Die Demokratie-Krise in Amerika und Europa

Unzweifelhaft steckt die Demokratie in einer tiefen Krise – vielleicht sogar der tiefsten überhaupt. Regierungen und Medien erleiden einen massiven […] (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Unzweifelhaft steckt die Demokratie in einer tiefen Krise – vielleicht sogar der tiefsten überhaupt.

Regierungen und Medien erleiden einen massiven Vertrauens-Verlust. Die Eliten sind kaputt.

Die Vertrauens-Katastrophe

Sie wissen jetzt, dass laut einer Umfrage im Herbst 2016 (Edelman Trust Barometer), bei der mehr als 33.000 Bürger in 28 Staaten befragt wurden, in 21 Ländern das Vertrauen regelrecht erodiert:

  • 53% der Befragten sind davon überzeugt, dass das System gescheitert ist.
  • 32% wissen nicht, was sie davon halten sollen.
  • Und nur 15% meinen, dass es funktioniert.
  • Nur noch 45% der breiten Masse vertrauen den Institutionen und 60% der informierten Bevölkerung.
  • Konkret haben nur noch 41% der Befragten Vertrauen in die jeweilige Regierung.

Doch das ist noch längst nicht alles in diesem Armutszeugnis…

Schlechte Noten für die Medien

Im Edelman Trust Barometer kommen die Medien ebenfalls schlecht weg: Nur 43% der Befragten vertrauen ihnen.

Der Grund dafür: In ihnen sehen die Menschen einen Teil der verhassten Elite.

Auch bei diesem Kapitel möchten wir Ihre Aufmerksamkeit auf Deutschland lenken:

Im Mai 2016 wurde eine repräsentative Umfrage des Instituts TNS Emnid für die Medienforschung des Bayerischen Rundfunks veröffentlicht.

Die Ergebnisse waren dabei äußerst interessant:

Gelenkte und einseitige Medien

Demnach hält die Mehrzahl der Deutschen die Nachrichten-Medien für gelenkt, zu einseitig berichtend und zu wenig lösungsorientiert.

60% sind sich sicher, dass auf diese Einfluss genommen wird – gerade in Bezug darauf, worüber und auf welche Art sie berichten sollen.

Nur 34% halten die Nachrichten-Medien für wirklich unabhängig.

Gelenkt werden sollen sie von der Regierung, von Parteien und der Wirtschaft sowie von Lobby-Verbänden und Werbekunden.

Aus eigener Erfahrung: Die Berichterstattung wird tatsächlich beeinflusst

Bei der Mehrzahl dieser Nachrichten-Beeinflusser kann man nur zustimmen, haben viele unserer Autoren doch selbst lange als freie Redakteure gearbeitet und als freie Autoren für viele Redaktionen geschrieben.

Natürlich gibt es Redaktionsleiter und Chefredakteure, die ihre Mitarbeiter anweisen Unliebsames, sprich: allzu Kritisches, beispielsweise über Werbekunden wegzulassen.

Was glauben Sie, was dann wichtiger ist: das journalistische Aufzeigen eines Missstandes oder die eigenen Finanzen?

Da kennen die Chefredakteure, Redaktionsleiter und Chefs vom Dienst kein Pardon.

2 eigene Beispiele über Medien-Beeinflussung

So drohte ein Werbekunde einmal im Falle einer Ausstrahlung mit dem Entzug des millionenschweren Budgets an den Sender.

Dabei ging es um einen Dreh mit versteckter Kamera, in dem das Team belegen konnte, wie dieser Kunde in seinen Filialen Gewaltfilme an Kinder und Jugendliche verkaufte, obwohl dies gesetzlich nicht erlaubt ist.

Ein anderes Mal musste ein Kollege wichtige Filmszenen, welche die Gefährlichkeit von angeblichen Kampfhunden widerlegten, in den sprichwörtlichen Papierkorb schmeißen.

Warum? – Ganz einfach: weil der Geschäftsführer der TV-Produktionsfirma etwas gegen diese Hunde hatte und nichts Entlastendes darüber sehen wollte.

So einfach geht das mit der Medien-Manipulation…

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Guido Grandt. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt