Deutsche Bank und Commerzbank: So geht es für die Riesen weiter

Derzeit kämpfen die großen deutschen Banken wie die Commerzbank und die Deutsche Bank um strukturelle Probleme und um den Kundenschwund auf dem heimischen Markt. Die Commerzbank kämpft aktuell um rund 75 Mio. € Rückerstattung aus Steuergeldern gegen den deutschen Fiskus, während die Deutsche Bank gerade erst einen Vergleich für faule Hypothekendeals aus der Zeit der Finanzkrise (über etwa 7,2 Mrd. €) mit der US-Finanzaufsicht abgeschlossen hat.

Bei Deutsche Bank Aktie ist Vorsicht geboten

Dabei stellen sich die Aussichten für die Commerzbank etwas freundlicher dar als für die Deutsche Bank. Denn die zweitgrößte deutsche Bank hat die Kapitalrisiken in den zurückliegenden Jahren deutlich reduziert. Die von den Wächtern der EZB (Europäischen Zentralbank) geforderte Kernkapitalquote wurde mehr als erfüllt.

Dagegen rät kaum ein Analyst zum Kauf der Aktie der Deutschen Bank. Denn bei einem satten (geschätzten) Verlust von 790 Mio. € im Jahr 2016 sind neue Strategien gefragt.

Was die deutschen Banken in Zukunft beschäftigt

Elementar für die Zukunft der Deutschen Bank dürfte werden, wie sich die geplante Trennung von der Postbank gestalten wird. Aufgrund der ab dem 2019 geltenden strengeren Kapitalvorschriften sollte dieser Schritt unumgänglich sein. Allerdings dürfte dieses Vorhaben alles andere als leicht durchführbar sein.

Denn in dem herrschenden Umfeld der Niedrigzinsphase ist das Kerngeschäft der Postbank – nämlich der Privatkundensektor – für Investoren nicht besonders attraktiv.

Der Commerzbank hat noch immer die Folgen der Übernahme der Dresdner Bank zu bewältigen. Experten gehen davon aus, dass sich die Commerzbank mit dieser Akquisition keinen Wettbewerbsvorsprung sondern lediglich eine solide Ausgangslage verschafft hat. Denn angesichts wegbrechender Erträge wegen der Niedrigzinsphase und dem Auftreten neuer Online-Konkurrenten sind auch zukünftig größere Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen.

Deutsche Banken – Filialen der Zukunft

Sowohl die Deutsche Bank als auch die Commerzbank versuchen sich mit neuen Filial-Konzepten von den Wettbewerbern im Internet abzusetzen. Die Commerzbank hat erst vor wenigen Monaten den Versuch einer mit dem Charme einer Start-UP Garage ausgestatten Zweigniederlassung im Frankfurter Ostend unternommen. Es darf jedoch bezweifelt werden, ob sich mit diesem Konzept Kunden zurückgewinnen lassen, die vom Online-Banking überzeugt sind.

Die Deutsche Bank geht bei ihrer Filiale der Zukunft sogar noch einen Schritt weiter. In Berlin hat sie Ende 2016 die „modernste Filiale Europas“ eröffnet und setzt dabei auf einen Mix aus Bank und Café. Sogar eine Kinderbetreuung wird angeboten. Die Ausstattung der jüngsten Berliner Zweigniederlassung der Deutschen Bank hat immerhin 5 Mio. € gekostet. Dabei wendet sich das Geldinstitut ganz gezielt an junge Kunden.

Sowohl die Deutsche Bank als auch die Commerzbank haben in Zukunft mit erheblichen Problemen zu kämpfen. Dabei geht es unter anderem um Folgen der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009, den Ertragsrückgang und um den Kundenschwund aufgrund des Online-Bankings.

30. Januar 2017

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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