Deutsche Börse: Basiswissen kompakt

Der Besuch der wichtigsten deutschen Wertpapierbörse gehört schon seit einigen Jahren zu den Veranstaltungen, die ich zusammen mit einigen meiner […] (Foto: Deutsche Börse AG)

Der Besuch der wichtigsten deutschen Wertpapierbörse gehört schon seit einigen Jahren zu den Veranstaltungen, die ich zusammen mit einigen meiner Leser regelmäßig durchführe.

Im Rahmen dieser Veranstaltung haben die Teilnehmer die Möglichkeit, die Börse in Frankfurt zu besichtigen und einmal hinter die Kulissen zu schauen.

Zudem erhalten sie Jahr für Jahr auch einen spannenden und sehr aufschlussreichen Vortrag eines Mitarbeiters bzw. einer Mitarbeiterin der Deutsche Börse AG.

In diesem Vortrag geht es auch um die Transparenz-Standards der Deutschen Börse. Ich habe an dieser Stelle schon darüber berichtet.

Doch da sich in diesem Kontext im Jahr 2017 einiges geändert hat, möchte ich Ihnen hier noch einmal einen Überblick über den aktuellen Stand der Dinge geben:

Es gibt 3 Transparenz-Standards:

  1. den „Prime Standard“,
  2. den „General Standard“
  3. und das Börsen-Segment „Scale“.

Der „Prime Standard“ ist das Premium-Segment

Der Prime Standard ist der höchste Transparenz-Standard – und damit das Premium-Segment für börsennotierte Unternehmen in Deutschland.

Dieser Standard geht über die gesetzlichen Mindest-Anforderungen des Regulierten Marktes hinaus.

Er ist auf Firmen zugeschnitten, die auch internationale Investoren ansprechen wollen.

Die Konzerne müssen über das Maß des General Standards hinaus hohe Transparenz-Anforderungen erfüllen.

So müssen sie quartalsweise über ihr Geschäft berichten, Ad-hoc-Mitteilungen auch in englischer Sprache veröffentlichen und mind. 1 Analysten-Konferenz pro Jahr abhalten.

Der Prime Standard ist zugleich ein Aufnahme-Kriterium für den Aufstieg in die Auswahl-Indizes der Deutschen Börse.

Nur Gesellschaften, die zum Prime Standard zugelassen sind, können in einen der 4 großen und wichtigsten deutschen Aktienindizes aufgenommen werden:

  1. DAX,
  2. MDax,
  3. TecDax
  4. oder SDax.

„General Standard“ – Die einfache Variante

Der General Standard ist der Mindest-Transparenzgrad, den sämtliche Unternehmen des Regulierten Marktes erfüllen müssen.

Die Betriebe im General Standard müssen nach internationalen Rechnungslegungs-Standards (IFRS/IAS oder US-GAAP) bilanzieren.

Außerdem müssen sie Ad-hoc-Mitteilungen sowie mind. 1 Zwischen-Bericht veröffentlichen.

Der neue Transparenz-Standard „Scale“

Das neue Segment „Scale“, das erst am 1. März 2017 gestartet ist, richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

Er erleichtert mit seinen auf solche Firmen zugeschnittenen Einbeziehungs-Voraussetzungen die Kapital-Beschaffung und öffnet den Weg zu nationalen wie internationalen Investoren.

Die relevanten Zielgruppen für dieses Segment sind nach Angaben der Deutschen Börse:

  • kleine und mittlere Konzerne (KMU),
  • der deutsche und europäische Mittelstand
  • sowie Unternehmen, die Kapital für Wachstum suchen.

Einordnung der Transparenz-Standards

Fazit: Konzerne aus dem Prime Standard bieten Ihnen als Aktionären zweifelsohne die größtmögliche Transparenz.

Das heißt aber nicht, dass Firmen aus dem General Standard oder dem neuen Transparenz-Standard „Scale“ automatisch schlechter sind.

Unternehmen aus dem Prime Standard bieten Ihnen aber mehr Transparenz und mehr Informationen. Betrugsfälle sind hier somit deutlich seltener zu finden.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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