Die Lawine des Misstrauens wächst und wächst

Noch nie war der Vertrauens-Verlust der Menschen in Regierung, Medien und Eliten so groß, wie heute. Das führt zwangsläufig zu […] (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Noch nie war der Vertrauens-Verlust der Menschen in Regierung, Medien und Eliten so groß, wie heute.

Das führt zwangsläufig zu einer Demokratie-Krise von ungeahntem Ausmaß.

Als wir unsere Recherchen zu dieser Beitragsreihe begannen, wurde erst nach und nach deutlich, wie groß dieses Ausmaß tatsächlich ist.

Entsetzlich ist v. a., wie es Regierung, Eliten und Medien in nur wenigen Jahren geschafft haben, so viel an Porzellan zu zerschlagen.

Immer mehr Menschen sind misstrauisch gegenüber der Politik und den Medien

Es wurde Ihnen bereits aufgezeigt, dass nach einer repräsentativen Umfrage im Herbst 2016 die Menschen in 21 von 28 Ländern das Vertrauen verloren haben.

  • So sind 53% der Befragten davon überzeugt, dass das System gescheitert ist.
  • 32% wissen nicht, was sie davon halten sollen.
  • Und nur 15% meinen, dass es funktioniert.
  • Nur noch 45% der breiten Masse vertraut den Institutionen und 60% der informierten Bevölkerung.
  • Konkret haben nur noch 41% der Befragten Vertrauen in die jeweilige Regierung.
  • Auch den herkömmlichen Nachrichten-Medien vertrauen immer weniger Menschen: nur noch 43%.

Den Grund dafür haben wir Ihnen ebenfalls genannt: Die Medien werden als Teil der verhassten Elite angesehen.

So sieht das Armutszeugnis für die Nachrichten-Medien aus

  • 49% der Befragten sind davon überzeugt, dass Medien Sachverhalte nicht so wiedergeben, wie sie wirklich sind.
  • 60% glauben, dass diese berechtigte Meinungen ausblenden, die sie für unerwünscht halten.
  • 66% werfen ihnen vor, Sachverhalte zu vereinfachen und so Vorurteile zu verbreiten.
  • 61% kritisieren, dass sie zu wenig auf die Folgen der Entscheidungen von Politikern und Wirtschafts-Führern eingehen.
  • 76% sind der Meinung, dass die Nachrichten-Medien zu viel über Probleme und zu wenig über Lösungen berichten.

Die Medien haben ihre Kontroll-Funktion verloren

Das wirklich Erschreckende jedoch ist, dass die Menschen den Nachrichten-Medien keine gesellschaftliche Kontroll-Funktion in Form einer sogenannten 4. Gewalt mehr zutrauen.

Es ist durchaus naheliegend, dass die Medien das selbst zu verantworten haben.

Tatsächlich ist es so, dass sich das Unbehagen gegenüber Politik, Wirtschaft und Eliten im Zuge der vergangenen Krisen noch mehr manifestiert hat.

Und dafür werden nun auch die Medien verantwortlich gemacht, die offensichtlich mit ihrer Berichterstattung das Establishment stützen.

Die klassischen Medien haben ausgedient

Um sich über Sachverhalte zu informieren, ziehen die Befragten des Edelman Trust Barometers selbst gesuchte Informationen jenen klassischer Medien vor.

So vertrauen Sie:

  • zu 64% Suchmaschinen,
  • zu 51% reinen Online-Medien,
  • zu 43% Unternehmens-Seiten
  • und zu 41% Social Media.

Den klassischen, also traditionellen Medien vertrauen gerade einmal 57%. Damit haben diese – im wahrsten Sinne des Wortes – ausgedient.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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