Diese 5 Länder haben das höchste Pro-Kopf-Vermögen

Ein gutes Börsenjahr 2016 hat vielen Leuten die Konten gefüllt und den weltweiten Reichtum weiter gesteigert: Das globale Netto-Geldvermögen liegt bei insgesamt 128,5 Bio. €. Dies bedeutet ein Wachstum von 7,6 % im Vergleich zum Vorjahr.

53 Länder wurden insgesamt von der Allianz in ihrem achten Global Wealth Report nach ihrem Pro-Kopf-Vermögen betrachtet, Deutschland ist in den Top 10 nicht vertreten. Die Bundesrepublik liegt hinsichtlich des Netto-Vermögens mit 49.760 € pro Kopf auf Platz 18.

Das verfügbare Vermögen ist ungleich verteilt

79 % des gesamten Geldvermögens gehörten den reichsten 10 % der Welt, das heißt 133,5 Bio. € verteilen sich auf gerade einmal 10 %  der Weltbevölkerung. Die restlichen 90 % der Bevölkerung verfügen über die verbleibenden 35,5 Bio. €, was für eine ungleichmäßige Verteilung spricht. Immerhin geht der Trend langsam in die richtige Richtung, denn im Jahr 2000 verteilten sich auf die reichsten 10 % der Bevölkerung noch 91 % des weltweiten Vermögens.

Für die Untersuchung des Netto-Geldvermögens wurden Wertpapiere , Bankeinlagen, Versicherungen und Pensionsfonds nach Abzug der Verbindlichkeiten betrachtet. Das bedeutet, dass Vermögen, das in Immobilien oder anderen Anlageformen angelegt ist, in diese Berechnungen nicht mit eingeflossen ist. In diesen Ländern ist das Pro-Kopf-Vermögen am höchsten.

5. Taiwan, 92.360 € Pro-Kopf-Vermögen

Taiwan muss sich im internationalen Vergleich nicht verstecken. Der ostasiatische Staat hat das Niveau vieler anderer Industrieländer problemlos erreicht und zählt zu den fünf Ländern mit dem höchsten Netto-Vermögen pro Einwohner. Der Markt in Taiwan zählt zu den anlegerfreundlichsten der Welt.

4. Schweden, 95.050 € Pro-Kopf-Vermögen

Das Sozialsystem in Schweden ist breit aufgebaut und lässt dennoch viel Raum für das Sparen von privatem Vermögen. Über rund 95.000 € Netto-Vermögen verfügt jeder Schwede im Schnitt. Für den europäischen Spitzenplatz reicht das aber noch nicht.

3. Japan, 95.890 € Pro-Kopf-Vermögen

In keinem anderen asiatischen Land verfügen die Bürger über mehr Geldvermögen in Form von Wertpapieren, Bankeinlagen, Versicherungen und Pensionsfonds als in Japan.

2. Schweiz, 175.723 € Pro-Kopf-Vermögen

Die Schweiz ist eines der Länder mit den höchsten Lebenshaltungskosten der Welt. Gleichzeitig sind sowohl die Löhne sehr hoch als auch das Vermögen, über das die Schweizer im Schnitt verfügen.

1. USA, 177.210 € Pro-Kopf-Vermögen

Die Rallye der Börsen zum Jahresende 2016 hat in den USA viel dazu beigetragen, dass das Land als jenes mit dem größten weltweiten Vermögen gilt. Über 177.210 € netto pro Kopf verfügt jeder Amerikaner im Schnitt, was aber unter anderem daran liegt, dass die USA nach China das Land mit den meisten Milliardären ist. Zudem haben viele Amerikaner ihr Geld an den Börsen investiert und profitieren von den positiven Entwicklungen am globalen Finanzmarkt.

Nicht nur das Vermögen steigt, sondern auch die Schulden

Parallel zum gesteigerten weltweiten Vermögen ist auch die Schuldenlast gestiegen. Von 36,9 Bio. € in 2014 auf 38,5 Bio. € in 2015 und dann auf 40,6 Bio. € in 2016. Dass das Vermögen in Deutschland mit 5,5 % etwas langsamer gewachsen ist als im Vorjahr, ist unter anderem auch darauf zurückzuführen, dass die Schuldenlast der Deutschen um 3 % gestiegen ist.

So ist die Vermögens-Situation in Deutschland

Der große Unterschied zwischen Deutschland und den anderen Ländern im Euroraum ist, dass die Deutschen nicht nur ihr Geld für sich arbeiten lassen, sondern auch mit ihrem Einkommen zu den Sparleistungen beitragen. In allen anderen untersuchten Ländern im Euroraum (außer in Österreich) ist es andersherum. Dort wächst durch Wertveränderungen und die Wiederanlage von Kapitalerträgen das Vermögen.

Nur ein Viertel des Vermögenswachstums ging in Deutschland in den letzten fünf Jahren auf Wertveränderungen zurück, im restlichen Euroraum sind es hingegen rund 70 %. Dies zeigt, dass die Rendite von Geldvermögen nirgends geringer ist als in Deutschland. Grund dafür sind die Niedrigzinsen. Sparer müssen daher dafür arbeiten, ihr Vermögen zu schützen. In anderen Ländern arbeitet das Geld von alleine.

Gründe für die mittelmäßige Platzierung Deutschlands

Weshalb Deutschland nicht in den Top 10 vertreten ist, sondern Platz 18 beim Thema Netto-Vermögen belegt, liegt unter anderem an der noch keine 30 Jahre zurückliegende Wiedervereinigung und den immer noch vermögensschwächeren neuen Bundesländern. Auch die hohen gesetzlichen Renten (zumindest bis vor einigen Jahren) ließen den Aufbau von privatem Kapital lange Zeit in den Hintergrund rücken.

26. Oktober 2017

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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