Energiewende: CSU hat eigene Agenda

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In Krisensituationen sofort dabei - in alltäglichen Zeiten jedoch rückt die Energiewende auch bei der CSU in den Hintergrund. Oder? (Foto: IhorL / Shutterstock.com)

Als die Bundeskanzlerin Angela Merkel angesichts der Atomkatastrophe von Fukushima die Energiewende in Deutschland ausrief, hatte sie CSU-Chef Horst Seehofer sofort auf ihrer Seite.

Das ist nicht immer selbstverständlich. In der Frage des Atom-Ausstiegs übernahm die CSU jedoch sofort die Position der Kanzlerin, obwohl etwa 50 % der Netto-Stromerzeugung in Bayern durch Atomkraftwerke realisiert werden.

Aber Bayern ist auch ein Vorzeige-Bundesland bei den Erneuerbaren Energien. Wenn die CSU Energiewende sagt, fängt sie nicht bei 0 an, sondern kann schon auf einen hohen Standard verweisen.

CSU: Energiewende schon seit 1990

Ein Jahr nach Fukushima hatte Bayern zudem noch die größten Zuwachsraten aller Bundesländer.

Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der bayrischen Nettostromproduktion lag bereits 2011 fast doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt. Bis 2021 soll dieser Anteil im größten deutschen Bundesland auf 50 % steigen.

Rein formal wäre dann im folgenden Jahr des Atomausstiegs das ausfallende Stromvolumen kompensiert. Aber Wind- und Sonnenkraft stehen nicht immer zur Verfügung. Bayern hat deshalb schon früh auf grundlastfähige alternative Energieerzeugung gesetzt.

CSU Energiewende mit Biomasse

Zwar liegt Bayern auch bei der Solarenergie, der Wasserkraft und der Geothermie über dem Bundesdurchschnitt, aber der Windkraft hat sich die CSU nahezu vollständig verweigert. Dafür setzten die Verantwortlichen auf nachwachsende Rohstoffe.

Fast 70 % des Primärenergieverbrauchs aus Erneuerbaren Energien wird in Bayern durch Biomasse gedeckt. Allerdings konnte die CSU Energiewende dabei auch auf ein großes vorhandenes Potenzial setzen.

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Im Süden Deutschlands werden traditionell Heizungen bevorzugt, die auf Biomasse beruhen. In der Fläche sorgen die landwirtschaftlichen Strukturen ohnehin für ein hohes Maß an Selbstversorgung.

CSU: Energiewende muss bezahlbar bleiben

Zu den typischen Allheilmitteln der CSU Energiewende zählt nun auch Biogas – der logische Schritt beim Ausbau grundlastfähiger Energiekapazitäten auf der Basis nachwachsender Rohstoffe.

Aber auch die bundesweite “Strompreisbremse” und die Deckelung der Solarkapazitäten werden von der CSU befürwortet.

So könnte nach Meinung des AKE auch eine Streckung der EEG-Umlage und eine Senkung der Energiesteuer zur Entlastung der Verbraucher führen. Denn die ständig steigenden Strompreise sind das größte Hindernis nicht nur bei der CSU Energiewende.

CSU Energiewende mit eigenem Arbeitskreis

Für die CSU Energiewende gibt es sogar ein eigenes Organ: den Arbeitskreis Energiewende (AKE). Das von diesem Gremium veröffentliche Positionspapier gibt die Grundsatzhaltung der CSU bei den Erneuerbaren Energien wieder.

Es nimmt nicht wunder, dass die bayrischen Erfolge bei den Erneuerbaren Energien hier auch den Maßstab für die Reform des EEG bilden. Aber in vielen Punkten sprechen gute Erfahrungen dafür.

Außerdem hat die CSU Energiewende auch Antworten auf die aktuellen Probleme im Bundesmaßstab parat.


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Daniela Kunath
Von: Daniela Kunath. Über den Autor

Daniela Kunath arbeitet als freie Autorin für verschiedene Projekte. Persönlich interessiert sie sich seit vielen Jahren für den Bereich Finanzen und Investments und gibt dieses Wissen passioniert an interessierte Leser weiter.