Der Euro wird nicht ewig bestehen

Heute wird immer klarer, dass die Kunstwährung „Euro“ langfristig nicht funktionieren kann. Wie sehr versessen die Politik indes nach wie vor auf den Euro ist, sehen Sie hieran:

Der Euro-Mitbegründer und jetzige EU-Präsident Jean-Claude Juncker erklärte Anfang April 2012, dass der Euro „ewig existieren“ werde.

Solche Äußerungen erinnern schon an den ehemaligen SED-Parteichef Erich Honecker, der nur wenige Wochen vor dem Fall der Mauer erklärte, dass die Mauer noch 100 Jahre stehen werde.

In beiden Fällen wollen es sich die Begründer eines Systems nicht eingestehen einen Fehler gemacht zu haben, und dass deren Errungenschaften schon vor dem Ende stehen.

Doch warum ist der Euro zum Scheitern verurteilt?

1999 wurden durch die Einführung des Euros in der Euro-Zone die Wechselkurse zwischen den teilnehmenden Staaten abgeschafft.

Damit hat man den Grundstein für eine zusätzliche Krise geschaffen; eine Währungskrise.

Der Haken des Euros besteht darin, dass man hier ökonomisch völlig verschiedene Länder unter einen Hut packt.

Früher konnten die schwachen Euro-Staaten durch eine Währungs-Abwertung ihre Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt wiederherstellen.

Heute gehen sie regelrecht zugrunde und es bauen sich immer mehr Spannungen im Euro-Raum auf.

Flexible Wechselkurse sind gut für wirtschaftlich schwache Länder

Ein flexibler Wechselkurs bedeutet, dass der Devisenkurs zwischen 2 Währungs-Gebieten nicht festgelegt wird und auch nicht versucht wird, diesen in irgendeiner Weise künstlich zu beeinflussen.

Er unterliegt also den Marktkräften von Angebot und Nachfrage. Wird eine Währung mehr nachgefragt, so steigt der Preis für dieses Geld, also der Wechselkurs.

Würden vermehrt Bürger ersparte Euro in US-Dollar wechseln, so müsste der US-Dollar im Kurs steigen, dann müsste also immer mehr Euro aufgebracht werden, um einen Dollar zu erhalten.

Je nach wirtschaftlicher Entwicklung der Länder stellt sich dann der Kurs auf unterschiedliche Niveaus ein und gleicht damit die Wirtschafts-Schwankungen der Staaten untereinander aus.

Was bedeutet dies?

Wenn z. B. ein Land mit eher schwächerer Wirtschafts-Entwicklung einen flexiblen Wechselkurs zu einem wirtschaftlich besser dastehenden Land hat, wächst die Wirtschafts-Leistung in dem starken Land schneller als in dem schwachen Staat.

Weil das Wirtschafts-Wachstum im wirtschaftlich stärkeren Land größer ist als im schwachen Staat, ist dieses für den international orientierten Investor attraktiver, da hier höhere Gewinne zu erwarten sind.

Zu starke Währungen verschieben das wirtschaftliche Gleichgewicht

Wenn deshalb mehr ausländisches Kapital in dem Land investiert wird, dessen Währung sich besser entwickelt, steigt der Preis für das Geld dieses Landes.

Entsprechend muss der Wechselkurs des schwächeren Landes sinken, da die Nachfrage nach dessen Währung nicht zugenommen hat.

Der Devisenkurs der Währung beeinflusst entscheidend den Außenhandel eines Landes.

Ein steigender Wechselkurs bedeutet, dass die Exporte schwieriger werden, weil das Ausland mehr eigene Währung aufwenden muss, um das aufgewertete Geld des anderen Landes für den Warenkauf zu erhalten.

Die Produkte dieses Staates werden also für das Ausland teurer, auch wenn sich am Preisniveau im Inland nichts verändert hat.

Gleichzeitig werden Importe für den Staat attraktiver, weil die aufgewertete Währung es erlaubt, im Ausland billiger einzukaufen.

Im Ergebnis führt also eine Aufwertung dazu, dass die Exporte sinken und die Importe steigen.

18. August 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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