Depot eröffnen: Worauf müssen Anleger achten?

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Hohe Kosten schmälern die Rendite. Wer ein Depot eröffnen will, sollte daher einiges beachten und eher auf Direkt- als auf Filialbanken zurückgreifen. (Foto: Tzido Sun / shutterstock.com)

Sowohl bei einer Filialbank als auch Online können Anleger ein Depot eröffnen. Ein Depot wird benötigt, um mit Wertpapieren wie Aktien, ETFs oder Fonds zu handeln. In Zeiten niedriger Zinsen ist es so möglich, Kapital aufzubauen und von guten Renditen zu profitieren.

Das Angebot an Depots ist groß und für Anleger, die sich erstmalig mit diesem Thema beschäftigen, ist es schwer einen Überblick zu bekommen. Dabei sollten Anleger zunächst einmal entscheiden, ob sie ihr Depot bei einer Filial- oder bei einer Direktbank eröffnen wollen.

Depot eröffnen bei einer Direkt- oder Filialbank? Vor- und Nachteile

Vorteile Filialbank:

  • Es ist ein Ansprechpartner vor Ort verfügbar, der bei Fragen helfen kann.
  • Menschen, die mit dem Internet nicht vertraut sind, könnten bei einer Filialbank besser aufgehoben sein.

Nachteile Filialbank:

  • Die Kosten bei der Eröffnung eines Depots bei einer Filialbank sind deutlich höher als bei einer Direktbank.
  • Wer im Schnitt 25.000 in seinem Depot liegen hat und fünf bis zehn Transaktionen pro Jahr durchführt, zahlt bei einer Filialbank gerne mal mehr als 500 Euro pro Jahr mehr als bei Direktbanken. Dies schlägt sich natürlich auf die Rendite nieder.

Vorteile Direktbank:

  • Das Handeln über eine Direktbank ist deutlich günstiger in der Führung.
  • Die Eröffnung des Depots ist schnell und unkompliziert möglich.
  • Die Verwaltung erfolgt flexibel und direkt durch den Anleger am heimischen Computer oder Smartphone.

Nachteile Direktbank:

  • Der Handel ist nur Online möglich.
  • Der Umgang mit der Plattform muss erlernt werden.
  • Kein persönlicher Ansprechpartner bei Fragen oder Problemen verfügbar (meist nur telefonisch).
  • Keine Beratung verfügbar, Anlageentscheidungen müssen eigenständig gefällt werden.

Depot eröffnen: Direktbanken mit günstigem und guten Service – Beispiele

AnbieterGebührenBesonderheiten
Comdirect
  • Drei Jahre kostenlose Depotführung, anschließend 1,95 Euro pro Monat
  • Inlandsorder: 4,90 Euro + 0,25 Euro des Ordervolumens
  • Auslandsorder: 7,90 Euro + 0,25 Euro des Ordervolumens
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  • Live-Trading möglich
  • Zugriff auf 40 Auslandsbörsen
  • breitgefächertes Wertpapierangebot
  • Rabatte auf das Orderentgelt für Viel-Trader
  • 36 Monate Orderflat möglich
OnVista
  • Keine Depotgebühr
  • Inlandsorder: 3,99 Euro Festpreis für sechs Monate
  • Auslandsorder: 0,22 Prozent des Transaktionsvolumens
  • breites Angebot an neun nationalen und drei internationalen Börsen sowie außerbörslicher Handel
  • zwei Depot-Modelle zur Auswahl: Freebuy oder Festpreis
  • keine Mindesteinlage
Consorsbank
  • Keine Depotgebühr
  • Inlandsorder: 4,95 Euro + 0,25 Euro des Ordervolumens
  • Auslandsorder: 19,95 Euro + 0,25 Euro des Ordervolumens
  • Kostenlos nutzbare Watchlist, Echtzeitkurse und Zugriff auf Online Archiv
  • Keine Zusatzgebühren im außerbörslichen Handel über bestimmte Partner
CapTrader
  • keine Depotgebühr
  • Inlandsorder: XETRA 0,10 Euro
  • Auslandsorder: USA 0,01 Euro/Aktie
  • hohe Mindesteinzahlung bei Depoteröffnung nötig (mind. 2.000 USD oder Euro)
  • kostenloses Demokonto
  • Zugriff auf 1,2 Mio. Finanzprodukte
  • keine Abgeltungsteuer

Auf kostenlose Depotführung sowie niedrige Orderkosten achten

Wer plant, häufig zu handeln und sein Depot regelmäßig umzuschichten, der sollte auf niedrige Ordergebühren oder eine Order-Flatrate wie zum Beispiel bei Comdirect oder OnVista achten. In vielen Vergleichsberichten schneidet insbesondere die Comdirect regelmäßig positiv ab – diese Direktbank bietet neben einem Demokonto zahlreiche Vorteile für den Handel mit Wertpapieren.

Da es so viele Anbieter gibt, die keine Depotgebühr verlangen, empfiehlt es sich, auf eines dieser kostenlosen Angebote zurückzugreifen. So kostet der Online Broker der Sparkassen-Finanzgruppe zum Beispiel 3,99 Euro im Monat und teure 6,57 Euro + 0,25 Euro des Kurswerts für jede Inlandsorder. Diese hohen Gebühren verringern die Rendite.

Wer langfristig anlegen will, sollte auch unbedingt auf die Verfügbarkeit von Fonds und Fondssparplänen achten. Weitere wichtige Kriterien sind ein breites Handelsangebot und die Verfügbarkeit ausländischer Wertpapiere für eine möglichst breite Streuung. Die Einlagensicherung im Falle einer Insolvenz des Kreditinstituts sollte ebenfalls geprüft werden, denn Banken unterliegen dem EU-Recht und sichern Einlagen bis 100.000 Euro gesetzlich ab. Für einen höheren Schutz bieten einige Anbieter eine zusätzliche Sicherung über ihre Mitgliedschaft im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken an.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.