Depot im Urlaub: Ohne Sorgen an den Strand

Fallende Kurse - und man kann nicht gegensteuern? Das kann Anlegern nicht passieren, die ihr Depot urlaubsfest gemacht haben. (Foto: Jirapong Manustrong / Shutterstock.com)

Die schönsten Wochen des Jahres sind dazu da, einmal so richtig abzuschalten. Das geht aber nicht, wenn man an eine nicht abgeschaltete Herdplatte in der eigenen Küche denkt. Ganz ähnlich verhält es sich auch bei den Sorgen um ein Depot, das man ohne jede weitere Überprüfung während der Sommerferien unbeaufsichtigt gelassen hat.

Börsencrashs und schlechte Nachrichten brechen für gewöhnlich aus heiterem Himmel über Investoren herein. Daran ist kaum etwas zu ändern. Was man jedoch selbst in der eigenen Hand hat, ist die notwendige Sorgfalt beim Umgang mit seiner Anlagestrategie. Und das bedeutet, dass ein Anleger vor der Abreise in die Ferien seine Investments checkt und auf diese Weise sein Depot urlaubsfest macht.

Das Depot urlaubsfest machen: Tipps für einen sorgenfreien Urlaub

Wer auf der Liege am Pool seines Ferienhotels im Wirtschaftsteil seiner Zeitung von daheim keine unliebsamen Überraschungen erleben möchte, sollte im Vorfeld der Reise sein Depot in Ruhe und nüchtern durchforsten. Etwas, was Anleger ohnehin von Zeit zu Zeit tun sollten.

Beispielsweise sollten Papiere verkauft werden, die schon einen guten Gewinn gemacht haben und deren Bewertungen aus diesem Grunde weniger erfolgversprechend erscheinen. Daneben sollten sich Anleger von den Titeln trennen, die ein erhöhtes Risiko aufweisen. Denn diese erfordern einen erhöhten Betreuungsaufwand, da diese als besonders schwankungsanfällig gelten.

Selbst „ans Herz gewachsene“ Aktien oder Fonds, die in der Vergangenheit eine besonders gute Performance gezeigt haben, sollten einer Neubewertung unterworfen werden. Allerdings empfiehlt es sich in den seltensten Fällen, gleich das gesamte Depot aufzulösen – hierbei könnten die anfallenden Transaktionskosten einen möglichen Vorteil ins Gegenteil verkehren.

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Stop-Loss-Orders: eine geniale Form der Absicherung

Eine smarte Form, ein Depot urlaubsfest zu machen, ist das Setzen von so genannten Stop-Loss-Orders. Eine solche Stop-Loss-Order wird wie ein normaler Wertpapier-Auftrag erteilt. Hiermit können Anleger einen Kurs unterhalb der derzeitigen Notierung bestimmen, bei dem ein Auftrag für den Verkauf des entsprechenden Wertpapiers ausgelöst werden soll.

Wenn der Titel auf dieses Kursniveau fällt, verwandelt sich die ehemalige Stop-Loss-Order ohne weiteres Zutun in eine Verkaufsorder. Anleger können so besonders effizient Gewinne absichern und Verluste in Grenzen halten.

Je nach Schwankungsanfälligkeit der Aktie oder des Fonds, sollten eine Stop-Loss-Order 10 bis 20 % unterhalb des aktuellen Kurses gewählt werden. Ein großer Vorteil von Stop-Loss-Orders sind die relativ niedrigen Kosten. Eine mögliche Alternative für Anleger wäre eine Depotvollmacht an eine Vertrauensperson.

Eine solche Maßnahme sollte jedoch wohl durchdacht sein, da sie keinesfalls richtige Anlageentscheidungen garantiert. Wer möchte schon am Ende des Urlaubs möglichen Gewinnen oder noch schlimmer heftigen Verlusten hinterher trauern – und vielleicht sogar noch einen guten Freund verloren haben.


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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.