Diese 3 Möglichkeiten zur Geldwäsche nutzen Kriminelle

Die Definition des Begriffs Geldwäsche macht klar, welche Probleme der Fiskus mit diesem Verfahren hat. 3 Beispiele zeigen die Misere auf. (Foto: Victor Carretero Barbero / Shutterstock.com)

In Deutschland und vielen anderen Ländern der Welt ist Geldwäsche ein Problem. Konkret bezeichnet der Term „Geldwäsche“ das Einschleusen von illegal erwirtschaftetem Geld in den legalen Finanzkreislauf. Diese Definition lässt dabei offen, wie genau dieses Verfahren aussehen kann.

Entstanden ist der Begriff zu Zeiten Al Capones, der durch illegale Geschäfte Geld verdient hat und dieses über die Eröffnung von Waschsalons als legale Einnahmen deklariert hat. Geldwäsche ist heutzutage ein Straftatbestand kann Tätern bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe bringen.

Diese 3 gängigen Geldwäscheverfahren gibt es

Geldwäsche kann viele Gesichter haben. Drei Beispiele zeigen, welche Möglichkeiten Kriminelle nutzen, um ihr durch Straftaten verdientes Geld legal zugänglich zu machen.

1. Schwer nachvollziehbare Dienstleistungen

Ob ein Frisörsalon, ein Restaurant oder wie bei Al Capone ein Waschsalon. Überall wo für das Finanzamt schwer nachzuvollziehen ist, wie viele Kunden ein Geschäft tatsächlich hat, kann theoretisch Geldwäsche betrieben werden. Umsätze werden zu diesem Zweck höher deklariert als sie tatsächlich ausfallen und das illegal verdiente Geld, das meist in bar vorliegt, kann mit den tatsächlichen Einnahmen auf das Geschäftskonto eingezahlt und verbucht werden.

Um Geldwäsche vorzubeugen lässt sich das Finanzamt in Deutschland zum Beispiel in Restaurants auch den Wareneinsatz belegen. In anderen Ländern sind die Regeln zum Teil weniger streng und Kriminelle haben mehr Möglichkeiten.

2. Der Kauf von Objekten

Der Kauf eines Kunstwerkes, Schmucks oder Autos kann mit illegal erwirtschaftetem Geld in bar bezahlt werden. Gerade bei kleineren Beträgen fällt die Herkunft des Geldes oft nicht auf. Im Anschluss kann das Objekt wieder verkauft werden. Der Erlös aus diesem Verkauf ist dann das gewaschene Geld.

3. “Smurfing” auf verschiedenen Konten

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Da Banken Bareinzahlungen ab 15.000 Euro melden müssen, ist es für Kriminelle schwer große Beträge einfach auf ihr Konto einzuzahlen. Eine Methode der Geldwäsche ist das sogenannte Smurfing. Dabei wird ein großer Geldbetrag gestückelt und mit der Hilfe von Komplizen auf mehrere Konten eingezahlt. Auf diese Weise soll keine Aufmerksamkeit erregt werden.

Wie wird der Geldwäsche vorgebeugt?

Mit dem Geldwäschegesetz zur Bekämpfung von Geldwäsche nimmt Deutschland vor allem Banken, Versicherungen und andere Finanzdienstleister in die Pflicht, ihre Kunden zu überprüfen. So müssen bei Transaktionen mittlerweile auch die Empfänger preisgegeben werden und nicht mehr nur die Auftraggeber. Wirtschaftsprüfer müssen zudem die Lagerung hoher Bargeldbestände melden.

Auch jeder Gewerbetreibende hat die Pflicht an der Vermeidung von Geldwäsche mitzuwirken und bei der Annahme von Beträgen von über 10.000 Euro in bar nach einem Ausweis zu fragen. Juweliere, Autohändler, Spielbankbetreiber, Immobilienmakler, Anwälte und Notare sind alle gleichermaßen angehalten mitzuwirken, dass die Geldwäsche in Deutschland eingedämmt wird. Deutsche Firmenniederlassungen in anderen EU-Ländern müssen sich ebenfalls an das deutsche Recht halten.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.