Deflation – wenn Ursachen zu Folgen werden

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Zu den Ursachen von Deflation zählen technischer Fortschritt und fehlende Nachfrage. Sie können aber auch zu ihren Folgen werden. (Foto: newroadboy / Shutterstock.com)

Im Zuge einer Deflation fallen die Preise von Gütern und Dienstleistungen einer Volkswirtschaft.

Um das allgemeine Preisniveau zu ermitteln, betrachtet man Güter und Dienstleistungen, die man innerhalb eines repräsentativen Warenkorbs unterschiedlich gewichtet.

Darunter befinden sich zum Beispiel Nahrungsmittel, Einrichtungsgegenstände und Restaurantpreise.

Es gibt auch die sogenannte Teildeflation, bei der nur in bestimmten Bereichen – wie zum Beispiel dem Automobilbereich – die Preise sinken.

Eine Ursache der Deflation: technischer Fortschritt

Die Ursachen einer Deflation können unterschiedlicher Art sein.

Auf der Angebotsseite kann man Deflation unter Anderem durch Fortschritt und Produktivitätssteigerungen erklären.

Im IT-Bereich, in der Unterhaltungselektronik oder auch bei Handys sinken die Preise schon seit Jahrzehnten.

Schließlich lassen technische Neuerungen aktuelle Produkte schnell auf einem alten Stand erscheinen und die Produktionstechniken entwickeln sich schnell weiter.

Deflation – die Ursache kann auch mangelnde Nachfrage sein

Die Ursachen von Deflation können aber auch auf der Nachfrageseite liegen.

So können Haushalte, Unternehmen, der Staat oder auch das Ausland weniger Waren und Dienstleistungen nachfragen. Und bei geringerer nachgefragter Menge sinken bekanntlich die Preise.

Deflation kann auch die Ursache haben, dass die Zentralbank die Geldmenge verringert.

Außerdem können Unternehmen auch von selbst die Preise senken, wenn sie sinkende Nachfrage erwarten oder auch einfach, um ihre Konkurrenten zu unterbieten.

Die Gefahr der Deflationsspirale

Dabei kann es leicht zu einer Deflationsspirale kommen – Deflation führt dann zu weiterer Deflation.

Wenn nämlich die Preise fallen, können Haushalte und Unternehmen dazu tendieren, weniger Geld auszugeben – eben, weil sie fallende Preise erwarten.

Dadurch sinkt die Nachfrage weiter, was wiederum das Preisniveau drückt.

Zudem führen sinkende Preise dazu, dass Geld – im Vergleich zu einer Güter- oder Dienstleistungseinheit – mehr wert ist.

Deflation kann zur Insolvenz führen

Deswegen belasten dann aber auch Schulden mehr. Gleichzeitig ist das mit den Schulden eventuell erworbene Gut weniger wert.

Können Unternehmen deshalb ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen, kommt es möglicherweise zur Insolvenz.

Geht ein Unternehmen bankrott, verlieren deren Arbeitnehmer ihren Job.

Sie haben weniger Geld zur Verfügung. In jedem Fall sind sie stark verunsichert, was ihre Zukunft angeht – selbst wenn sie Arbeitslosengeld in Höhe ihres Lohns beziehen.

Die Deflation verstärkt sich: Haushalte und der Staat geben weniger aus

Deswegen konsumieren Haushalte dann tendenziell weniger und sparen mehr. Die Nachfrage sinkt also noch weiter und mit ihr das Preisniveau.

Bei höherer Arbeitslosigkeit nimmt der Staat zudem weniger Steuern ein. Seine Ausgaben sinken tendenziell – was wiederum eine Ursache für sinkende Nachfrage und Deflation ist. Dadurch, dass die Wirtschaftsakteure weniger nachfragen, ist es für Unternehmen natürlich noch schwieriger, ihre Produkte zu verkaufen.

Sie senken ihre Preise, es kommt also zu erneuter Deflation, was wiederum zu weiterer Insolvenz, Arbeitslosigkeit und Deflation führen kann.

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Lisa Louis
Von: Lisa Louis. Über den Autor

Lisa Louis ist freie Journalistin in Paris. Sie hat internationale Volkswirtschaftslehre in Deutschland und Frankreich studiert. Mit ihrem Wissen hilft Sie Lesern bei grundsätzlichen Fragen der Geldanlage und der Privaten Vorsorge.