Die verfrühte Einführung der D-Mark in der DDR

Globus global Geld Währungen Schulden – shutterstock_702171700

War die Einführung der D-Mark in der damaligen DDR verfrüht? Hätte man mit der Umstellung noch warten sollen? (Foto: maradon 333 / shutterstock.com)

Die Einführung der DM auf dem Gebiet der DDR sorgte für massive wirtschaftliche Verschiebungen.

So erfolgten nach einer Aufwertung um fast 400 Prozent sofort Betriebsschließungen, was zu Massenarbeitslosigkeit führte. Nur durch massive Transferleistungen konnte ein Abrutschen auf das unterste soziale Niveau verhindert werden.

Viel Geld floss von West nach Ost

Ein Drittel des Konsums muss durch Gelder aus dem Westen finanziert werden. Studien gehen davon aus, dass die neuen Bundesländer noch bis zu 30 Jahre auf die kräftige Unterstützung angewiesen sind. Trotz dieser massiven Hilfszahlungen konnte jedoch eine Abwanderung aus den neuen Bundesländern nicht verhindert werden.

So ist der Bevölkerungsstand von Städten wie Dresden oder Leipzig, durch Abwanderung der Bevölkerung nach Westdeutschland, unter das Niveau von 1908 abgerutscht.

Durch Beibehaltung der Ost-Mark, wäre das Kapital, welches heute nach Tschechien oder nach Ungarn fließt, in die politisch und gesellschaftlich viel stabileren neuen Bundesländer geflossen.

Bei gleichzeitiger Unterstützung des Westens, wäre hier Massenarbeitslosigkeit und Niedergang vermieden worden und die Grundlage für dauerhaften Wohlstand geschaffen worden.

Wachstum in Ostdeutschland halb so groß wie im Westen

Heute sind die Wachstumsraten bereits hinter den westdeutschen zurückgeblieben. Das Bruttosozialprodukt pro Einwohner ist gerade halb so groß und die Lohnstückkosten sind ein Viertel höher wie in Westdeutschland.

Damit werden die neuen Bundesländer wohl auf absehbare Zeit hinaus zum Armenhaus Deutschlands gehören. Wahrscheinlich wird das “geeinte Deutschland” unter dem Währungsdruck langfristig zerbrechen.

Die anderen Staaten des Ostblock konnten demgegenüber, durch ihre eigenständigen Währungen, den Großteil ihrer Industriearbeitsplätze retten, obwohl die DDR wesentlich konkurrenzfähiger gewesen wäre.

Beispielsweise konnte Tschechien 68%, Ungarn 77%, Polen 85% der Industriearbeitsplätze beibehalten, während dies in der ehemaligen DDR nur 19% waren.

Währungsumstellung heute noch spürbar

An diesen Zahlen erkennen Sie die massiven Folgen der verfrühten Währungsumstellung zur D-Mark in der ehemaligen DDR. Und vor allem sind die Effekte auch 20 Jahre später noch spürbar.

Forex Währungen Pfund Dollar Yen Euro – welcomia – shutterstock_360575693

Wann eine Devisenanlage sinnvoll istAuch für Privatanleger sind Devisenanlagen interessant, allerdings komplex und oft riskant. Eine Lösung sind Fonds und strategische Devisen-ETF. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Günter Hannich. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz