Diese Aktien haben 2018 das meiste Kapital vernichtet

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Aktionäre können sich über Rekord-Dividenden freuen, doch es gibt auch große Kapitalvernichter unter den deutschen Aktien. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Anleger konnten sich in 2018 über Rekordausschüttungen von insgesamt 50 Mrd. Euro durch deutsche Aktiengesellschaften (AGs) freuen. Doch es gibt auch Negativbeispiele.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) veröffentlicht jährlich eine Liste mit den größten deutschen Kapitalvernichtern. Dazu zählen insbesondere Unternehmen, deren Aktienkurs besonders stark gelitten hat, wodurch sich auch das Kapital vieler Anleger teilweise in Luft aufgelöst hat. Das sind die größten deutschen Kapitalvernichter in 2018.

10. Singulus, Kursminus in 2018: 39 %

Schon über 20 Jahren ist der deutsche Spezial-Maschinenbauer Singulus Technologies an der Börse – für Anleger war zuletzt kaum was zu holen. Das Unternehmen stellt u.a. Spezial-Maschinen zur Fertigung von Solarprodukten und optische Speichermedien (DVD, Blu-ray etc.) her. Durch den Siegeszug von Streaming-Diensten geraten derartige Speichermedien zunehmend in den Hintergrund. Auch in 2018 verlor die Singulus-Aktie rund 39 %, nachdem es bereits in den Jahren vorher bergab ging.

9. Deutsche Bank, Kursminus in 2018: 56 %

Seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 geht es bergab mit der Aktie der Deutschen Bank. Wurde die Aktie im Mai 2007 noch bei über 100 Euro gehandelt, fiel das Papier zuletzt sogar unter die Marke von 8 Euro. Allein in 2018 stand ein Kursminus von 56 % zu Buche, in den letzten 5 Jahren verlor die größte Bank Deutschlands 75 % an Wert. Zuletzt führte Bank Fusionsgespräche mit der Commerzbank.

8. Bastei Lübbe, Kursminus in 2018: 58 %

Neben Banken hadern auch viele Verlage mit der Digitalisierung. Der Siegeszug des Internets hat viele Medienhäuser vor Herausforderungen gestellt. Beim deutschen Traditions-Verlag Bastei Lübbe kamen neben Gewinnrückgängen noch Bilanzierungsfehler hinzu, welche den Kurs seit 2016 auf Talfahrt schickten. Im Jahr 2018 stand ein Kursminus von 58 % zu Buche, auf 5-Jahressicht verlor das Papier sogar 76 %.

7. ElringKlinger, Kursminus in 2018: 62 %

ElringKlinger ist als Maschinenbauer vor allem als Zulieferer für die klassische Automobilindustrie tätig – doch die Zukunft gehört den Elektroantrieb. ElringKlinger versucht sich auf die neuen Marktbedingungen einzustellen und hofft auf eine Wende in 2020. In 2018 stand nochmal ein Kursverlust von 62 % für die ElringKlinger-Aktie zu Buche, auf 5-Jahressischt summiert sich das Kursminus auf 74 %.

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ElringKlinger schockt mit GewinnwarnungDie Aktie des Autozulieferers ElringKlinger ist nach einer Gewinnwarnung abgestürzt. Skurril ist dabei vor allem die Begründung. › mehr lesen

6. Euromicron, Kursminus in 2018: 68 %

Der Netzwerk-Spezialist mit Sitz in Frankfurt am Main will insbesondere Unternehmen bei der Digitalisierung von Gebäuden unterstützen. Daneben will Euromicron auch vom Siegeszug des Internet der Dinge (IoT) profitieren – bislang mit mäßigem Erfolg. Im Jahr 2018 büßte die Aktie des Netzwerk-Herstellers 68 % ihres Wertes ein, auf 5-Jahressicht steht sogar ein Wertverlust von 82 % zu Buche.

5. Steinhoff, Kursminus in 2018: 69 %

Der skandalträchtige Möbelhändler Steinhoff International ist ein wahrer Albtraum für die Aktionäre. Als vielversprechende Alternative zu Ikea gestartet, entpuppte sich der Mutterkonzern der Möbelkette Poco schnell zum Fass ohne Boden. Bilanzfälschungen, fragwürdige Geschäfte und die Pleite der Tochter Mattress Firm sorgten dafür, dass die Steinhoff-Aktie seit Jahren fällt – allein in 2018 büßte der Wert der Steinfhoff-Aktie um 69% ein, auf 3-Jahressicht liegt das Minus bei 98 %.

4. Ceconomy, Kursminus in 2018: 75 %

Die Mediamarkt-Saturn-Mutter Ceconomy hat Anlegern ebenfalls herbe Verluste beschert. Eigentlich sollte durch die Abspaltung von der Metro AG alles besser werden – doch nicht für die Anleger. Die Gewinne brachen ein, denn die Digitalisierung der 430 Märkte ist offenbar aufwendiger als gedacht. Zudem scheint die Elektronikkette gegenüber Amazon weiter Marktanteile im Internet zu verlieren. Für 2018 steht für Anleger ein Kursminus von 75 % zu Buche, auf 5-Jahressicht steht ein Kursverlust von 69 %.

3. Gerry Weber, Kursminus in 2018: 76 %

Der Modekonzern Gerry Weber geriet vor etwa 5 Jahren in Schieflage. Eine verfehlte Expansionsstrategie als auch Mode, die offenbar nicht mehr dem Zeitgeist der Kunden entsprachen, trieben den Modekonzern Anfang 2019 in die Insolvenz. Für Anleger nahm das Drama schon vor 2015 ihren Lauf. In den folgenden Jahren verlor die Aktie drastisch an Wert, allein in 2018 mussten sich Anleger mit einem Kursverlust von 76 % abfinden. Auf 5-Jahressicht steht ein Kursminus von 92 % zu Buche.

2. Tom Tailer, Kursminus in 2018: 80 %

Die Modebranche ist ein sehr schwieriges Geschäft wie am Beispiel Gerry Weber und anderen bekannten Modemarken (Hugo Boss etc.) zu erkennen ist. Auch Tom Tailer (Tom Tailor und Bonita) sind die Probleme nach der Übernahme von Bonita zurück. Die Modemarke hatte Bonita in 2012 übernommen, um ältere Kundinnen verstärkt anzusprechen. Doch der Erfolg blieb aus, stattdessen stiegen die Schulden. Auch für Anleger ein großes Problem, denn die Tom Tailer Aktie verlor in 2018 rund 80 %. Auf 5-Jahressicht summiert sich das Minus auf 86 %.

1. Mologen, Kursminus in 2018: 85 %

Biotech-Firmen gelten als zukunftsorientiert. Gelingt es ein wirksames Medikament zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, winken oft hohe Gewinne. Doch Mologen forscht seit 20 Jahren, hat aber weder ein Produkt, noch Umsatz und schreibt natürlich noch rote Zahlen. Das Geld wird knapp, was sich auch am Aktienkurs bemerkbar macht. In 2018 verlor die Mologen-Aktie 85 % an Wert, auf 3-Jahressicht steht ein Minus von 97 % zu Buche. Mologen gehört damit mit zu den größten Kapitalvernichtern im deutschen Raum.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands