Dieser juristische Schutzpanzer ist ein Muss für Sie als Investor

„‚Führen‘ Sie Ihre Immobilie, als ob sie Ihr Unternehmen wäre!“ – Sie erinnern sich? Das ist das Mantra, das ich […] (Foto: kurhan / Shutterstock.com)

„‚Führen‘ Sie Ihre Immobilie, als ob sie Ihr Unternehmen wäre!“ – Sie erinnern sich? Das ist das Mantra, das ich wiederhole und wiederhole und wiederhole.

2 Parallelen zum Unternehmertum

Beispielsweise sollten Sie niemals eine Immobilie erwerben, die nicht vom 1. Tag an positiven Cashflow abwirft – andernfalls gehen Sie unter…!

Die 2. Parallele zum Unternehmertum:

Sie sollten sich 5x überlegen, ob Sie bei Ihrem Immobilien-Investment als Privatperson auftreten – und damit äußerstenfalls in die persönliche Haftung genommen werden – oder ob Sie dieses Risiko möglichst ausschließen wollen.

Ich rate Ihnen zu Letzterem.

Wie minimiert man dieses Risiko in der Geschäftswelt? – Indem man durch haftungsbeschränkte Gesellschaften agiert, etwa per GmbH.

Machen Sie es als Immobilien-Investor genauso!

Immobilien-Investment per GmbH

Für mich der Idealfall: Rendite-Immobilien werden von einer GmbH erworben und verwaltet.

Solch eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung bietet nun einmal den allerbesten Schutz davor, finanziell bis auf die Knochen abgenagt zu werden, wenn es hart auf hart kommt.

Streng vorausgesetzt natürlich, man hat sich nicht der Insolvenz-Verschleppung schuldig gemacht oder sonst etwas auf dem Unternehmer-Kerbholz…

Für mich kommt inzwischen nichts anderes mehr infrage – wobei ich einräume, dass die Gründung einer GmbH nicht gerade ein Zuckerschlecken zwischen Tür und Angel ist.

25.000 € Startkapital beispielsweise dürften die Wenigsten beim Schmutzwäsche-Sortieren zufällig in der Jackentasche finden…

Selbst wenn es hypothetisch möglich ist, diesen Kapitalstock nach der Gründung sofort wieder zu entnehmen (was sich aber aus haftungstechnischen Gründen nicht empfiehlt), müssen Sie dieses Geld zumindest kurzfristig erst einmal zur Verfügung haben.

Was, wenn diese Hürde zu hoch ist? – Sie können dann auf eine UG (haftungsbeschränkt) ausweichen, eine »Mini-GmbH« also.

Dazu reicht 1 € – zumindest theoretisch. Denn in der Praxis zeigt sich, dass mind. 1.000 € im Stock liegen sollten.

Andernfalls nämlich wäre die UG bereits nach der Bezahlung der Notar-Kosten hoffnungslos überschuldet – und Sie wären, rechtlich gesehen, schon ein Insolvenz-Verschlepper.

Immobilien-Investment per GbR

Auch nicht zu verachten ist eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, kurz GbR genannt, wenn Sie haftungstechnisch auf der sicheren Seite stehen wollen.

Zwar gilt bei einer GbR grundsätzlich eine »Durchgriffs-Haftung« gegen alle Gesellschafter, mit Treuhand-Verträgen jedoch können Sie diese Haftung komplett ausschließen.

So genießen Sie Schutz auf GmbH-Niveau, ersparen sich aber hohe Gründungs-Kosten und müssen auch später nicht für jeden »Pups« zum Notar rennen.

Eine GbR können Sie nämlich durch einen simplen mündlichen Handschlag-Vertrag ins Leben rufen und jederzeit nach Gutdünken modifizieren.

Die Schriftform empfiehlt sich allerdings dennoch, denn ums Steuern-Zahlen kommt auch eine GbR leider nicht herum.

Hier noch Trick 17

Eigentlich setzt eine GbR mind. 2 Gesellschafter voraus. Was aber, wenn Sie keinen finden oder keine Lust auf Querulanten haben? – Gründen Sie einfach 2 separate UGs.

Diese Ein-Personen-Gesellschaften (also de facto Sie allein) können anschließend gemeinsam eine GbR gründen.

Gleichgültig, ob Sie per GbR starten oder per GmbH: Werden Sie niemals ohne juristischen Schutzpanzer aktiv!

Auch beim nächsten Mal werde ich wieder aus dem Nähkästchen des erfolgreichen Immobilien-Investments plaudern…

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Von: Paul Misar. Über den Autor

Paul Misar, Entrepreneur mit aktuell 11 Firmen (einigen davon im Immobilienbereich), Bestseller-Autor, Speaker of the Year 2013 und gefragter Experte auf dem Gebieten“ finanzielle Freiheit“ und  Immobilien.