ausgeschüttet. Die diesjährige Dividendensaison streckt sich bis in den Juni. Dax-Neuling Wirecard wird das Schlusslicht sein und eine Dividendensteigerung um 11,1 % auf 0,20 Euro verkünden.

Die Hauptversammlungen von Siemens, Infineon und ThyssenKrupp sind bereits gelaufen. Siemens zahlt mit 3,80 Euro 2,7 % mehr, Infineon steigert um 10 % auf 0,28 Euro und ThyssenKrupp bleibt mit 0,15 Euro pro Aktie unverändert.

Die höchsten Steigerungen gibt es bei Eon mit plus 43,3 %, RWE mit 40 % und VW mit 27,8 %. Die besten Zahler sind die Allianz, die ganze 8,90 Euro pro Aktie ausschüttet, gefolgt von VW mit 5,06 Euro und Continental mit 4,5 Euro. Und wer die höchsten Dividendenrenditen sucht, wird bei Daimler mit 6,40 %, BMW mit 5,50 % und Eon mit 5 % fündig.

Nicht von Dividendenrenditen blenden lassen

Insgesamt können sich die Dividenden im Dax 2019 sehen lassen. Sie halten Anleger bei Laune und sind nicht unverantwortbar hoch. Als Dividendensammler sollte man sich aber von der Dividendenrendite allein nicht blenden lassen. Sie ist keine feste Größe, sondern ein prozentualer Wert, der sich auf den Kurs einer Aktie bezieht. Mit der Kursabhängigkeit unterliegt sie Schwankungen.

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Deshalb wird die Dividendenrendite in seriösen Aktienporträts oder Vergleichstabellen meist unter Vorbehalt als erwartete Dividendenrendite dargestellt: Dividendenrendite e. Der Kurs wird geschätzt, weil er sich bis zum Zeitpunkt der HV natürlich nicht vorhersagen lässt. Doch Vorsicht: Selbst die Schätzung folgt unterschiedlichen Ansätzen. Teils wird der Kurs zum Tag der Veröffentlichung zugrunde gelegt, teils ein rollierender Kurs, ausgehend vom Schlusskurs des vorangegangenen Jahres.

In der Regel sind ausgewiesene Dividendenrenditen zwar ein erster Anhaltspunkt, dennoch ist ein Blick hinter die Kulissen wichtig. So ist selbst ein erfreulich hoher Wert mitunter ein Warnsignal. Gibt nämlich die Aktie zugleich kräftig nach, kann der Grund in schlechten Geschäftsaussichten liegen. Die anstehende Ausschüttung, die aus dem Ergebnis des abgelaufenen Jahres resultiert, spiegelt die Vergangenheit, nicht aber die Zukunftsperspektiven.

Kontinuierliches Wachstum wichtiger

Steuert ein Unternehmen auf eine Krise zu, kann die nächste Dividende durchaus entfallen. Dann wird eine schöne Dividendenrendite schnell zur Makulatur. Eine Beschäftigung mit den Fundamentaldaten ist also unerlässlich, wobei auch die Historie aufschlussreich ist. Idealerweise zeigt sich über Jahre hinweg ein kontinuierliches Dividendenwachstum bei gleichfalls steigenden Gewinnen und geringen Kursschwankungen.

Üblicherweise sind es gerade die dividendenstarken Aktien, die weit weniger schwanken als solche ohne Ausschüttung. Dividenden sind ein wichtiger Teil der Unternehmensstrategie. Sie versprechen Kontinuität und stehen für positive Werte bei Ertrag, Eigenkapital und Cashflow.

Wer 2019 noch Dividenden mitnehmen will, sollte sich dringend um die HV-Termine kümmern. Geld gibt es nur, wenn die Aktie am Stichtag im Depot ist. Es empfiehlt sich schon früher zuzusteigen, weil die Papiere gewöhnlich im Vorfeld zulegen. Auch nach der Auszahlung sollte man mit dem Verkauf zuwarten bis sich die Aktie vom üblichen Dividendenabschlag wieder erholt hat.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.