Deutschland bleibt Fels in der Brandung innerhalb der Eurozone

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Im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarländern steht Deutschland weiterhin wirtschaftlich stark da. (Foto: Thanakorn.P/Shutterstock)

Griechenland, Zypern, Spanien, Portugal, Italien, Frankreich, Slowenien – die Liste der der EU-Staaten, in denen die EU-Schuldenkrise und/oder eine Wirtschaftskrise tobt, wird immer länger.

Was liegt da näher, als einen bedeutenden Teil ihres Kapitals in dem europäischen Land anzulegen, an dem sich die Krise die Zähne ausbeißt: Deutschland.

Deutschland bleibt 2013 von Rezession verschont

Die deutsche Wirtschaft bleibt 2013 von einer Rezession verschont – sagen die Konjunkturforscher.

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Es hat sich in den letzten Jahren bereits abgezeichnet: Die deutsche Wirtschaft eilt dem Rest der Eurozone mehr und mehr davon:

In ihrem jüngsten Zwischenbericht zur Konjunkturlage prognostiziert die internationale Wirtschaftsorganisation OECD für Deutschland einen (zarten) Aufschwung, während die anderen großen EU-Volkswirtschaften Frankreich, Italien und Spanien nicht in Fahrt kommen bzw. sogar in einer Rezession feststecken.

So rechnet die OECD für Deutschland im 1. Quartal mit einem Wirtschaftswachstum von 0,6% und für das 2. Quartal mit einem Wachstum von 0,7%.

Für Italien und Frankreich werden hingegen für das 1. Halbjahr leichte Rückgänge der Wirtschaftsleistung prognostiziert. Ob sich die Staaten im 2. Halbjahr fangen können, ist derzeit noch ungewiss.

Noch schlechter sieht es derzeit in Spanien und Portugal aus: Hier rechnen Volkswirte für das gesamte Jahr mit einem deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung.

Diese Zahlen schlagen sich auch in der Entwicklung der Arbeitslosenquoten nieder. Während die deutsche Arbeitslosenquote auf relativ niedrigem Niveau (< 6%) verharrt, steigt die Quote in Südeuropa (beispielsweise Spanien 26%, Griechenland 27%, Portugal 17%) erheblich an.

Deutschlands Pluspunkte: Exportstärke und robuste Binnennachfrage

Warum läuft die deutsche Wirtschaft so viel besser als die anderer Euro-Staaten? Zum einen profitiert Deutschland weiterhin von seiner Exportstärke, zum anderen reagieren die deutschen Verbraucher gelassener auf die Krise als in anderen Ländern.

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Den Titel des Exportweltmeisters hat Deutschland zwar inzwischen an China verloren  – zumindest, was die Quantität der Ausfuhren abgeht.

Aber bei der Qualität der Produkte bleibt Deutschland weltweit erste Wahl. Wie die Zahlen belegen, ist „made in Germany“ heute beliebter denn je.

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So kletterten 2012 die deutschen Exporte auf einen neuen Rekordwert von 1,097 Bio. €. Damit wurde die bisherige Rekordmarke aus dem Jahr 2011 nochmals deutlich um 3,4% übertroffen.

Auch der Start ins Jahr 2013 lief sehr gut: Wie das Statistische Bundesamt bekannt gab, verkauften deutsche Unternehmen im Januar Waren im Wert von 88,6 Mrd. € ins Ausland – 3,1% mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die Daten für Februar und März liegen noch nicht vor, aber ihre Tendenz dürfte hier ebenfalls nach oben gehen.

Denn die Nachfrageschwäche aus Europa wird von dem Wachstum der Exporte in die USA und die großen Schwellenländer kompensiert.

Deutschland: Konsumfreude lässt nicht nach

Ein weiterer Punkt, der für die deutsche Wirtschaft spricht, ist die anhaltend starke Inlandsnachfrage.

Während die schlechte Stimmung in den kriselnden südeuropäischen Staaten das Konsumverhalten der Menschen belastet, bleiben die Deutschen kauffreudig. So summierten sich die deutschen Importe 2012 auf sich auf 909,2 Mrd. € und übertrafen damit sogar leicht den Wert aus dem Jahr 2011.

Der von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) monatlich veröffentlichte Konsumklimaindikator bleibt klar positiven Bereich.

„Die Rezession in der Euro-Zone und das drohende Wiederaufflackern der Schuldenkrise beeinträchtigten die Konjunkturstimmung bisher nicht“ – urteilte die GfK nach Vorlage der jüngsten Daten.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.