Deutsche Privat-Anleger trennen sich von Aktien und Fonds

Derzeit gibt es einige Dinge, die Privat-Anleger verunsichern. Dazu zählen beispielsweise der neue US-Präsident Trump und der vieldiskutierte EU-Austritt Großbritanniens. […] (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Derzeit gibt es einige Dinge, die Privat-Anleger verunsichern. Dazu zählen beispielsweise der neue US-Präsident Trump und der vieldiskutierte EU-Austritt Großbritanniens.

Deutsche Privat-Anleger immer verunsicherter

Zudem haben die teils großen Schwankungen an den Aktienmärkten dazu geführt, dass das Nervenkostüm bei einigen Privat-Anlegern überstrapaziert wurde.

Folglich zogen Anleger im Jahr 2016 europaweit so viel Geld aus Aktienfonds ab wie seit der Finanzkrise nicht mehr.

Selbst die vorher so beliebten Mischfonds büßten etwas an Attraktivität ein. Ausländische Investoren sind hingegen auf dem Vormarsch.

Es sieht also ganz danach aus, als wenn die deutsche Aktien-Kultur zuletzt wieder einmal einen Dämpfer erhalten hätte; darauf deuten zumindest aktuelle Statistiken hin.

Denn auch von Einzel-Aktien haben sich deutsche Privat-Anleger zum Jahresende im großen Stil getrennt.

„Möglicherweise nutzten die Privat-Anleger die gestiegenen Kurse zum Jahresende, um verlustreiche Investments, die nun wieder ihr Einstands-Niveau erreicht haben, abzustoßen“.

So kommentiert Stefan Wolf, Produktmanager Trading bei der Direktbank Comdirect, die Entwicklung.

Deutsche Aktien immer mehr in ausländischer Hand

Während die Zahl der indirekten und direkten deutschen Aktienbesitzer schon wieder zurückgeht, setzen ausländische Anleger umso mehr auf deutsche Standard- und Nebenwerte.

Nach Angaben der Beratungs-Gesellschaft Cometis und des Daten-Anbieters Ipreo beträgt der Anteil ausländischer Investoren am Streubesitz der MDax-Firmen inzwischen satte 81%.

Der Anteil deutscher Investoren liegt dagegen gerade einmal bei 19%. (Stand: Januar 2017)

Dominierend bei den ausländischen Investoren sind angelsächsische Investoren aus den USA, Großbritannien und Irland.

Auch der norwegische Staatsfonds ist mit einem Investitions-Volumen von 5 Mrd. € ein Großinvestor im Bereich deutscher Nebenwerte.

Deutsche Privat-Anleger zu ängstlich und irrational

Die Strategie vieler deutscher Privat-Anleger – im Boom Aktien zu kaufen und diese in der Krise oder bei einer drohenden Krise wieder gänzlich abzustoßen – ist für meine Begriffe nicht nur falsch, sondern auch objektiv betrachtet sehr teuer.

Denn: Wer im Boom Aktien zu hohen Kursen kauft und diese bei gefallenen Kursen und bei einer drohenden Krise – oder noch schlimmer: im Crash – wieder verkauft, macht ein Verlust-Geschäft.

Der Hintergrund ist oft, dass noch größere Verluste befürchtet werden.

Ich will an dieser Stelle gar nicht behaupten, dass es grundsätzlich falsch war, nach der Jahresend-Rally des vergangenen Jahres Aktien zu verkaufen.

Doch sein Depot komplett leer zu räumen, ist aus meiner Sicht immer falsch.

Eine bessere Strategie wäre es gewesen, zu Beginn dieses Jahres einige „reife“ Positionen zu verkaufen und die dadurch frei gewordenen liquiden Mittel zurückzuhalten, um sie dann nach dem nächsten Rücksetzer wieder bei dann günstigeren Kursen zu investieren.

Überall außerhalb der Börse ist es das normalste der Welt, dass Menschen sich auf Schnäppchenjagd begeben – nur eben nicht an der Börse. Und das kostet eine Menge Geld!

Mein Tipp an Sie: Gehen Sie auch an der Börse auf Schnäppchenjagd.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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