Deutschland ist kein „Winner“

Sicher lesen Sie unsere Artikel-Reihe vor allen Dingen deshalb, weil wir Sie vor Fake News bewahren sollen, v. a. vor […]

Sicher lesen Sie unsere Artikel-Reihe vor allen Dingen deshalb, weil wir Sie vor Fake News bewahren sollen, v. a. vor denen der Politik, mitunter – und natürlich – vor denen der Bundesregierung.

Fake News: Deutschland ist der Euro-Gewinner

Eine Falsch-Nachricht ist, dass Deutschland der Gewinner des Euro sei. Wir haben Ihnen aufgezeigt, dass dies mitnichten stimmt:

Die Target2-Forderungen gegenüber anderen Ländern betragen schon jetzt satte 850 Mrd. € – oder anders ausgedrückt: 10.000 € pro Bürger.

Dieser Kredit wird auch noch zins- und tilgungsfrei gewährt, also ohne Sicherheit. Wehe, wenn dieser nicht mehr bedient werden kann..!

Umverteilung und Vergemeinschaftung der Schulden

Ferner soll es auf europäischer Ebene eine Umverteilung geben, um Banken und Staats-Ausgaben zu sanieren und zu finanzieren, etwa von Deutschland nach Italien, Frankreich und Spanien.

Wir sprechen hierbei also von einer Vergemeinschaftung der Schulden.

Wir sind nicht die Reichsten

Wir müssen Ihnen leider auch die Illusion nehmen, die Ihnen die hiesigen Politiker und die Mainstream-Medien in die Gehirne gebrannt haben:

Wir sind nicht die Reichsten in der Europäischen Union, sondern – ganz im Gegenteil: Sündenbock und Zahlmeister zugleich!

Denn längst schon zahlen wir am meisten für diese EU und sind dennoch der Sündenbock jeder Krise, weil uns immer wieder mangelnde Solidarität angelastet wird.

Das Spiel mit dem schlechten Gewissen der Deutschen wird schamlos ausgenutzt.

Das sind die Negativ-Fakten

Schon Anfang des Jahres 2017 stellte die Europäische Zentralbank (EZB) fest, dass Deutschland die höchste Ungleichheit bei privaten Vermögen in der gesamten Euro-Zone hat.

Konkret: 40% der Deutschen haben quasi gar kein Erspartes – und das, obwohl das durchschnittliche Einkommen hierzulande deutlich höher als das der meisten anderen Europäer ist.

Krisen-Länder überflügeln Deutschland beim Netto-Vermögen

Der durchschnittliche Haushalt in der Euro-Zone liegt bei etwa 104.000 € an Netto-Vermögen (alle Vermögenswerte abzüglich Schulden und Verbindlichkeiten für die Haushalte der jeweiligen EU-Länder).

In Luxemburg liegt dieser sogar bei 437.500 €, in Belgien bei 217.900 € und in Malta bei 210.000 €. In Deutschland hingegen sind das lediglich 60.800 €.

Ein durchschnittlicher spanischer und italienischer Haushalt besitzt sogar weit mehr als das Doppelte an Netto-Vermögen als die Deutschen.

Konkret: Spanien: 159.600 €, Italien: 146.200 €. Selbst die „Schulden-Griechen“ sind mit rund 65.000 € noch besser dran als wir…

Abgaben und eine falsche Wirtschafts-Politik dezimieren das deutsche Netto-Vermögen

Jetzt werden Sie sich verwundert die Augen reiben und sich fragen: „Wie kann das nur sein?“

Ganz einfach: In Deutschland gibt es zu viele (Sozial-)Abgaben, welche die Kapitalkraft schwächen, besonders im unteren Bereich.

Hinzu kommen falsche (staatliche) Spar-Anreize, wie etwa durch den Flopp mit der Riester-Rente oder anderen Lebensversicherungen, sowie eine zu geringe Immobilienbesitz-Quote.

Genauer gesagt, liegt in Deutschland die Eigenheim-Quote bei lediglich 44%, im Rest der Euro-Zone dagegen bei satten 85%.

Natürlich steigert dort das Betongold auch das Netto-Vermögen.

Kurzum: Wir sind aufgrund einer verfehlten Wirtschafts-Politik im Endeffekt ärmer als viele Krisen-Staaten.

Warum aber müssen wir den anderen dann überhaupt noch helfen?

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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.