Diese 5 Dinge hat Manager Satya Nadella bei Microsoft verändert

Microsoft hat jüngst einen neuen Meilenstein erreicht. Zum ersten Mal in der Firmengeschichte erzielte der Windows-Erfinder mit seiner Cloud-Softwaresuite Office 365 mehr Umsatz als mit seinem klassischen Office-Softwarepaket, das auf dem Computer der Anwender installiert wird.

Auch für Anleger war dieser Meilenstein positiv, denn mit dem boomenden Geschäft mit der Vermietung von Software über das Internet (Cloud Computing) kletterte die Microsoft-Aktie zuletzt auf ein neues Rekordhoch bei über 74 US-$ – damit legte die Microsoft-Aktie binnen 5 Jahren um mehr als 130 % zu.

Als Macher des Erfolgs gilt Microsoft-Chef Satya Nadella, der im Jahr 2014 das Ruder von Steve Ballmer übernommen hatte. Doch was hat Satya Nadella bei Microsoft verändert, damit der US-Softwarekonzern wieder so erfolgreich ist?

Satya Nadella hat vor seinem Wechsel an die Firmenspitze am 4. Februar 2014 das Cloud und Enterprise Geschäft beim weltweit führenden Softwarekonzern Microsoft geleitet. Hieraus erklären sich viele strategische Richtungsentscheidungen des Managers. 5 Dinge, die Satya Nadella bei Microsoft verändert hat:

1. Konzentration aufs Cloud-Geschäft

Wie kein anderer Microsoft-Manager vorher, hat Satya Nadella das Cloud-Geschäft bei Microsoft entscheidend vorangetrieben. Sei der Veröffentlichung von Windows Azure im Jahr 2010 wurde die Cloud Computing Plattform schnell und zügig ausgebaut, so dass Microsoft heute hinter Amazon Web Services (AWS) als die Nummer 2 in diesem Markt gilt.

Das Intelligent Cloud Geschäft zeichnete zuletzt für 6,7 Mrd. US-$ und damit für rund 28,5 % des gesamten Microsoft-Umsatzes verantwortlich. Die Azure-Umsätze wuchsen zuletzt um rund 97 %.

2. Microsoft kehrt in die Gewinnzone zurück

Nicht weniger wichtig für den Siegeszug von Microsoft in den letzten Jahren war die Rückkehr in die Gewinnzone. Noch sechs Monate vor der Amtsübernahme von Satya Nadella musste Microsoft noch einen Quartalsverlust ausweisen.

Nadella reagierte mit harten Maßnahmen und hat eine der größten Entlassungsrunden bei Microsoft eingeleitet, die mehrere tausend Microsoft-Mitarbeiter ihren Job gekostet haben. Doch die Einschnitte waren scheinbar notwendig, Microsoft schreibt inzwischen wieder Gewinn und wächst in der Cloud zweistellig.

3. Microsoft steigt aus dem Mobilfunk-Markt aus, Frieden mit Apple

Noch Nadellas Vorgänger Steve Ballmer hatte den Deal zur Übernahme des Nokia-Mobiltelefongeschäfts eingefädelt. Doch Satya Nadella machte nie einen Hehl daraus, dass ihm der Deal nicht besonders gut gefiel.

Im Frühjahr 2016 war dann Schluss mit dem Mobilfunk-Abenteuer. Microsoft verkaufte das Mobiltelefon-Geschäft für 350 Mio. US-$ an Foxconn Technology und die neu geformte HMD Global. Zuvor hatte Microsoft schon den Großteil des Kaufpreises (ca. 7,2 Mrd. US-$) auf die übernommene Nokia-Sparte abgeschrieben.

Ganz nebenbei schloss Microsoft mit Apple Frieden und beendete damit eine jahrzehntelange Fehde zwischen den beiden Firmen. Im Jahr 2014 gab Microsofts Satya Nadella bekannt, dass Office Apps künftig auch auf dem iPad verfügbar sein werden.

4. Microsoft bringt ersten Laptop auf den Markt

Microsoft mischt nun erstmals mit in dem Markt für portable PCs. Im Jahr 2015 stellte Microsoft seinen Surface Book und damit seinen ersten Laptop überhaupt vor. Der Surface Book war damals schon etwa zwei Mal so schnell wie der MacBook Pro von Apple, wodurch Microsoft in dieser Kategorie erstmals zu einem ernsthaften Apple-Rivalen avancierte.

Schon Anfang 2015 überschritt der Surface-Umsatz erstmals die Milliardenumsatzmarke – dank der Popularität des Surface Book und des Surface Pro bei Firmenkunden.

5. Microsoft kauft LinkedIn und avanciert zur Nummer 1 unter den Business-Netzwerken

Es war die bislang größte Übernahme in der Firmengeschichte von Microsoft. Im Jahr 2016 gab Microsoft die Übernahme des Karrierenetzwerks LinkedIn bekannt – für 26,2 Mrd. US-$. Damit wagt sich Microsoft erstmals im größeren Stil im Markt für soziale Medien vor und katapultiert sich mit einem Schlag auf Rang 1 unter den Business-Netzwerken – im jüngsten Quartal steuerte LinkedIn 1,1 Mrd. US-$ zum Gesamtumsatz bei.

Fazit: Microsoft entwickelt sich unter Satya Nadella zum Cloud-Giganten

Keine Frage, mit Satya Nadella weht ein frischer Wind durch die Microsoft-Büros, der Mitarbeitern und Anleger neue Perspektiven eröffnet. Unter Satya Nadella ist Microsoft mit Angeboten wie Office 365 und Azure inzwischen zu einem Cloud-Giganten avanciert, der daneben mit LinkedIn auch in den sozialen Medien ein gewichtiges Wort mitzureden vermag.

Ob Microsoft mit seiner Surface-Produktfamilie Apple ernsthaft im Hardware-Segment herausfordern kann, bleibt abzuwarten. Unter dem Strich hat sich der Wechsel an der Führungsspitze im Jahr 2014 für Anleger bereits ausbezahlt. Microsoft ist heute dank Satya Nadella deutlich besser aufgestellt und profitabler als noch vor 5 Jahren – und dies spiegelt sich auch in der Microsoft-Aktie wider.

Einige Analystenhäuser (Wells Fargo und Bernstein) rechnen daher mit einer Fortsetzung des Höhenflugs der Microsoft-Aktie und sehen bereits Kursziele von über 80 US-$ für das Papier.

1. September 2017

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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