Die Vision der EU-Gründerväter

Haben Sie schon einmal etwas von den Vereinigten Staaten von Europa gehört? Wenn nicht, dann wird es bald so weit […] (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Haben Sie schon einmal etwas von den Vereinigten Staaten von Europa gehört?

Wenn nicht, dann wird es bald so weit sein, denn SPD-Chef Martin Schulz will genau diese bis zum Jahr 2025.

Dafür sollen die europäischen Nationalstaaten abgeschafft und diejenigen, die nicht mitmachen, aus dem Staaten-Bündnis herausgeworfen werden.

Ob Neues Europa oder die Vereinigten Staaten von Europa – Die Ideen dahinter sind dieselben

Ich spreche im Zusammenhang mit einem solchen EU-Superstaat von der EUdSSR.

Wir haben Ihnen aufgezeigt, dass auch Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr Handlungsfähigkeit und Kooperation (in) der EU will (z. B. in der Verteidigungs-, Außen- und Entwicklungs-Politik).

Außerdem müsse auch die Wirtschafts- und Währungs-Union wetterfest gemacht werden.

Das klingt alles ähnlich wie Schulz‘ Vereinigte Staaten von Europa und das Neue Europa, das Emmanuel Macron, der französische Staatspräsident, und Jean-Claude Juncker, der Präsident der Europäischen Kommission, schaffen wollen.

So würde die EUdSSR aussehen

Wir haben außerdem aufgezeigt, was das heißen würde:

  • Auch in Zukunft wird am Volk vorbeiregiert werden.
  • Brüssel wird zu einem noch gigantischeren, von Lobbyisten kontrollierten Bürokratie-Monstrum verkommen.
  • Die EUdSSR wird noch bürgerferner und die Eurokraten-Eliten aus Politik, Wirtschaft (Konzerne), und Lobbyisten werden den Laden in einen Selbstbedienungs-Laden umbauen.
  • Der Verlust der staatlichen Souveränität Deutschlands und der anderen EU-Mitgliedstaaten wird nicht demokratisch legitimiert sein.
  • Das bedeutet das Ende des freiheitlichen, demokratischen Europas.
  • Statt in Europa Frieden, Stabilität und Wohlstand zu sichern, wird Chaos ausbrechen.
  • Statt Wettbewerb und Vielfalt wird es Gleichmacherei geben.
  • Statt einer bürgernahen, schlanken EU wird es eine Über-Bürokratisierung geben.
  • Nicht nur die Nationalstaaten werden zerstört werden, sondern die Union an und für sich.

Die EU-Gründerväter wollten ein anderes Europa

Dabei widerspricht ein solches Europa dem Grundgedanken der EU-Gründerväter, die ein vereintes Europa des Friedens und Wohlstands schaffen wollten.

Bevor wir näher darauf eingehen, möchten wir Alan Milward, einen 2010 verstorbenen britischen Wirtschafts-Historiker anführen.

Dieser nahm die Mythen zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft regelrecht auseinander.

So trennen Sie Fake News von Fakten.

Von der EWG zur EU

Die 1957 durch Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande und die Bundesrepublik Deutschland gegründete Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) wollte eine gemeinsame Wirtschafts-Politik im Rahmen europäischer Integration fördern.

Im Februar 1992 wurde die EWG durch Unterzeichnung des Maastrichter Vertrages (Vertrag über die Europäische Union) zum 1. November 1993 in Europäische Gemeinschaft (EG) umbenannt.

Er ist der Gründungs-Vertrag der EU, der mehrfach abgeändert wurde:

  1. 1997 durch den Vertrag von Amsterdam,
  2. 2001 durch den Vertrag von Nizza
  3. und 2007 durch den Vertrag von Lissabon.

EU-Gründerväter wollten Nationalstaaten nicht abschaffen

Der Wirtschafts-Historiker Alan Milward machte sich lustig über die weit verbreitete These, dass Europas Gründungsväter darauf aus gewesen seien den Nationalstaat abzuschaffen.

Zweck und Ziel der frühen EWG war aber das komplette Gegenteil:

Es ging darum, die durch den Krieg physisch wie moralisch schwer angeschlagenen Nationalstaaten zu retten, sprich: sie zu reorganisieren und mit neuer Legitimation auszustatten.

Noch einmal: Die EWG sollte die Nationalstaaten nicht abschaffen, wie es jüngst SPD-Chef Martin Schulz und andere Eurokraten fordern, sondern neugestalten und sogar mit neuen Befugnissen ausstatten.

Positive Rolle des Nationalstaats

Mehr noch: Die EU-Gründerväter verwarfen laut Milward den Nationalstaat keineswegs als „Fundament einer besseren europäischen Ordnung“.

Vielmehr waren sie sich über die positive Rolle des Nationalstaats beim Aufbau einer Nachkriegs-Ordnung absolut im Klaren.

Zugleich aber, so Milward weiter,

„erkannten sie auch  oder stolperten über  die Notwendigkeit einer begrenzten Aufgabe von nationaler Souveränität, durch die der Nationalstaat und Westeuropa gestärkt wurden, und zwar nicht als separate und gegensätzlich Einheiten, sondern in einem Prozess der gegenseitigen Stärkung“.

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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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