Deutsche beim Sparen Weltmeister – aber wenig Vermögenszuwachs

Die Deutschen sind so reich wie nie zuvor. Im Jahr 2016 erhöhte sich das private Vermögen laut statista.com um 3,7 % und um etwa 100 Mrd. € auf 5.585,5 Billionen € oder rund 6,3 Billionen US-$.

Damit liegt der Anstieg der privaten Vermögen hierzulande allerdings unter dem Vorjahresniveau von 4,2 % und auch unter der Zuwachsrate (5,3 %), wie sie weltweit zu beobachten ist.

Privates Vermögen in Deutschland: Zuwachs im globalen Vergleich mäßig

Da die Deutschen trotz des niedrigen Zinsniveaus ihr Geld mit Vorliebe auf die Bank tragen, müssen sie sich im Hinblick auf die Zuwachsrate mit einem Platz im Mittelfeld begnügen.

Nach einer kürzlich vorgestellten Studie des US-amerikanischen Beratungsunternehmens Boston Consulting Group (BCG) befinden sich die Deutschen beim privaten Vermögen weltweit aktuell auf Platz 5.

Die Studie berücksichtigt in ihrer Untersuchung Bargeld, Wertpapiere, Aktien und Investmentfonds – allerdings keine Immobilien. Demnach wurden rund um den Globus im vergangenen Jahr unter dem Strich 166,5 Billionen US-$ auf Konten und in Depots gehortet.

Bei den privaten Vermögen sind die USA dieser Auflistung zufolge nach wie vor mit 50,7 Billionen US-$ absolute Weltspitze. Danach folgen  China mit 18,9 Billionen US-$, Japan mit 14,5 Billionen US-$ und Großbritannien mit 8,8 Billionen US-$.

Wie ist das private Vermögen in Deutschland verteilt?

Laut der Studie von BCG gibt es in Deutschland derzeit 473.185 US-$ Millionäre, was etwa 25 % des gesamten Vermögen des Landes entspricht. Etwa 40 % des Finanzvermögens stecken in Bargeld und Spareinlagen.

Nur eine Minderheit der Deutschen investiert ihr Kapital in Aktien oder Investmentfonds. Dadurch erklären sich sowohl der langsamere Vermögenszuwachs als auch eine höhere Stabilität.

Nach Angaben der Deutschen Bundesbank setzt sich das private Vermögen unseres Landes wie folgt zusammen:

  • Bargeld und Spareinlagen 39,1 %
  • Versicherungen 30,9 %
  • sonstige Anlagen 10,2 %
  • Investmentfonds 10,1 %
  • Aktien 6,8 %
  • Rentenpapiere und Geldmarkttitel 1,7 %
  • Zertifikate 1,2 %

Insgesamt wird der Anstieg der privaten Vermögen in Deutschland im Jahr 2016 von den Wertzuwächsen bei Aktieninvestments unterstützt.

Die positive Entwicklung resultiert beispielsweise daraus, dass sich der DAX in diesem Zeitraum um 6,9 % auf 11.481 Punkte verbessert hat.

Zwar machen Anlageformen wie Aktien, bestimmte Zertifikate sowie Aktien- und Mischfonds in den Depots deutscher Privatinvestoren einen geringeren Anteil aus als in anderen Staaten. Dennoch trugen die Kurssteigerungen an den Börsen mit immerhin rund 44 Mrd. € zum Vermögenszuwachs bei.

Ebenfalls festzustellen ist, dass sich die die privaten Haushalte in Deutschland offenbar nicht durch das äußerst niedrige Zinsniveau haben entmutigen lassen. Die Sparquote legte im vergangenen Jahr sogar noch leicht zu.

14. August 2017

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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