Deutschland trägt die größten Euro-Risiken

Es ist nicht alles Gold was glänzt, heißt es im Volksmund. Dies trifft v. a. auf die Banken und die […] (Foto: Watchara Ritjan / Shutterstock.com)

Es ist nicht alles Gold was glänzt, heißt es im Volksmund. Dies trifft v. a. auf die Banken und die Staatsfinanzierungen zu.

Wir haben Ihnen anhand von 2 Beispielen italienischer Banken und des spanischen Renten-Systems drastisch vor Augen geführt, wie sehr das Vermögen der Bürger im Feuer steht.

Insbesondere tragen wir, die Deutschen, das größte Haftungs-Risiko aller EU-Länder. Diese Risiken resultieren aus

Kredite, Staatsanleihen, Target2-Salden

Konkret: Im Zuge der Euro-Rettungs-Politik hat die Bundesregierung Kredite – etwa an Griechenland – ausgereicht, die man eigentlich schon längst als uneinbringlich hätte abschreiben müssen.

Hinzu kommen die Staatsanleihen der völlig überschuldeten südlichen EU-Krisenländer, die in den Büchern von Versicherungen, Pensionsfonds und anderen schlummern, die ebenfalls nichts wert sind.

Aber das ist noch nicht alles: Die Bundesbank hat einen Kredit, die sogenannten Target2-Salden, an die anderen Euro-Zentralbanken gewährt.

Dieser beläuft sich auf rund 900 Mrd. €. Doch diese Target2-Salden sind nicht nur zinslos, sondern auch unbesichert. Dieser Kredit wird nicht rückzahlbar sein.

Das Ende des Euro und Ihres Vermögens

Alles zusammen genommen ergibt dies eine deutsche Haftung von rund 2.000 Mrd. (= 2 Bio.) €! Das entspricht 50% des Netto-Geldvermögens der Deutschen.

Da heißt es: “Gute Nacht, Freunde!”, wenn diese Haftung fällig werden; diese Beträge abgeschrieben werden müssen.

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Das ist nicht nur das Ende des Euro, sondern auch das Ende des Großteils Ihres Vermögens.

Ach ja, jetzt werden Sie bestimmt mit der Einlagen-Sicherung um die Ecke kommen… Aber auch dazu gibt es neue und vor allen Dingen schlechte Nachrichten:

Von wegen, Einlagen-Sicherung!

Vor, während und nach der Bundestagswahl 2017 erklärten Ihnen die Politiker, dass Ihr Geld auf der Bank sicher sei, schließlich gebe es ja die Einlagen-Sicherungs-Systeme – und zwar EU-weit.

So sind in Deutschland Einlagen bis max. 100.000 € (bei Gemeinschafts-Konten 2x 100.000 €) gesetzlich durch das Einlagen-Sicherungs- und Anleger-Entschädigungs-Gesetz geschützt.

Ebenso gilt das für 90% der Verbindlichkeiten aus Wertpapier-Geschäften bis zu einem Gegenwert von 20.000 €.

Hierzulande kommen noch die Einlagen-Sicherungs-Fonds der jeweiligen Banken-Verbände hinzu, die jedoch den Sockel-Betrag der gesetzlichen Einlagen-Sicherung berücksichtigt.

Supergau für Bank-Kunden und Sparer: Die Abschaffung der Einlagen-Sicherung

Was die Damen und Herren Politiker Ihnen hinsichtlich dieser Thematik jedoch nicht sagen:

Längst diskutiert die Europäische Zentralbank (EZB) hinter verschlossenen Türen, diese Einlagen-Sicherungs-Systeme abzuschaffen – ja, Sie haben richtig gelesen!

Verkauft wird Ihnen das freilich ganz anders: Die gültige Einlagen-Sicherung könnte bei einer Krise abgeschafft und durch ein anderes System ersetzt werden, heißt es.

Damit sollen Banken vor einem Bankrun geschützt werden.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.