Diese Folgen hätte eine einheitliche Bürgerversicherung für alle

Die Abschaffung der privaten Krankenversicherung und Umstellung auf eine Bürgerversicherung hätte vermutlich Auswirkungen auf Arbeitsplätze. (Foto: REDPIXEL.PL / Shutterstock.com)

Das deutsche Gesundheitssystem ist besser als viele andere auf der Welt und die medizinische Versorgung ist flächendeckend gesichert und gut.

Unter anderem eine freie Arztwahl, eine freie Krankenhauswahl und verhältnismäßig kurze Wartezeiten sind in erster Linie dem Umstand zu verdanken, dass beide Krankenversicherungssysteme – die Private und die Gesetzliche – nebeneinander existieren, dennoch hat das System auch Schwächen. Von einer „Zwei-Klassen-Medizin“ ist die Rede, die Privatversicherte bevorzugt behandelt.

Drei Parteien wollen das duale System der Krankenversicherungen in Deutschland abschaffen

In vielen anderen Ländern der Welt ist die medizinische Versorgung schlechter als in Deutschland, was konkret lange Wartezeiten, begrenzte Leistungen oder hohe Zuzahlungen bedeutet.

Drei Parteien wollen am deutschen System etwas ändern und die private Krankenversicherung abschaffen und stattdessen eine einheitliche Bürgerversicherung einführen. Dazu zählen die SPD, die Grünen und die Linken.

Diese Folgen hätte die Einführung einer Bürgerversicherung für die Krankenkassen

Die Folgen dieser Abschaffung würden für die privaten Krankenversicherungen einen Abbau von Stellen bedeuten. Je nachdem wie die Abschaffung umgesetzt würde, würden laut einer Studie der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung zwischen 22.700 und 51.000 Arbeitsplätze abgebaut werden müssen.

Rund neun Mio. Menschen sind in Deutschland in der privaten Krankenversicherung versichert, etwa 68.000 Jobs hängen an dieser Versicherung. Je nach Szenario würden also ein Drittel bis drei Viertel aller Beschäftigten ihren Job verlieren – durch die neue Versicherung würden aber auch wieder neue Jobs entstehen.

Wie viele Arbeitsplätze tatsächlich verloren gingen, ist schwer zu kalkulieren, dafür sind die Planungen noch zu ungewiss.


Kostenloser Spezialreport: Cannabis-Aktien – Der ultimative Guide für Einsteiger in einen Milliardenmarkt

Der Cannabis-Siegeszug ist nicht mehr aufzuhalten: Nur diese 3 Top Cannabis-Aktien werden den gesamten Markt unter sich aufteilen und Anlegern riesige Gewinne bescheren.

Steigen Sie jetzt ein, bevor die große Gewinn-Chance vorüber ist!


Die Folgen der Bürgerversicherung für die Versicherten

Zwar sind viele Privatversicherte der einheitlichen Bürgerversicherung nicht abgeneigt, da sie unter steigenden Beiträgen leiden, andere wiederum befürchten eine Schlechterstellung und lehnen die Einheitsversicherung ab.

Dabei liegen die Chancen einer Bürgerversicherung auf der Hand. Mit der „Zwei-Klassen-Medizin“ wäre Schluss, jeder würde gleich behandelt und wer zusätzliche Leistungen möchte, kann diese zusätzlich versichern.

Die private Vollversicherung würde dann wie in der bisherigen Form nicht mehr existieren. Das Leistungsspektrum würde geringer werden, der Basisschutz, der für alle gleich wäre, kann aber durch private Zusatzversicherungen erweitert werden.

Aufgepasst: Nicht jede Versicherung gilt auch im AuslandWelche der abgeschlossenen Versicherungen im Ausland gelten, sollten Verbraucher vor dem Antritt einer Reise überprüfen und ggf. nachrüsten.  › mehr lesen

Wie sich die Beiträge genau verändern würden ist ungewiss

Für junge Selbstständige, die zu Beginn noch niedrige Beiträge zahlen, die jedoch im Alter stark ansteigen, könnten die monatlichen Kosten durch diese Bürgerversicherung erst einmal steigen, im Alter jedoch wieder günstiger sein.

Für Privatversicherte, die keine günstigen Tarife finden und hohe Beiträge zahlen, könnte die Einheitsversicherung daher langfristig eine finanzielle Erleichterung bedeuten.

Gesetzlich Versicherte dürften die Auswirkungen einer Bürgerversicherung höchstens in den monatlichen Beiträgen spüren, jedoch nicht in den Leistungen. Diese würden sich für sie nicht sonderlich verändern. Ob die Beiträge jedoch höher oder niedriger ausfallen würden, ist schwer vorherzusagen.

Die genaue Ausgestaltung der Bürgerversicherung ist noch unklar

Schon zur Bundestagswahl im Jahr 2013 kam das Thema „paritätische Bürgerversicherung“ auf und auch im Wahljahr 2017 ist es wieder präsent. Die drei Parteien streben mit ihrem Vorhaben an, die angebliche „Zwei-Klassen-Medizin“ in Deutschland zu überwinden.

Sie haben jeweils unterschiedliche Vorstellungen davon, wie diese Bürgerversicherung für alle aussehen soll. Ob neben dem Einkommen auch noch andere Einkünfte wie etwa Kapitalerträge oder Mieteinnahmen für die Beitragszahlungen berücksichtigt werden sollen, ist einer der strittigen Punkte.


Passives Einkommen 2018

Sichern Sie sich jetzt gratis den Sonder-Report: “Wie Sie mit diesen 3 dividendenstarken ETFs gleich doppelt verdienen” und erfahren Sie exklusiv, welche Aktien in Ihrem Depot nicht fehlen sollten!

Hier klicken und erfahren wie Sie gleich doppelt verdienen und Gewinne vor dem Staat schützen...


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt