Die Bank als Emittent von Zertifikaten: Was das für Anleger bedeutet

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Zertifikate werden von Banken emittiert und überwiegend an Privatkunden verkauft. Vor- und Nachteile von Bank-Zertifikaten. (Foto: SergeyP / Shutterstock.com)

Zertifikate sind Schuldverschreibungen, deren Wertentwicklung von der Entwicklung eines Basiswertes abhängt. Für Privatanleger sind sie eine gute Möglichkeit, in verschiedene Anlageklassen zu investieren und komplexe Strategien zu verfolgen.

Bei Zertifikaten besteht für Anleger immer ein Emittentenrisiko. Seit der Insolvenz von Lehman Brothers stellen sich viele Anleger die Frage nach dem Risiko von Zertifikaten, die von Banken ausgegeben werden. Wichtige Informationen und Tipps können bei der Auswahl des richtigen Zertifikats und des zuverlässigsten Emittenten helfen.

Wie funktionieren Bank-Zertifikate?

Zertifikate zählen grundsätzlich zu den strukturierten Finanzprodukten. Sie werden von Banken emittiert und hauptsächlich an Privatanleger verkauft. Daher gelten sie als klassische Retail-Produkte.

Die Kursentwicklung von Zertifikaten ist an die Kursentwicklung ihrer Basiswerte gekoppelt. Basiswerte können Indizes, Aktien, Rohstoffe oder Zinsen sein. Das erste jemals emittierte Zertifikat wurde im Juni 1990 von der Dresdner Bank ausgegeben und war ein Index-Zertifikat auf den DAX.

Für die emittierende Bank ist ein Zertifikat ein Mittel zur Refinanzierung. Anleger, die Zertifikate von einer Bank kaufen, leihen ihr damit einfach ausgedrückt Geld und bekommen im Gegenzug eine Schuldverschreibung. Damit gehen sie auch das Emittentenrisiko ein.

Obwohl die meisten Zertifikate von soliden Banken ausgegeben werden, sollten sich Anleger über das Risiko bewusst sein. Denn anders als bei Spareinlagen besteht bei Zertifikaten auch kein Schutz durch einen Einlagensicherungsfonds.

Im Gegensatz zu Zertifikaten, die an der Börse gehandelt werden, findet der Handel mit Bank-Zertifikaten überwiegend außerbörslich statt.

Wie hoch ist das Risiko der Bank-Zertifikate?

Zertifikate sind Schuldverschreibungen. Im Gegensatz zu den klassischen Schuldverschreibungen erhalten Anleger bei Zertifikaten allerdings keine festgelegte Verzinsung. Mit einem Zertifikat nimmt der Anleger am Erfolg oder Misserfolg des Basiswertes teil.

Grundsätzlich gelten Garantie- und Indexzertifikate als eine der sichersten Formen der Zertifikate. Unabhängig von der Entwicklung des Basiswertes bleibt bei Bank-Zertifikaten das Emittentenrisiko. Wegen ihrer Natur als Schuldverschreibungen besteht bei Zertifikaten immer das Risiko eines Totalverlustes, wenn der Emittent zahlungsunfähig wird.

Am deutschen Markt bieten mehr als 30 Finanzinstitute Zertifikate an.  Anleger, die sich für Zertifikate interessieren, können sich mittlerweile tagesaktuell über die Bonität der Banken informieren.

Die Gefahr einer Insolvenz ist bei den großen und finanziell soliden Zertifikate-Banken wie zum Beispiel ABN Amro, der Commerzbank oder der Deutschen Bank allerdings sehr gering. Trotzdem ist es für Anleger immer empfehlenswert, die Bonität des Emittenten anhand von mehreren Quellen zu überprüfen.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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