Diamanten: Ein großer Stein kann den Unterschied ausmachen

Das Rohstoff-Geschäft liefert immer wieder Überraschungen. Dabei lohnt es sich aber tatsächlich auch abseits der gängigen und bekannten Rohstoffe zu schauen.

Diamanten sind hier ein besonders schillernder Sektor im Rohstoff-Geschäft.

Als Minen-Betreiber kann man nie sicher sein, was einen wirklich erwartet. Mit viel Glück kann ein einziger Stein die Bilanz eines Konzerns deutlich aufpolieren.

Petra Diamonds in Tansania stößt auf Riesen-Diamant

Genau das passiert gerade bei Petra Diamonds im afrikanischen Tansania.

Das Unternehmen ist dort Mehrheits-Aktionär der Williams Mine und hält dort 75% der Anteile. Die restlichen 25% hält die Regierung von Tansania.

Und in dieser Mine ist ein riesiger pinkfarbener Diamant gefunden worden.

Nun werden Sie denken, dass Diamanten weiß und durchsichtig sind. Das trifft auch für die große Masse der Diamanten zu.

Gerade die farbigen Diamanten bringen jedoch bei Auktionen hohe Preise.

Pink ist dabei die seltenste Farbe und diese Diamanten erzielen bei Auktionen regelmäßig Rekord-Erlöse.

Der Stein bringt es auf ein Gewicht von 23,16 Karat – das ist außergewöhnlich.

Ganz wichtig für die weitere Verarbeitung: Durch das Schleifen des Steines wird er ungefähr die Hälfte seiner Größe einbüßen.

Im Übrigen liegt das Risiko der Verarbeitung auch beim Käufer des Steins. Petra Diamonds liefert nur den Rohdiamanten, der auf der Auktion zum Verkauf steht.

Vor Ort in einer Diamanten-Mine

Welchen Reiz Diamanten auf die Beteiligten ausüben, konnte ich vor einigen Jahren in Südafrika hautnah erleben.

Dort besuchte ich in der Nähe der Diamanten-Hauptstadt Kimberley eine Diamanten-Mine und durfte mir die Produktion vor Ort genauer anschauen.

Besonders spannend wurde es allerdings später, als ich mit den Vorständen des Unternehmens die Ausbeute an Rohdiamanten in einem abgeschlossenen Raum sortieren durfte.

Ich kann Ihnen sagen: Dies war ein ganz besonderer Moment meiner beruflichen Karriere.

Dort lagen Steine wird von einigen 100.000 € und wir sortierten sie der Größe nach. Der größte Stein damals war ein gängiger Rohdiamant mit rund 8 Karat.

Die Masse der Steine sahen aber eher aus wie etwas gröbere Sandkörner – so klein waren sie. Dennoch lohnte sich der Verkauf, der auch bei den kleinen Steinen auf einer Auktion erfolgte.

Diamanten: Was dieses Rohstoff-Segment ausmacht

Das macht auf jeden Fall auch den Reiz dieses Rohstoff-Segments aus: Die Produzenten wissen vorher nur grob, wie hoch der Umsatz denn nun ausfällt.

Genau das ist aber auch das Risiko bei diesen Unternehmen, denn die Umsätze und Gewinne sind nur sehr schwer planbar. Das ist ganz anders als bei Goldminen.

Die dort vorhandenen Produktions-Pläne bieten gute Anhaltspunkte für die kommenden Bilanzdaten. Die große Unbekannte bleibt der Goldpreis – aber der wird ja jeden Tag transparent ermittelt.

Im Grunde ist es in diesem Segment so:

Es ist besser, nach Diamanten auf dem Markt zu schauen und die vielleicht in Schmuckstücken zu verarbeiten, als Aktien aus dem Sektor zu nehmen.

Hier schwanken die Umsätze und Gewinne teilweise von Quartal zu Quartal ganz enorm.

7. November 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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