Die 3 wichtigsten Übernahme-Trends für 2013

Die Kurse steigen nach ESM-Urteil

In diesen 3 Bereichen lohnt es sich für Sie auf Übernahmegewinne zu spekulieren

Sie wollen hohe Gewinne mit Übernahme-Aktien verdienen?

Dann sollten Sie einen Blick auf diese drei Branchen werfen:

Übernahme-Trend 1: Biotechnologie – der Pharma-Sektor erkauft sich neue Wirkstoffe

Für Pharma-Riesen wie GlaxoSmithKline, Novartis, Sanofi-Aventis und Pfizer ist es Pflicht, stets eine prall gefüllte Forschungspipeline zu besitzen.

Nur so kann gewährleistet werden, dass regelmäßig neue Medikamente auf den Markt gelangen und die Gewinnquelle nicht versiegt.

Eine eigene Pipeline zu füllen, ist aber mit sehr hohen Forschungskosten und hohen Risiken verbunden.

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Denn nur die wenigsten der identifizierten Wirkstoffe schaffen es bis zur endgültigen Marktreife.

Die Pharma-Unternehmen überlassen die Wirkstoffsuche und aufwendige Entwicklung daher oft den Biotech-Spezialisten (die größten in Deutschland sind: Qiagen, MorphoSys, Evotec).

Für den Forschungserfolg werden die Biotech-Unternehmen von den Pharma-Konzernen mit Lizenzgebühren, sogenannten Meilensteinzahlungen bezahlt. Läuft während der Entwicklung etwas schief, muss die Meilensteinzahlung gar nicht erst gezahlt werden.

Entpuppt sich ein Biotech-Unternehmen als außerordentlich erfolgreich, kann mit einer Übernahme gleich die komplette Forschungspipeline erworben werden.

Ein Szenario, das in der Vergangenheit schon sehr häufig stattgefunden hat und das sich 2013 noch verstärken dürfte, da bei fast allen großen Pharma-Konzernen Patente auslaufen.

Die Gerüchte-Küche brodelt bereits. Doch nicht nur Pharma-Konzerne werden Biotech-Unternehmen übernehmen.

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Auch innerhalb der Biotech-Branche wird es zu vermehrter Übernahme-Aktivität kommen.

Viele kleinere Unternehmen werden von größeren Biotech-Unternehmen übernommen, um die Produktlinien und Wettbewerbsfähigkeit zu verteidigen.

Fazit: Der Biotech-Sektor wird in diesem Jahr erneut viel Aufmerksamkeit durch die Pharma-Konzerne erhalten. Da bei allen Branchen-Größen zeitnah wichtige Umsatzbringer ihren Patentschutz verlieren, muss die Forschungs-Pipeline wieder aufgefüllt werden. Erfolgreiche Biotech-Unternehmen werden vom Markt verschwinden.

Übernahme-Trend 2: Private Equity-Gesellschaften greifen zu

Der Jahresanfang hat gezeigt, dass die Private Equity-Unternehmen (Beteiligungsgesellschaften) wieder größeren Übernahme-Hunger verspüren.

Nachdem bereits im Vorjahr sichtbar wurde, dass trotz des schwierigen Marktumfelds die Private Equity-getriebenen Deals zunehmen, beschleunigte sich der Trend zum Jahresbeginn 2013.

Den bisher größten Deal tätigte dabei die Investoren-Legende Warren Buffett zusammen mit der Beteiligungsgesellschaft 3G.

Für 28 Mrd. US-$ wurde der Ketchup-Hersteller Heinz übernommen. Doch nicht nur diese Groß-Übernahme trägt die Handschrift der Private Equity-Branche.

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Nur kurze Zeit nach der Deal-Ankündigung meldete Konkurrent Silver Lake, dass der Computer-Hersteller Dell übernommen werden soll. Das Volumen des Deals beläuft sich auf 24 Mrd. US-$.

Alle Branchengrößen haben in den vergangenen Monaten für mehrere Milliarden zugekauft. Das Deal-Volumen von Private Equity-getriebenen Übernahmen belief sich im Jahr 2012 auf 300 Mrd. US-$.

Dies entspricht einer Volumen-Verdopplung gegenüber 2009.

Wie stark sich das Volumen in Zukunft ausweiten wird, hängt dabei davon ab, wie sich die Weltwirtschaft entwickeln wird – allem voran die US-Wirtschaft.

Ein Blick auf die aktuellen Wirtschaftsdaten stimmt dabei optimistisch bis euphorisch. Praktisch alle Wirtschaftsindikatoren deuten auf ein beschleunigtes Wachstum der US-Wirtschaft hin.

Egal ob Häusermarkt-Indikatoren, Arbeitsmarkt-Indikatoren, Produktions-Indikatoren oder Verbraucher-Indikatoren: Die USA stehen vor einem kräftigen wirtschaftlichen Comeback.

Die Private Equity-Gesellschaften werden die Chancen nutzen und verstärkt zuschlagen.

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Sicher werden viele Deals innerhalb der USA ablaufen, doch getragen von der guten Stimmung werden sich die US-Beteiligungsgesellschaften auch risikofreudiger in Europa präsentieren.

Fazit: Dem wichtigsten Übernahme-Markt USA steht ein Wirtschaftsboom bevor. Dies wird das Übernahme-Volumen in die Höhe treiben. Insbesondere Private Equity-Gesellschaften wissen, wie man einen beginnenden Boom am besten ausnutzt und werden die Übernahme-Jagd verstärken.

Übernahme-Trend 3: Kabel- und Telekom-Sektor vor Branchenkonsolidierung

Aktuell wird auf dem Börsenparkett heiß diskutiert, ob der britische Mobilfunk-Konzern Vodafone bei Kabel Deutschland einsteigt.

Die Gerüchte haben der Aktie bereits einen deutlichen Schub verliehen. Für Übernahme-Jäger lohnt sich auch ein Blick abseits der Aktie.

Der Grund: Eine Übernahme-Welle in dem Telekommunikationsmarkt baut sich auf und die Investoren wollen mitverdienen.

Dass der Markt reif für eine Konsolidierung ist, deutete sich schon seit einigen Jahren an. Die Geschäfte der alteingesessenen Telekommunikations-Unternehmen laufen schlecht und die ehemaligen Staatsbetriebe schieben große Schuldenberge vor sich her.

Die ersten Branchen-Größen haben die schwierige Situation erkannt und bereits gehandelt.

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Größere Übernahmen wurden zuletzt in Frankreich, Großbritannien und Österreich bekannt gegeben.

In Deutschland geraten Kabel Deutschland und O2 in das Blickfeld der Konkurrenten. Doch marktbereinigte Übernahmen innerhalb Europas sind nur ein Teil der kommenden Übernahme-Welle.

Auch schielen amerikanische Telekom-Konzerne und Telekom-Mogule aus Mexiko oder Ägypten auf Europa, was eine Investition in europäische Telekom-Unternehmen noch attraktiver macht.

Fazit: Die Übernahme-Welle nimmt Fahrt auf und wird eine Eigendynamik entfalten. Das bedeutet, dass in immer kürzeren Abständen Übernahmen zu erwarten sind.

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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Der gewiefte Börsen-Profi Jens Gravenkötter verdankt seinen Erfolg nicht zuletzt seinem Wissen aus seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und seinem Studium der Volkswirtschafslehre.