Deutsche Aktien langfristig weiter im Aufwärtstrend

Im vorangegangenen Beitrag hatte ich Sie mit der grundlegenden Funktionsweise des MACD vertraut gemacht: Dieser Indikator ist deshalb so vielseitig, […] (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Im vorangegangenen Beitrag hatte ich Sie mit der grundlegenden Funktionsweise des MACD vertraut gemacht:

Dieser Indikator ist deshalb so vielseitig, weil er, im Gegensatz zu den meisten anderen, sowohl in Trend-Phasen, als auch in Seitwärts-Bewegungen der Märkte einsetzbar ist und Ihnen entweder Kauf- oder Verkaufs-Signale liefert.

Bevor wir gleich auf die angekündigte, kaum bekannte Anwendungs-Möglichkeit des MACD schauen, lassen Sie mich noch 2 Punkte zum Chart aus dem o. g. Artikel ergänzen:

Ergänzung zum MACD-Chart

spx mit macd_28-12-2017

S&P 500: Auf- und Abwärtstrends mit dem MACD erkennen

In dieser Grafik hatte ich die Standardwerte für die Durchschnitts-Linien benutzt:

Die MACD-Linie stellt die Differenz zwischen den beiden verwendeten exponentiellen Tagelinien dar: Hier werden standardmäßig ein GD12 und ein GD26 verwendet.

Der Entwickler des MACD, Gerald Appel, empfahl, für die Trigger-Linie einen 9-Perioden-Durchschnitt einzusetzen.

Punkt 2: Einige Analysten halten die MACD-Signale für besser, die im Gegensatz zur Trendrichtung stehen.

So sollen Kaufsignale ergiebiger sein, wenn das Trigger-Signal unterhalb der Null-Linie generiert wird. Für Verkaufs-Signale gilt das Umgekehrte.

Der obige Chart scheint das zu bestätigen.

MACD einmal anders

Kommen wir nun zu der wenig verbreiteten Anwendungs-Möglichkeit des MACD:

Sie basiert darauf, dass sich der MACD zu jeder Zeit entweder in einem Kauf- oder in einem Verkaufs-Signal befindet.

Diese Eigenschaft habe ich mir vor einigen Jahren zunutze gemacht und daraus einen eigenen Indikator entwickelt: die MACD-Kaufsignale.

Dafür ermittle ich börsentäglich die Zahl der deutschen Aktien, die sich in einem MACD-Kaufsignal befinden.

Anschließend wird das Ergebnis ins Verhältnis zur Gesamtzahl der betrachteten Aktien gesetzt.

Die prozentualen Resultate werden von mir auf den 3 Zeitebenen Monat, Woche und Tag ermittelt.

Hierbei gilt: Signale auf einer höheren Zeitebene sind für Sie die bedeutsameren. Schauen wir uns das in der folgenden Grafik einmal gemeinsam an:

macd-kaufsignale_28-12-2017

MACD-Kaufsignale für deutsche Aktien: Langfristig im Kaufsignal

Deutsche Aktien langfristig in einem Aufwärtstrend

Sie sehen es: Nahezu ¾ der Signale auf Monats-Basis sind Kaufsignale.

  • Der deutsche Aktienmarkt befindet sich also in einem langfristigen Aufwärtstrend.
  • Mittelfristig wird uns ein neutraler Trend (also eine Seitwärts-Bewegung) angezeigt.
  • Kurzfristig ist aus dem in der Vorwoche noch existenten (schwachen) Kaufsignal in der Vorweihnachts-Woche ein neutrales Signal geworden.

Angesichts der vorab aufgezeigten Ruhe „zwischen den Jahren“ an den Finanzmärkten ist das auch wenig verwunderlich.

Da wir uns langfristig weiterhin in einem Kaufsignal befinden, besteht kurz- und mittelfristig derzeit kein Anlass zur Sorge.

Der Januar 2018 dürfte uns eine Auflösung der neutralen Marktlage in die positive Richtung bescheren.


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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.