Deutsche Naga Group mit erfolgreichen ICO – Was ist für Anleger drin?

Hamburger Fintech-Startup Naga Group bringt eigene Kryptowährung an den Start - Was können Anleger erwarten? (Foto: 3Dsculptor / Shutterstock.com)

Fintech-Unternehmen haben über sogenannte Initial Public Offerings (ICOs) in 2017 mehr als 3,6 Mrd. US-$ eingesammelt. Deutsche Unternehmen hielten sich bislang vornehm zurück – dies hat sich mit der Hamburger Naga Group allerdings jüngst geändert.

Die Naga Group, die seit Juli auch an der Börse gelistet ist, hat über das im Dezember 2017 beendete Initial Coin Offering (ICO) mehr als 50 Mio. US-$ eingenommen. Ursprünglich standen 200 Millionen Tokens zum Verkauf, 50 Millionen Naga Coins (Währungskürzel: NGC) konnte das Unternehmen im offenen Verkauf bei den Anlegern platzieren (Tauschkurs: 1 Naga Token = 1 Dollar).

Für Anleger stellt sich nun die Frage, welches Potenzial hat die Naga Group bzw. die Kryptowährung NGC nach dem ICO? Dazu ein näherer Blick auf die Naga Group.

Wer steht hinter der Naga Group?

Die Naga Group wurde im Herbst 2015 von Yasin Sebastian Qureshi, Benjamin Bilski und Christoph Brück gegründet. Im Sommer 2017 folgte der Börsengang, in dessen Rahmen die Naga Group rund 2,5 Mio. € erlöste (Ausgabepreis der Naga-Aktie: 2,60 €).

Über einen Token Sale hat die Naga Group Mitte Dezember etwa 50 Mio. US-$ erlöst. Diese Mittel sollen dem Unternehmen dabei helfen, seine Investment- und Trading-Plattformen weiter auszubauen. Der Naga Coin (NGC), der ab 22. Dezember an der Kryptobörse HitBTC gelistet wird, soll als Rechnungseinheit im NAGA-Ökosystem dienen.

Die dezentralisierte Kryptowährung soll dem Unternehmen insbesondere dabei helfen, die Probleme mit Investment- und Trading-Plattformen zu lösen, die häufig durch Banken und Regierungen stark reguliert sind.

Zu den Investoren gehören unter anderem das private Bankhaus Hauck & Aufhaeuser und die chinesische FOSUNG Group. Als Berater führt Naga unter anderem Roger Ver (CEO von Bitcoin.com) sowie Mate Tokay (COO von Bitcoin.com).

Wie verdient die Naga Group Geld und welchen Zweck erfüllt die Kryptowährung NGC?

Anleger müssen wissen, dass die Naga Group im Besitz einer Finanzlizenz von der BaFin und der CySEC ist. Zudem betreibt die Naga Group die Social Media Trading Plattform SwipeStox, über die monatlich 3 bis 4 Mrd. US-$ an Transaktionsvolumen abgewickelt wird. Interessierte Anleger können über die Mobile App einfach und schnell Profi-Händlern folgen.

Neben SwipeStox betreibt Naga noch die Handelsplattform Switex, die sich auf den Handel mit virtuellen Gegenständen spezialisiert hat – diese Plattform befindet sich noch im Aufbau.

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Ergänzend hierzu soll es eine Naga Wallet (digitale Brieftasche) geben, in die Nutzer ihre Kryptowährungen speichern können. Die Naga Wallet wird mit den beiden Produkten SwipeStox und Switex verknüpft sein, zudem sollen Coin-Inhaber ihre NGC Coins über angeschlossene Kryptobörsen in Bitcoin oder Ethereum, aber auch in traditionelle Währungen (Euro etc.) tauschen können.

NGC Coin Besitzer können ihre Kryptowährung auch dazu einsetzen, um in Aktien, ETFs oder andere Kryptowährungen zu investieren. Die Kryptowährung NGC soll auch dafür eingesetzt werden, um Online-Kurse (NAGA Academy) zu buchen. Daneben sollen alle NGC Token Besitzer von Transaktionen profitieren, die über die NAGA-Plattformen über die Kryptowährung NGC ausgeführt werden.

Dies soll über einen integrierten Smart Contract geschehen, der einen fixen Prozentanteil der Transaktionssumme dem Naga Coin Loyalty Fund zuteilt. Aus diesem Fund sollen Token Besitzer dann einen Bonus erhalten, der dann auf alle qualifizierten Token Besitzer verteilt wird.

Fazit: Naga Group mit einem interessanten Konzept, doch nur für spekulativ orientierte Anleger geeignet

Die Naga Group will seine Kryptowährung NGC als Incentive dafür nutzen, um mehr Nutzer an seine beiden Plattformen SwipeStox und Switex zu binden. Ob dies gelingt, bleibt abzuwarten.

Die Idee hinter einer Social Trading Plattform ist nicht neu, das gibt es in Form von wikifolio und anderen Social Trading Plattformen bereits. Auch ein Marktplatz für virtuelle Gegenstände und Gaming-Produkte ist keine neue Idee, der Anbieter Dmarket.io und andere arbeiten ebenfalls an einer solchen Lösung.

Auch bleibt abzuwarten, wie Naga seine Coin-Besitzer am Transaktionsvolumen genau beteiligen will, ohne als Security Token eingestuft zu werden. Auch für Aktien-Anleger, die sich für die Naga-Aktie interessieren, bleiben noch Fragen offen – denn bislang schreibt das Fintech-Unternehmen noch rote Zahlen.

Kurzum: Die Naga Group ist noch ein sehr junges Fintech-Unternehmen und es bleibt abzuwarten, ob sich das Hamburger Unternehmen mit seinen Produkten langfristig am Markt behaupten kann. Daher ist sowohl die Naga-Aktie als auch die Kryptowährung NGC höchstens für sehr risikoorientierte Anleger interessant, die Notfalls auch einen Totalverlust verkraften können.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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