Deutschland: US-Präsident kritisiert Export-Überschuss

Donald Trump hat Mitte 2017 bei einem Treffen mit den Spitzenpolitikern der EU den deutschen Handelsbilanz-Überschuss kritisiert. Dabei sagte er, […] (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Donald Trump hat Mitte 2017 bei einem Treffen mit den Spitzenpolitikern der EU den deutschen Handelsbilanz-Überschuss kritisiert.

Dabei sagte er, dass „die Deutschen böse, sehr böse“ seien.

Die Deutschen sind “böse, sehr böse“

Weiter führte er aus, dass man sich nur die Millionen von Autos ansehen müsse, die Deutschland in den USA verkaufe. Das wäre fürchterlich und er werde es stoppen.

Wo der US-Präsident Recht hat, ist die Tatsache, dass eine Weltwirtschaft nur dann stabil sein kann, wenn die Handelsbilanzen ausgeglichen, wenn also Importe und Exporte im Gleichgewicht sind.

Deutschland ist heute wieder Export-Weltmeister, und mit einem Anteil von knapp 9% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) ist der Leistungsbilanz-Überschuss enorm.

Das bedeutet, dass Deutschland zwar im Rekordmaßstab Waren ins Ausland exportiert, aber nicht zum Ausgleich genauso viele Güter aus dem Ausland importiert.

Permanentes Schulden-Wachstum der exportschwachen Länder

Dieser Leistungsbilanz-Überschuss führt dazu, dass das Ausland – vor allem die USA und die anderen EU-Länder – sich um diesen Betrag bei Deutschland permanent verschulden müssen.

Solche enormen Ungleichgewichte funktionieren jedoch nicht auf Dauer und führen früher oder später zu einem Crash.

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Normalerweise werden solche Handelsbilanz-Ungleichgewichte über die Wechselkurse ausgeglichen.

Verhindert man das, wie beim US-Dollar, der künstlich dadurch stark gemacht wird, dass Rohstoffe nur auf Dollar-Basis gehandelt werden und deshalb die ganze Welt Dollar kaufen muss, oder beim Euro, indem die nationalen Währungen einfach aufgelöst werden, dann kommt es genau deshalb zum Crash – wie zuletzt in der Eurokrise, für welche die massiven Leistungsbilanz-Ungleichgewichte der Auslöser waren.

Damit hängt der derzeitige zum Großteil einseitig über die Exporte generierte Aufschwung in Deutschland am seidenen Faden.

Eine Krise in einem Importland, ein neuer Crash am Finanzmarkt oder nur politische Maßnahmen der USA werden diesem Boom ganz schnell ein Ende bereiten.

Der starke deutsche Export sorgt für eine Gefahr

Dann ist Deutschland deutlich schärfer von einer neuen Krise betroffen als andere Länder, die nicht so stark vom Export abhängig sind.

Deshalb empfehle ich Ihnen heute schon auf alle Aktien von zyklischen Unternehmen, die am Export hängen, komplett zu verzichten.

Dazu gehört v. a. die Auto-Industrie, aber auch der Maschinenbau oder die Chemische Industrie fallen darunter.

Das sind diejenigen Industriezweige, die in einer neuen Krise als erste wegbrechen werden.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.