Der IWF will Sie enteignen – Das können Sie dagegen tun

Diese Schlagzeile ist purer Zündstoff: Das gemeinsame Online-Portal von „Welt“ und „N24“ titelte im Juni 2017, dass der Internationale Währungsfonds […]

Diese Schlagzeile ist purer Zündstoff:

Das gemeinsame Online-Portal von „Welt“ und „N24“ titelte im Juni 2017, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) die Enteignung der deutschen Sparer fordert.

Eine sanfte Art der Enteignung

Wenn Sie meine Beiträge schon länger verfolgen, wissen Sie, dass die Enteignung der deutschen Sparer schon längst in vollem Gang ist.

Neu ist, dass der Internationale Währungsfonds jetzt erstmals offiziell die Enteignung der deutschen Sparer fordert

Genauer gesagt, schreibt der IWF, dass die Deutschen sich trotz Nullzinsen auf steigende Preise einstellen sollten – und das für längere Zeit.

Nur auf diese Weise, so der IWF, sei die Erholung der Euro-Zone möglich.

Auch das schreibe ich bereits seit Jahren. Das Ganze nennt sich „finanzielle Repression“ und ist nichts anderes als eine sanfte Art der Enteignung.

Die Schulden werden weginflationiert. Regierungen und Notenbanken müssen dafür an 2 Stellschrauben drehen:

Zum einen müssen die Zinsen unter die Inflationsrate gedrückt werden. Zum anderen müssen die Regierungen dafür sorgen, dass die großen Investoren in der Zins-Falle gefangen bleiben.

Reformen wie Basel III und Solvency II sorgen dafür, dass Versicherungen und Banken große Teile des Anlage-Kapitals trotz der Null-Zins-Politik in Staatsanleihen investieren (müssen).

Liegt das Zinsniveau über mehrere Jahre unterhalb der Inflationsrate, sinkt dadurch ebenfalls die Schuldenquote.

Perspektiven für Japan-Aktien: Es bleiben ZweifelJapan-Aktien nach Parlamentswahl interessant? › mehr lesen

So dramatisch sind die Folgen der finanziellen Repression für Sparer

Wie drastisch die Folgen für Sparer sind, hat vor einiger Zeit Thomas Mayer, der Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, vorgerechnet:

Bei einem Zinssatz von 0% und einer Inflation von 3% pro Jahr erleiden Sparer nach 20 Jahren einen Kaufkraft-Verlust von über 50%.

Das bedeutet:

Das Geld liegt zwar noch auf dem Konto, aber der Sparer kann dafür nach 20 Jahren nur noch die Hälfte der Waren und Dienstleistungen von seinem Geld erwerben.

Und er bekommt somit zukünftig sehr viel weniger für sein Geld als heute.

Das können Sie tun

Daher lautet meine Empfehlung: Meiden Sie Sparformen, die Renditen unterhalb der Inflationsrate abwerfen.

Die gute Nachricht: Sie haben als Privat-Anleger die Wahlfreiheit.

Mit „langweiligen“ und pflegeleichten Dividenden-Aktien wie Nestlé, Coca-Cola und Co. werden Sie zwar keine schnellen 100% verdienen.

Dafür fahren Sie mit derartigen Investments jedoch auch deutlich besser als mit Zins-Anlagen, mit denen Sie de facto enteignet werden.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt